Feiertagsruhe

Der Arbeitnehmer hat an Feiertagen einen Anspruch auf eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 24 Stunden, die zwischen 0 Uhr und 6 Uhr des Feiertags beginnen muss.

Das Arbeitsruhegesetz regelt sehr streng, in welchen Bereichen an Feiertagen gearbeitet werden darf. Selbst wenn Feiertagsarbeit gesetzlich erlaubt ist, darf nur die unbedingt notwendige Anzahl von ArbeitnehmerInnen am Feiertag beschäftigt werden.

Was ab 1.9.2018 zusätzlich gilt

Bei vorübergehend auftretendem besonderem Arbeitsbedarf kann mittels Betriebsvereinbarung die Arbeit an 4 Wochenenden oder Feiertagen pro ArbeitnehmerIn und Jahr zugelassen werden.

Ausnahme von der Ausnahme

Diese Ausnahmen gelten nicht für Verkaufstätigkeiten nach dem Öffnungszeitengesetz. 

In Betrieben ohne Betriebsrat kann diese Arbeitsleistung durch schriftliche Einzelvereinbarung zugelassen werden. In diesem Fall darf der Arbeitnehmer ohne Angabe von Gründen die Arbeit am Wochenende bzw am Feiertag ablehnen. 

Der Arbeitnehmer darf wegen der Ablehnung dieser Arbeitsleistung nicht benachteiligt werden. Wird der betroffene Arbeitnehmer wegen der Ablehnung gekündigt, kann er die Kündigung binnen 2 Wochen bei Gericht anfechten.

Diese Feiertage stehen allen Beschäftigten zu

Diese gesetzlichen Feiertage stehen allen Arbeitnehmerinnen in Österreich zu - unabhängig von einer allfälligen Religionszugehörigkeit. 

Gesetzliche Feiertage

  • 1. Jänner (Neujahr)
  • 6. Jänner (Heilige Drei Könige)
  • Ostermontag
  • 1. Mai (Staatsfeiertag)
  • Christi Himmelfahrt
  • Pfingstmontag
  • Fronleichnam
  • 15. August (Mariä Himmelfahrt)
  • 26. Oktober (Nationalfeiertag)
  • 1. November (Allerheiligen)
  • 8. Dezember (Mariä Empfängnis)
  • 25. Dezember (Weihnachten)
  • 26. Dezember (Stephanstag)

Das gilt für den Karfreitag

Für die Angehörigen der evangelischen Kirchen AB und HB, der Altkatholischen Kirche und der Evangelisch-methodistischen Kirche ist der Karfreitag ein gesetzlicher Feiertag. Auf Verlangen des Arbeitgebers ist in diesem Fall die Religionszugehörigkeit nachzuweisen.

Das gilt für Jom Kippur

Aufgrund eines Generalkollektivvertrages gilt der Jom Kippur (Versöhnungstag) für Angehörige der israelitischen Glaubensgemeinschaft unter bestimmten Voraussetzungen als arbeitsfreier Tag (bei Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber) - und zwar dann, wenn die betreffenden ArbeitnehmerInnen

  1. in einem Unternehmen beschäftigt sind, das den Kammern der gewerblichen Wirtschaft angehört,

  2. in Österreich wohnhaft sind,

  3. ihre Zugehörigkeit zur israelitischen Glaubensgemeinschaft nachweisen.

Die Freistellung ist darüber hinaus nur dann zu gewähren, wenn die Arbeitsleistung der Angehörigen der israelitischen Glaubensgemeinschaft aus betriebsbedingten Gründen nicht erforderlich ist und die ArbeitnehmerInnen die Freistellung mindestens eine Woche vorher vom Arbeitgeber verlangen.

24. und 31. Dezember sind keine Feiertage!

Bei diesen beiden Tagen handelt es sich um normale Werktage. Viele Kollektivverträge legen jedoch einen früheren Dienstschluss fest. So gilt für Arbeiter im Metallgewerbe, dass die Normalarbeitszeit jeweils um 12 Uhr endet. Bei Friseuren darf am Heiligen Abend bis 12 Uhr, zu Silvester bis 17 Uhr gearbeitet werden. Zahnarztangestellte haben beispielsweise gemäß Kollektivvertrag an diesen beiden Tagen dienstfrei. Das Entgelt muss der Arbeitgeber natürlich zur Gänze zahlen.

Ruhezeit

Feiertage dürfen auf die wöchentliche Ruhezeit nur angerechnet werden, soweit sie in die wöchentliche Ruhezeit fallen.

Freizeit zur Erfüllung religiöser Pflichten

ArbeitnehmerInnen, die während der gesetzlichen Wochenend- oder Feiertagsruhe beschäftigt werden, haben auf Verlangen Anspruch auf die notwendige Freizeit zur Erfüllung religiöser Pflichten, soweit diese nicht außerhalb der Arbeitszeit erfüllt werden können, die Freistellung von der Arbeit fristgerecht beantragt wird und mit den Erfordernissen des Betriebes vereinbar ist.

Entgelt für Feiertagsruhe

Der Arbeitnehmer erhält für die infolge eines Feiertags ausgefallene Arbeit das Entgelt, das ihm gebührt hätte, wenn die Arbeit nicht ausgefallen wäre (Ausfallsprinzip, sogenanntes Feiertagsentgelt).

Bei variablen und leistungsbezogenen Prämien oder Entgelten (z.B. Akkord, Überstunden, Zulagen) ist das Feiertagsentgelt nach dem Durchschnitt der letzten 13 voll gearbeiteten Wochen zu berechnen. Aufwandsentschädigungen (z.B. Diäten oder Kilometergelder) bleiben unberücksichtigt.

Feiertagsarbeit

Arbeiten Sie an einem gesetzlichen Feiertag, erhalten Sie zusätzlich zum Feiertagsentgelt die gearbeiteten Stunden bezahlt. Haben Sie Zeitausgleich für die Normalarbeitszeit am Feiertag vereinbart, muss dieser mindestens einen Kalendertag oder 36 Stunden umfassen

TIPP

Das Arbeitszeit- und das Arbeitsruhegesetz enthalten sehr viele Ausnahmeregelungen. Diese sind entweder im Gesetz selbst oder in Verordnungen enthalten. Nähere Informationen erhalten Sie bei Ihrer Arbeiterkammer oder Fachgewerkschaft.


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