Arbeitnehmerkündigung

Wenn Sie selbst Ihren Job aufgeben wollen, spricht man von Arbeitnehmer-Kündigung. Mit einer Arbeitnehmerkündigung lösen Sie Ihr unbefristetes Arbeitsverhältnis. Ein befristetes Arbeitsverhältnis endet durch Zeitablauf.

Achtung!

Ein befristetes Arbeitsverhältnis können Sie nur dann kündigen, wenn Sie diese Kündig­ungs­mög­lich­keit ausdrücklich mit dem Arbeitgeber vereinbart haben.

Schriftlich oder mündlich kündigen?

Das Gesetz sieht keine bestimmte Kündigungsform vor. Sie können daher mündlich oder schrift­lich kündigen, außer Ihr Kollektiv- oder Dienstvertrag sieht eine bestimmte Kündigungsform vor.

Tipps zur Kündigung

Kündigen Sie schriftlich – aus Beweisgründen! Falls Sie das Kündigungsschreiben per­sön­lich überbringen, lassen Sie sich die Übergabe auf einem zweiten Exemplar mit Datum und Unter­schrift bestätigen.

Dauer des Postwegs berücksichtigen! Wenn Sie die Kündigung mit der Post schicken, ist die Kündigung nicht mit dem Absenden wirksam, sondern mit dem Tag, an dem der Brief beim Arbeitgeber einlangt. Erst ab diesem Tag beginnt die Kündigungsfrist zu laufen.

Wann ist die Kündigung gültig?

Die Kündigungsfrist beginnt zu laufen, wenn die Kündigung dem Arbeitgeber zugeht – das heißt, wenn Sie ihm gesagt haben, dass Sie kündigen. Oder wenn die schriftliche Kündigung in den Händen Ihres Arbeitgebers ist.

Kündigungstermin und Kündigungsfrist

Der Kündigungstermin ist der Zeitpunkt, an dem das Arbeitsverhältnis beendet sein soll – also der letzte Tag des Arbeitsverhältnisses und nicht der Tag, an dem Sie die Kündigung aussprechen.

Die Kündigungsfrist ist der Zeitraum zwischen Kündigung (mündlich ausgesprochen oder schrift­lich zugegangen) und dem Kündigungstermin.

Beispiel

Kündigungsfrist: 1 Monat

Kündigungstermin: Monatsletzter; das Arbeitsverhältnis soll Ende Juni enden.

Wann muss ich kündigen? In diesem Fall muss die Kündigung spätestens am 31.5. beim Ar­beit­geber eingelangt sein, damit das Arbeitsverhältnis am 30.6. ordnungsgemäß endet. Sie können die Kündigung zum 30.6. aber auch früher aussprechen, z.B. am 25.5., um das Ar­beits­ver­hält­nis ordnungsgemäß am 30.6. zu beenden.

Kündigungsfrist bei Angestellten

Wenn nichts anderes vereinbart wurde, können Angestellte ihr Dienstverhältnis jeweils zum Monats­letzten kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt einen Monat.

Kündigungsfrist bei ArbeiterInnen

Bei ArbeiterInnen sind Kündigungsfristen und -termine meistens in den einzelnen Kollektiv­ver­träg­en geregelt. ArbeiterInnen müssen daher vor dem Kündigen nachschauen, was in ihrem Kollektiv­ver­trag steht. Im Zweifelsfall gibt die Arbeiterkammer oder die jeweilige Fach­ge­werk­schaft Auskunft über Kündigungsfristen und -termine.

Wenn Sie die Kündigungsfrist nicht einhalten

Grundsätzlich beendet auch eine frist- oder terminwidrige Kündigung das Arbeitsverhältnis zum an­ge­geb­en­en Termin. Verletzt jedoch der Arbeitnehmer Frist oder Termin, hat dies negative Folgen. Zum Beispiel Schadenersatzpflicht, Ver­lust der Sonderzahlungen (abhängig vom Kollektivvertrag), usw. Beachten Sie daher unbedingt die Kündigungsfrist und den Kündigungstermin!

Dienstfreistellung – was ist das?

Dienstfreistellung bedeutet, dass der Arbeitgeber während einer bestimmten Dauer (meist währ­end der Kündigungsfrist) freiwillig auf Ihre Arbeitsleistung verzichtet. Er muss jedoch das volle Ent­gelt weiterzahlen.

Postensuchtage - bezahlte Freizeit in der Kündigungsfrist

Wenn Sie selbst kündigen, haben Sie keinen gesetzlichen Anspruch auf bezahlte Freizeit für die Ar­beits­suche ("Postensuchtage").

Achtung!

Der Arbeitsvertrag oder ein anzuwendender Kollektivvertrag können allerdings einen An­spruch auf bezahlte Freizeit auch bei Arbeitnehmerkündigung vorsehen. Es ist daher ratsam, in den Arbeitsvertrag bzw. den Kollektivvertrag Einsicht zu nehmen!

Bekomme ich Arbeitslosengeld?

Bei einer selbst verursachten Auflösung eines Dienstverhältnisses beginnt der Anspruch auf das Ar­beits­losen­geld frühestens nach einer Sperrfrist von vier Wochen.

Wie lange bin ich krankenversichert?

Nach Ende eines Dienstverhältnisses haben Sie noch 6 Wochen lang Anspruch auf Sachleistungen der Krankenversicherung (= Krankenbehandlung). Der Anspruch auf Krankengeld für neue Krank­heits­fälle bleibt 3 Wochen lang erhalten. Für die Krankenversicherung ist die Form der Auflösung des Dienstverhältnisses egal.

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