Dienstverhinderung bei Schneechaos

Wenn Sie auf Grund von Schneeverwehungen bzw. Schneechaos nicht pünktlich oder gar nicht zur Arbeit kommen können, so liegt ein sogenannter Dienstverhinderungsgrund vor, der das Zuspätkommen bzw. Fernbleiben rechtfertigt.

Jedoch nur dann, wenn Sie alles Ihnen Zumutbare unternommen haben, um trotz der Schneeverwehungen oder des Schneechaos pünktlich bzw. überhaupt zur Arbeit zu kommen.

Was müssen Sie tun?

Sie sind dazu verpflichtet, alle Ihnen zumutbaren Vorkehrungen zu treffen (z.B. früher aufbrechen, eigenen PKW statt öffentliche Verkehrsmittel benutzen), um trotz der ungünstigen Schneeverhältnisse (pünktlich) zur Arbeit zu erscheinen! Ob eine Maßnahme zumutbar ist, wird im Einzelfall geprüft. Für einen gesunden Arbeitnehmer wird es etwa zumutbar sein, einige Kilometer zu Fuß zur Arbeit zu gehen, wenn die Fahrt mit dem PKW bzw. den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht möglich ist. Außerdem sind Sie verpflichtet, dem Arbeitgeber umgehend zu melden (z.B. telefonisch), dass Sie nicht rechtzeitig zur Arbeit erscheinen können!

Wichtig!

Wenn Sie wegen der Schneeverhältnisse nicht in die Arbeit gehen können, müssen Sie keinen Urlaubstag nehmen oder sich Zeitausgleich verrechnen lassen, da es sich um ein berechtigtes Fernbleiben vom Dienst handelt.

Verspätung oder Fernbleiben ist kein Entlassungsgrund

Sollte ein Arbeitgeber ein wetterbedingtes Verspäten oder Fernbleiben zum Anlass für eine Entlassung nehmen, ist die Entlassung unberechtigt, wenn der Arbeitnehmer alles Zumutbare unternommen hat, um zeitgerecht am Arbeitsplatz zu erscheinen.

Anspruch auf Entgelt für Angestellte und ArbeiterInnen

Der Entgeltanspruch ist für Angestellte und ArbeiterInnen unterschiedlich geregelt: Für Angestellte ist im Angestelltengesetz zwingend geregelt, dass Anspruch auf Entgelt besteht, wenn alles Zumutbare unternommen wurde, um rechtzeitig in die Arbeit zu kommen. ArbeiterInnen haben dann Anspruch auf Entgeltfortzahlung, wenn der Kollektivvertrag keine abweichende Regelung vorsieht.

Neu: Ausnahme bei ArbeiterInnen

Abweichende kollektivvertragliche Regelungen sind auch für ArbeiterInnen dann nicht möglich, wenn eine Dienstverhinderung aufgrund einer persönlichen Betroffenheit des Arbeitnehmers oder der Arbeitnehmerin durch eine Katastrophe eintritt; in diesem Fall müssen auch ArbeiterInnen das Entgelt erhalten.


Persönliche Betroffenheit von ArbeiterInnen liegt jedoch nur dann vor, wenn die Katastrophe das Leben, die Gesundheit oder das Eigentum der ArbeiterInnen und ihrer nahen Angehörigen sowie deren Versorgung mit notwendigen Gütern gefährden kann. Wenn also "nur" viel Schnee liegt und Sie daher zu spät zur Arbeit kommen, weil z.B. der Zug deswegen zwei Stunden Verspätung hat, gilt diese Ausnahmeregelung nicht.

Fälle aus der praxis

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