01.06.2021

Beliebte Beerenfrüchte auf Pestizid-Rückstände untersucht

Unser AK-Konsumentenschutz hat Weintrauben und Rosinen auf Pestizid-Rückstände untersucht. Das Ergebnis ist zwiespältig. Zwar bewegen sich die Grenzwerte der eingesetzten Chemikalien - einzeln betrachtet - grundsätzlich im Rahmen. Andererseits kommt bei vielen Produkten eine Vielzahl an Pestiziden zur Anwendung. Für solche Cocktails gibt es aber keine Richtwerte.

Fast 3 Kilogramm Weintrauben verzehren Frau und Herr Österreicher pro Jahr. Da der heimische Traubenanbau fast zur Gänze in der Weinflasche landet, sind in den Supermärkten vorwiegend ausländische Produkte im Angebot. Während in der warmen Jahreszeit hauptsächlich Italien der Herkunftsort ist, liegen derzeit vor allem Produkte aus Übersee in den Regalen. Grund genug für die AK-Konsumentenschützer, Trauben und Rosinen aus der südlichen Hemisphäre unter die Lupe zu nehmen. Insgesamt wurden 21 Produkte, 12 Sorten Tafeltrauben sowie 9 Rosinen, bzw. Sultaninen, in heimischen Handelsketten und Diskontern analysiert.

Positives Ergebnis, aber schaler Beigeschmack

Der überwiegende Teil (4x Trauben und 3x Rosinen) der 7 untersuchten Bio-Produkte war gänzlich frei von Pestiziden. Auf einem „Bio-Rosinenprodukt“ wurden allerdings 2 Pestizide ausgemacht. Hier wackelt der Bio-Status gewaltig.

Bei den untersuchten Proben aus konventionellem Anbau kamen wenig überraschend durch die Bank Pestizide zur Anwendung. Die gute Nachricht: Die Richtwerte für Pestizide einzeln betrachtet, bewegen sich im gesetzlichen Rahmen. Damit sind alle untersuchten Produkte für den Verkauf geeignet. Nachdenklich stimmt uns allerdings, dass bei Trauben und Rosinen aus konventionellem Anbau oft ein ganzer Pestizid-Cocktail, also gleich mehrere Chemikalien, zur Anwendung kommt.

In den 8 Trauben-Proben mit Pestiziden wurden insgesamt 14 unterschiedliche Pestizidwirkstoffe gefunden. Bedenklich ist, dass 10 der 14 gefundenen Chemikalien auf der schwarzen Liste der Pestizide von Greenpeace zu finden sind. Außerdem wurden 2 Pestizide gefunden, welche in der EU dzt. keine Zulassungen besitzen. Darunter auch bienenschädliche Neonicotinoide, die in Österreich aktuell nicht zugelassen sind. Allerdings in derart niedrigen Konzentrationen, dass es rechtlich toleriert wird.



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Tabelle Weintrauben 2021 © AK, AK


Bei den Rosinen wurden insgesamt 36 verschiedene Pestizide gefunden. Spitzenreiter war ein Rosinen-Produkt eines großen österreichischen Handelskonzerns, bei dessen Anbau gleich 19 verschiedene Pestizide versprüht wurden.

Tabelle Rosinen 2021 © AK, AK

AK fordert Höchstwerte für Pestizid-Cocktails

Das Problem liegt in den schwer durchschaubaren und kaum nachvollziehbaren gesetzlichen Bestimmungen, bzw. einem Dschungel von Richt- und Höchstwerten. Es gibt zwar für alle Pestizide Grenzwerte, die so genannten Maximalen Rückstandsgehalte (MRL), jedoch immer nur für Einzelwirkstoffe. Pestizide werden jedoch häufig in Kombination eingesetzt. Damit kumulieren sich die Mengen an Wirkstoffen. Grenz- oder Höchstwerte für Mischungen aus verschiedenen Wirkstoffen gibt es jedoch keine.

Deshalb fordern wir neben intensiveren Bemühungen aller Marktteilnehmer, den Pestizideinsatz zurückzuschrauben, nun auch Maximalwerte für Pestizid-Cocktails zu erlassen.

An die Adresse der Konsumentinnen und Konsumenten bietet sich auch an, das eigene Konsumverhalten zu hinterfragen, Stichwort: Nachhaltigkeit.

„Nachhaltig“: Die Weltreise vom Anbau ins Supermarktregal 

Zum Nachdenken: Wie bereits erwähnt, stammen von Winter bis Mitte Frühjahr die bei uns erhältlichen Tafeltrauben vom anderen Ende der Welt. Bei dieser Erhebung kamen die untersuchten Produkte praktisch alle aus Südafrika, eine Probe stammte aus Peru. Bei Trauben erfolgt der Transport in der Regel auf dem Seeweg unter notwendiger Kühlung.

Eine lange Strecke - dabei wird viel Schweröl verbraucht und die Kühlaggregate arbeiten auf Hochtouren. Die dabei entweichenden Kühlmittel (teilflourierte Kohlenwasserstoffe) gelten als besonders klimaschädlich. Die Potenziale dieser Produkte sind um ein Vielfaches größer als CO2. 

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