Viele Möglichkeiten, Prämie zu sparen – aber viele knifflige Details bei Haus­halts­ver­sich­er­ung­en

Fast jeder hat eine: Haushaltsversicherungen weisen bei den Prämien, Leistungen und Versicherungssummen große Unterschiede auf. Das zeigt eine AK Analyse von 15 Versicherungen.

Es gibt viele Möglichkeiten, Prämie zu sparen. Aber die Tarife sind schwer zu bewerten: viele Leistungsdetails, Ausschlüsse und knifflige Details zu den Ver­sicherungssummen sind zu beachten. Neuere Tarife schließen bei einem durch grobe Fahrlässigkeit herbeigeführten Schaden eine Deckung sogar bis zu 100 Prozent der Versicherungssumme ein.

Rund 80 bis 90 Prozent der ÖsterreicherInnen haben ihren Wohnungsinhalt versichert.

Es gibt viele Leistungsdetails zu beachten

Die AK Analyse der Tarife von 15 Versicherungsunternehmen zeigt: Haus­halts­ver­sicherungen sind Kombi-Versicherungen, die Versicherungsschutz gegen Feuer-, Sturm-, Leitungswasser-, Glasbruch-und Einbruchdiebstahlschäden in­kludieren. Im Paket enthalten ist auch eine private Haftpflichtversicherung. Es gibt viele Leistungsdetails zu beachten, aber auch die Ausschlüsse (zum Bei­spiel Sengschäden im Rahmen der Feuerversicherung oder Ausnahmen von Schäden an Familienangehörigen bei der Haftpflichtversicherung, sogenannter Verwandtenausschluss) und unterschiedlichen Versicherungssummen – so­ge­nannte Sublimits – zum Beispiel für gestohlenes, frei liegendes Geld (maximal 350 Euro) im Rahmen der Einbruchsdiebstahlversicherung. Angeboten werden auch Zusatzbausteine für Hundehaltung (Hundehaftpflicht), Elektrogeräte (Geräteversicherung, etwa gegen Bruch) oder Assistance-Leistungen (etwa 24-Stunden-Schadenservice). Die Versicherung zahlt eine Versicherung nicht oder beschränkt, wenn ein Schaden vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeigeführt wurde. Neuere Tarife bieten eine Deckung bei grober Fahrlässigkeit sogar bis zu 100 Prozent der Höhe der Versicherungssumme.

Die Wahl eines passenden Tarifes hängt von einigen Punkten ab. „Die Kon­sum­ent­en sollten zuerst überlegen, ob sie nur einen Basisschutz benötigen oder einen Topschutz mit Zusatzbausteinen haben wollen“, sagt AK Kon­sum­ent­en­schützer Christian Prantner. Die Vereinbarung eines Selbstbehaltes (75 bis 500 Euro) spart Prämie zwischen zehn und 50 Prozent. Für die freiwillige längere Bindung als drei Jahre Laufzeit gibt es einen Laufzeitrabatt („Dauerrabatt“) zwischen zehn und 30 Prozent der Jahresprämie. „Achtung, die Dauerrabatt-Klauseln sind knifflig“, weiß Prantner. Auch die jährliche Bezahlweise der Prämie spart Prämie (Wegfall des sogenannten Unterjährigkeitszuschlages).

Die Versicherungssummen oder Höchst­entschädigungs­grenzen betragen zwi­schen 80.730 Euro (Uniqa) und 130.000 Euro (Wüstenrot). Bei vielen Ver­sich­er­ern ist die Entschädigungsgrenze für die Leistung im Schadensfall gleich der Ver­sicherungssumme (Höchstentschädigungsgrenze). Das ist bei Donau, ERGO, GRAWE, Muki, Merkur, Oberösterreichische Versicherung, Wiener Städt­ische, Wüstenrot und lamie-direkt der Fall. Bei den anderen (HDI, Helvetia, VAV, Zürich, Zürich Connect und Uniqa) kommen zusätzlich zu der Ver­sich­er­ungs­summe die Leistungen für versicherte Nebenkosten (zum Beispiel Feuer­lösch-, Abbruch-, Aufräum- oder Reinigungskosten nach Schäden) dazu – meist mit rund 15 bis 20 Prozent der Höhe der Versicherungssumme begrenzt.

Rasche Schadensmeldung und Notfalldienst

„Bei den angebotenen Zusatzservices bietet die Mehrheit ein 24-Stunden Assist­ance Service für rasche Schadensmeldung und Notfalldienst an“, so Prantner. „Es organisiert und übernimmt auch Handwerkservices, In­stalla­teure, Hotelersatzkosten und Schlüsseldienste bis zu einem gewissen Betrag und ohne den Einwand vom Selbstbehalt für Versicherungsnehmer.“ Drei Ge­sell­schaften (HDI, lamie-direkt, Merkur) bieten keine Notfalldienste an, über­nehm­en aber die Rechnung eines selbst organisierten Handwerkers oder In­stalla­teurs, sobald die Leistung im Vertrag versichert ist. Acht Versicherer biet­en die Möglichkeit, den Vertrag online abzuschließen.

„Überlegen Sie sich genau, welches Versicherungspaket Sie bei einer Haus­halts­ver­sich­er­ung brauchen“, rät AK Konsumentenschützer Christian Prantner. „Es hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, ob ein Basispaket genügt und welche Extraleistungen sinnvoll sind.“

fälle aus der praxis

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