Job­mix bei Studier­en­den - Steuer­tipps

Achtung!

Wenn zumindest ein Teil der Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit erzielt werden, be­ginnt die Steuerpflicht ab 12.000 Euro Jahr­es­ein­komm­en. Ansonsten gilt die Ein­kommen­steuer bereits ab 11.000 Euro Jahreseinkommen.

Bezieht ein Studierender während des Jahres Einkünfte aus nicht­selbst­ständ­ig­er Arbeit und aus betrieblicher Tätigkeit, muss bei Überschreiten der Ein­kommens­grenze (12.000 Euro jährlich) eine Einkommensteuer-Er­klär­ung abgegeben werden. Dazu ist ausschließlich das For­mular E 1 bzw. die Bei­lage E 1a oder E 1a-K zu verwenden, die Arbeitnehmerveranlagung geht so­zusagen in der Einkommensteuererklärung auf.

Tipp: Freibetrag von 730 € jährlich

Bei einer Kombination gibt es für Einkünfte aus betrieblicher Tätigkeit einen Frei­be­trag von 730 € jährlich. Das bedeutet, dass wenn der Gewinn aus der be­trieb­lichen Tätigkeit weniger als 730 € beträgt, keine Ein­kommen­steuer­er­klär­ung abgegeben werden muss. Liegt der Gewinn zwischen 730 € und 1.460 € kommt eine Einschleifregelung zum Tragen, die bewirkt, dass nicht der ge­samte Gewinn steuerpflichtig ist. Diese Einschleifregelung wird vom Finanzamt auto­matisch be­rück­sichtigt.

Tipp: Negativsteuer geltend machen

Bei einer Kombination aus nichtselbständiger und betrieblicher Tätigkeit kann die Negativsteuer geltend gemacht werden. Die Negativsteuer wird vom Finanz­amt berücksichtigt, wenn die je­weil­ig­en Voraussetzungen vorliegen. Daher empfiehlt es sich manchmal freiwillig eine Ein­kommen­steuer­­erklärung ab­zu­geben, um die Negativsteuer zu erhalten, auch wenn eigentlich auf Grund des Jahreseinkommens keine Steuererklärungspflicht vorliegt. Die Negativ­steu­er errechnet sich aber nur anhand der Sozialversicherungsbeiträge für die nicht­selbst­ständ­ige Arbeit.

Tipp: Mitteilungsverpflichtung des Arbeitgebers

Die Jahreseinkünfte aus der nichtselbstständigen Arbeit werden dem Finanz­amt automatisch mit dem Jahreslohnzettel übermittelt. Bei freien Dienst­ver­träg­­en und teilweise auch bei Werk­ver­träg­en gibt es eine Mit­teil­ungs­ver­pflicht­ung des Arbeitgebers an das Finanzamt über die Höhe der während des Jahres aus­be­zahlt­en Honorare. Dennoch muss der Gewinn aus der betrieblichen Tät­ig­keit selber ermittelt und bei Überschreiten der Steuergrenze dem Finanzamt mit der Ein­kommen­steuer­erklärung mitgeteilt werden.

Sozialversicherungsrecht

Studierende, die während des Jahres verschiedene Be­schäftig­ungs­formen haben, müssen folgendes beachten: bei einer Kombination echtes Dienstverhältnis und freier Dienstvertrag beginnt die Sozial­ver­sich­er­ungs­pflicht, wenn die zusammengerechneten Entgelte die Ge­ring­fügig­keits­grenze von 446,81 € (Stand 2019) überschreiten. In diesem Fall kommt es zu nach­träg­lich­en Beitragsvorschreibungen durch die Gebietskrankenkasse. Bei einer Kombination von einem echten oder freien Dienstverhältnis mit einem Werkvertrag wird dieser ab einem Ge­winn von 5.361,72 (Stand 2019) im Kalenderjahr sozialversicherungspflichtig.

Tipp: Keine Pflicht zur Selbstmeldung

Kommt es zu einer Nachzahlung von Sozialversicherungsbeiträgen an die Ge­biets­kranken­kasse, können Studierende warten, bis die entsprechende Bei­trags­vor­schreib­ung kommt. Eine Pflicht zur Selbstmeldung besteht nicht. Ent­steht jedoch Sozialversicherungspflicht für den Werkvertrag, sollte mit Erhalt des Einkommensteuerbescheides eine Meldung an die Sozial­ver­sich­er­ungs­an­stalt der gewerblichen Wirtschaft erfolgen.

Tipp: Kranken-, Pensions- und Un­fall­ver­sich­er­ungs­schutz

Durch die Sozialversicherungspflicht bei freien Dienstverträgen und Werk­ver­träg­en besteht auch Kranken- Pensions- und Unfallversicherungsschutz. Bei freien Dienstverträgen besteht auch An­spruch auf Arbeitslosengeld und auf In­sol­venz­aus­falls­geld. Freie DienstnehmerInnen sind auch Arbeiterkammermitglieder.

Downloads

Links

Kontakt

Das könnte Sie auch interessieren

Werk- oder freier Dienstvertrag

Wenn das nötige Kleingeld für die Ausbildung fehlt, können Kredite helfen © goodluz, Fotolia.com

Studis mit nicht­selbständig­er Ar­beit

Ab 12.000 € Jahres­ein­komm­en gilt die Steuer­pflicht. Auch bei niedrig­er­en Ein­kommen kann die Ar­beit­nehm­er­Innen­ver­an­lag­ung Steuer­gut­schrift­en bringen.

Strebhafte Schülerin beim Lernen © Sandor Jackal, Fotolia

Familienbeihilfe für Studierende

Wie hoch die Familienbeihilfe für Studierende ist, wie lange man sie bekommen kann und wie viel dazuverdient werden darf.

  • © 2019 AK Salzburg | Markus-Sittikus-Straße 10, 5020 Salzburg, +43 (0)662 86 87

  • Datenschutz
  • Impressum