Sozial­­ver­sicher­ungs­bei­träge für freie Dienst­nehmer­Innen

Wenn eine bestimmte Einkommensgrenze überschritten wird (2018: 438,05 Euro pro Monat), sind freie Dienst­nehmer­Innen voll sozial­ver­sichert.

DienstnehmerInnen und DienstgeberInnen müssen daher Sozial­ver­sicher­ungs­bei­träge abführen. Die Bei­trags­grund­lage (BGL) ist der Bruttolohn.

Wie hoch sind meine Sozial­ver­sicher­ungs­bei­träge?

ArbeitnehmerInnen-Beiträge
Pensionsversicherung10,25% der BGL
Krankenversicherung3,87% der BGL
Arbeitslosenversicherungsbeitrag*)3,00% der BGL
Arbeiterkammerumlage0,50% der BGL
Gesamt17,62% der BGL

Achtung!

*) Bei geringem Einkommen (Beitragsgrundlage) sinkt der ArbeitnehmerInnen-Beitrag in der Ar­beits­los­en­ver­sicherung (AIV) ab:

Betragsgrundlage (Bruttoeinkommen) (2018)
Prozent AIV-Beitrag
bis € 1.381,-
0 %
über € 1.381,- bis 1.506,-
1 %
über € 1.506,- bis 1.696,-
2 %
ArbeitgeberInnenbeitrag
Pensionsversicherung12,55% der BGL
Krankenversicherung3,78% der BGL
Arbeitslosenversicherungsbeitrag3,00% der BGL
Betriebliche Vorsorgekasse1,53% der BGL
Insolvenzentgeltsicherung0,35% der BGL
Unfallversicherung1,3% der BGL
Gesamt22,51% der BGL

Freie DienstnehmerInnen sind voll

  • unfallversichert
  • pensionsversichert
  • krankenversichert

Freie DienstnehmerInnen haben Anspruch auf

  • Krankengeld
  • Wochengeld
  • Arbeitslosenunterstützung
  • Insolvenzentgelt, wenn der Auftraggeber insolvent ist
  • alle Services der Arbeiterkammer

Arbeitsrechtliche Einschränkungen

Arbeitsrechtliche Regelungen gelten nur sehr eingeschränkt und sind weitgehend Verhandlungssache.

Freie DienstnehmerInnen haben keinen Anspruch auf: bezahlten Urlaub, Sonderzahlungen, Arbeitszeitbeschränkung pro Tag, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall durch den Arbeitgeber, Familienhospizkarenz usw.

Neu ab 2016

Mehr Schutz konnte die AK für freie Dienstnehmerinnen erreichen, die ein Kind erwarten: Ab 2016 werden sie erstmals in den Geltungs­bereich des Mutterschutzgesetzes einbezogen. Das heißt: Sie haben nun ein individuelles und absolutes Beschäftigungsverbot vor und nach der Entbindung. Zusätzlich wurde ein Motivkündigungsschutz gesetzlich verankert: Freie Dienstnehmerinnen, die wegen ihrer Schwangerschaft oder eines Beschäftigungsverbotes bis vier Monate nach der Geburt gekündigt werden, haben nun die Möglichkeit, die Kündigung innerhalb von zwei Wochen bei Gericht anzufechten.  

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