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Zwei oder mehr Arbeitsverhältnisse

Wenn Sie nicht nur ein, sondern zwei oder mehr Arbeitsverhältnisse gleichzeitig haben, kann das verschiedene Konsequenzen bei Steuer und Sozialversicherung haben. Hier ein Überblick:

Auswirkungen auf die Sozialversicherung

Wenn jedes Arbeitsverhältnis über der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze liegt (2018: 438,05 Euro, 2017: 425,70 Euro), wird die Sozialversicherung gleich von den laufenden Bezügen abgezogen. Wenn nicht, kommt es zu einer Nachverrechnung, wenn durch mehrere gleichzeitig ausgeübte Dienstverhältnisse die Geringfügigkeitsgrenze überschritten wird.

TIPP

Wenn Sie eines Ihrer Arbeitsverhältnisse über und das andere unter der Geringfügigkeitsgrenze liegt, finden Sie hier alle wichtigen Informationen!

Steuerliche Auswirkungen

Für die jährliche Steuerberechnung werden alle Löhne oder Gehälter (ohne Sonderzahlungen) addiert. Abgezogen werden die Sozialversicherungsbeiträge und mögliche andere Ausgaben, die Sie geltend machen können. Ist dieser Betrag und damit das Jahreseinkommen geringer als 12.000 €, müssen Sie mit keiner Steuernachzahlung rechnen. Haben Sie mehrere Arbeitsverhältnisse gleichzeitig ausgeübt und wird dieser Betrag überschritten, kommt es in der Regel zu einer Steuernachforderung abhängig vom gesamten Jahreseinkommen und der bereits bezahlten Lohnsteuer.

Was Sie dem Finanzamt melden müssen

ArbeitnehmerInnen mit zwei oder mehreren Arbeitsverhältnissen gleichzeitig und einem steuerpflichtigen Jahreseinkommen von insgesamt über 12.000 € sind verpflichtet, bis zum 30. 9. des folgenden Jahres eine ArbeitnehmerInnenveranlagung (ANV) beim Finanzamt einzureichen (=Pflichtveranlagung).

Ein Beispiel:

Eine Angestellte hat das gesamte Jahr über zwei Arbeitsverhältnisse, eines mit 850 € und eines mit 600 € Bruttogehalt. Bei den laufenden Gehältern werden zwar Sozialversicherungsbeiträge abgezogen, da jeweils die Geringfügigkeitsgrenze überschritten wird. Allerdings erfolgt bei beiden Arbeitsverhältnissen noch kein Lohnsteuerabzug, da beide Gehälter jeweils unter der monatlichen Steuergrenze (ca. 1.260 € brutto) liegen:

BruttobezugAbgezogene SozialversicherungAbgezogene Steuer
850 Euro128,52 Euro0,0 Euro
600 Euro90,72 Euro0,0 Euro

Berechnung

Für die Steuerberechnung sind nun beide laufenden Gehälter (ohne Sonderzahlungen) zu addieren. Davon ist die Sozialversicherung abzuziehen:

(850 € + 600 €) x 12 (= 17.400 €)
minus(128,52 € + 90,47 €) x 12 (= 2.630,88 €)
Einkommen= 14.769,12 € Jahreseinkünfte ohne Sonderzahlungen


  • Für die Sonderzahlungen (z.B. Weihnachts- und Urlaubsgeld) gelten abweichende Beitrags- und Steuersätze. Ihre steuerpflichtigen Einkünfte betragen für das gesamte Jahr 14.769,12 €.

  • Sollte sie Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen haben, sind diese von den Einkünften noch abzuziehen.

  • Vom verbleibenden Betrag ist die Steuer zu berechnen - nähere Infos dazu gibt es im Artikel Steuerverrechnung für Zuverdienst.

  • Die Angestellte hat für dieses Jahr mit einer Steuernachforderung von ca. 600 Euro zu rechnen. Je nachdem wie hoch ihre Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen sind, kann sich die Steuernachforderung noch verringern.

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