Steuer­vor­teile für Familien

Für Familien gibt es Absetzbeträge, die die Lohnsteuer verringern. Manche Steuerbegünstigungen können Sie bereits bei der monatlichen Lohn- bzw. Gehaltsverrechnung durch Ihre Arbeitgeberin oder Ihrem Arbeitgeber berücksichtigen lassen. 

Dazu zählen der Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag und der Familienbonus. Die übrigen Begünstigungen können Sie ausschließlich im Zuge der ArbeitnehmerInnenveranlagung geltend machen. Dafür benötigen Sie die Formulare L1 und L1k.

Familienbonus

Für alle Kinder, für die Familienbeihilfe bezogen wird, steht seit 2019 der Familienbonus zu. Aber auch wenn Sie von Ihrem Kind getrennt lebenund Anspruch auf den Unterhaltsabsetzbetrag haben, können Sie den Familienbonus geltend machen. Nähere Informationen zum Familienbonus finden Sie unter diesem Link

Alleinerzieherabsetzbetrag (AEAB)

Der Absetzbetrag für Alleinerziehende steht Ihnen zu, wenn Sie 

  • in einem Kalenderjahr für ein oder mehrere Kinder mehr als sechs Monate Familienbeihilfe bezogen haben und
  • mehr als die Hälfte im Kalenderjahr nicht in einer Ehe, einer Lebens­ge­mein­schaft oder einer eingetragenen Partnerschaft gelebt haben.

Alleinverdienerabsetzbetrag (AVAB)

Als AlleinverdienerIn gelten Sie im Steuerrecht, wenn Sie drei Voraussetzungen erfüllen:

  • Ihre Ehe, Lebensgemeinschaft oder Ihre eingetragene Partnerschaft dauerte im Kalenderjahr mehr als sechs Monate.
  • Es wurde für ein oder mehrere Kinder mehr als sechs Monate Familienbeihilfe bezogen.
  • Und Ihre Partnerin oder Ihr Partner hat im selben Kalenderjahr nicht mehr als 6.000 € verdient. Ob ihr oder sein Einkommen unter dieser Einkommensgrenze liegt, lässt sich folgendermaßen berechnen:
Bruttojahresbezug (inkl. Sonderzahlungen)
minussteuerfreie Sonderzahlungen bis zur Höhe von max. 2.100 €
minussteuerfreie Zulagen und Zuschläge
minusSozialversicherungsbeiträge
minusGewerkschaftsbeiträge
minusPendlerpauschale
minusWerbungskosten (mindestens das Pauschale von 132 €)
plusWochengeld und Abfertigungen
ergibt Einkommen für den AVAB

Achtung!

Kinderbetreuungsgeld, Arbeitslosengeld oder Ausbildungs- und Förderbeihilfe des AMS, Notstandshilfe, Unterhaltsleistungen und Familienbeihilfe spielen keine Rolle. Das Wochengeld muss allerdings in die Berechnung des Einkommens mit einbezogen werden.

Wie hoch sind AEAB und AVAB?

Mit dem Alleinverdienerabsetzbetrag oder dem Alleinerzieherabsetzbetrag verringert sich Ihre Lohnsteuer einmalig im Jahr um folgende Beträge:                   

  • um 494 € bei einem Kind, für das Sie Familienbeihilfe bekommen.
  • insgesamt um 669 € bei zwei Kindern, für die Sie Familienbeihilfe erhalten.
  • und zusätzlich um 220 € für das dritte und jedes weitere Kind, für das Sie Familienbeihilfe beziehen.

Für Kinder, die im EU/EWR-Raum oder in der Schweiz leben, wird der Alleinverdienerabsetzbetrag an das Preisniveau des Wohnsitzstaates angepasst. Die entsprechenden Werte werden vom Fin­anz­ministerium per Verordnung kundgemacht. Für Kinder in Drittstaaten gibt es keinen Allein­ver­diener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag. Mehr Infos dazu finden Sie hier.

Wie beantrage ich AEAB und AVAB?

Beide Absetzbeträge können Sie entweder in Ihrer Firma oder im Nachhinein über die ArbeitnehmerInnenveranlagung beantragen.

Tipp

Wenn Sie den Alleinverdienerabsetzbetrag oder den Allein­er­zieher­ab­setz­be­trag schon in der Firma beantragt haben, müssen Sie das ent­sprechende Feld in der ArbeitnehmerInnenveranlagung trotzdem nochmals ankreuzen, damit das Finanzamt weiß, dass Ihnen der Ab­setz­betrag im betreffenden Kalenderjahr zusteht!

Sie bekommen den AEAB oder den AVAB über die Arbeit­nehmer­Innen­ver­an­lagung als Negativsteuer erstattet,

  • wenn Sie entweder keine Lohnsteuer bezahlen müssen, weil Sie weniger als 1.300 € brutto monatlich verdienen.
  • oder wenn Sie während des gesamten Kalenderjahres eine steuerfreie Transferleistung, wie z.B. Arbeitslosengeld oder Kinderbetreuungsgeld, bezogen haben.

Haben Sie an nicht mehr als 330 Tagen im Kalenderjahr Bezüge aus der Arbeitslosenversicherung (z.B. Arbeitslosengeld, Notstandshilfe) oder Mindestsicherung bzw. Grundversorgung erhalten, dann bekommen Sie zusätzlich zum AVAB oder AEAB den Kindermehrbetrag als Negativsteuer. Nähere Informationen zum Kindermehrbetrag finden Sie unter diesem Link

Die Negativsteuer für den AVAB bzw. AEAB und den Kindermehrbetrag erhalten Sie mit der ArbeitnehmerInnenveranlagung.

Mehrkindzuschlag

Für Eltern, deren gemeinsames Jahreseinkommen 55.000 € im Jahr nicht übersteigt, gibt es einen Mehrkindzuschlag von 20 € im Monat für das dritte und jedes weitere Kind, für das sie Familienbeihilfe beziehen. Die Einkommen der Eltern werden nur dann zusammengerechnet, wenn sie in diesem Kalenderjahr länger als sechs Monate im gemeinsamen Haushalt gelebt haben.

Den Mehrkindzuschlag erhalten Sie über die Arbeit­nehmer­Innen­ver­an­lag­ung.

Unterhaltsabsetzbetrag (UHAB)

Leisten Sie für Kinder, die nicht im selben Haushalt leben, nachweislich den gesetzlichen Unter­halt, können Sie einen Unterhaltsabsetzbetrag bei der Steuer geltend machen. 

Höhe des gesetzlichen Unterhalts bei schriftlicher Vereinbarung: 

  • Der volle UHAB steht Ihnen für das ganze Kalenderjahr dann zu, wenn Sie den gesamten gesetzlichen Unterhalt leisten. Der Betrag, den Sie zahlen müssen, gibt sich aus einem Gerichtsurteil, gerichtlichen Vergleich oder schriftlichen Vertrag.  

  • Leisten Sie nicht den vollen Unterhalt,  bekommen Sie den Unterhaltsabsetzbetrag nur für die Anzahl der Monate, für die Sie rechnerisch die volle Unterhaltsleistung erreichen. 

Unterhaltsleistung ohne schriftliche Vereinbarung

Liegt weder eine gerichtlich oder behördlich festgelegte Unterhaltsverpflichtung noch ein schriftlicher Vergleich oder eine schriftliche Bestätigung vor, dann steht der Unterhaltsabsetzbetrag nur dann zu, wenn Sie die Regelbedarfssätze leisten.

Naturunterhalt

Wenn Sie Naturunterhalt leisten, müssen Sie das schriftlich durch eine vertragliche Vereinbarung oder durch eine Bestätigung des anderen Elternteils nachweisen.

Der Unterhaltsabsetzbetrag beträgt

  • für das erste Kind 29,20 € monatlich
  • für das zweite Kind zusätzlich 43,80 € monatlich
  • für jedes weitere Kind zusätzlich 58,40 € monatlich

Regelbedarfsätze 

Die Regelbedarfssätze werden jährlich angepasst und sind abhängig vom Alter des Kindes. 

Regelbedarfssätze 2021 

  • bis 3 Jahre: 213 € monatlich
  • bis 6 Jahre: 274 € monatlich
  • bis 10 Jahre: 352 € monatlich
  • bis 15 Jahre: 402 € monatlich
  • bis 19 Jahre: 474 € monatlich
  • bis 25 Jahre: 594 € monatlich

Regelbedarfssätze 2020

  • bis 3 Jahre: 212 € monatlich
  • bis 6 Jahre: 272 € monatlich
  • bis 10 Jahre: 350 € monatlich
  • bis 15 Jahre: 399 € monatlich
  • bis 19 Jahre: 471 € monatlich
  • bis 25 Jahre: 590 € monatlich

Regelbedarfsätze 2019

  • bis 3 Jahre: 208 € monatlich
  • bis 6 Jahre: 267 € monatlich
  • bis 10 Jahre: 344 € monatlich
  • bis 15 Jahre: 392 € monatlich
  • bis 19 Jahre: 463 € monatlich
  • bis 25 Jahre: 580 € monatlich

Regelbedarfsätze 2018

  • bis 3 Jahre: 204 € monatlich
  • bis 6 Jahre: 262 € monatlich
  • bis 10 Jahre: 337 € monatlich
  • bis 15 Jahre: 385 € monatlich
  • bis 19 Jahre: 454 € monatlich
  • bis 25 Jahre: 569 € monatlich

Regelbedarfsätze 2017

  • von 0 bis 3 Jahre: 200 € monatlich
  • bis 6 Jahre: 257 € monatlich
  • bis 10 Jahre: 331 € monatlich
  • bis 15 Jahre: 378 € monatlich
  • bis 19 Jahre: 446 € monatlich
  • bis 28 Jahre: 558 € monatlich

Kinderfreibetrag (bis inkl. 2018)

Für jedes Kind, für das mehr als sechs Monate im Kalenderjahr Familien­bei­hilfe bezogen wurde, gibt es bis zum Jahr 2018 einen Freibetrag von 440 € jährlich. Machen beide Elternteile den Kinderfreibetrag bei Ihrer Arbeit­nehmer­Innen­ver­an­lag­ung geltend, beträgt er pro Elternteil 300 € jährlich. Dies ist nur dann sinnvoll, wenn beide Elternteile Lohnsteuer bezahlen. Steht ihnen mehr als 6 Monate im Ka­len­der­jahr der Unterhaltsabsetzbetrag zu, dann können Sie auch den Kinderfreibetrag in Höhe von 300 € geltend machen.

Ab dem Jahr 2019 ersetzt der Familienbonus den Kinderfreibetrag.

Kinderbetreuungskosten ohne Selbstbehalt (bis inklusive 2018)

Ab dem Jahr 2019 wird die Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten durch den Familienbonus ersetzt. Bis zur ArbeitnehmerInnenveranlagung 2018 können Kosten für die Kinderbetreuung inklusive Verpflegung unter folgenden Voraussetzungen bis zu 2.300 € pro Kind als außergewöhnliche Belastung ohne Selbstbehalt abgesetzt werden:

  • wenn für das Kind entweder mehr als 6 Monate im Kalenderjahr Familienbeihilfe bezogen wurde oder man mehr als 6 Monate Anspruch auf den Unterhaltsabsetzbetrag hat;

  • wenn das Kind zu Beginn des Veranlagungsjahres noch unter 10 ist oder

  • wenn man erhöhte Familienbeihilfe für ein Kind bezieht, das eine erheblichen Behinderung hat, und das Kind zu Beginn des Veranlagungsjahres noch unter 16 ist;
     
  • wenn das Kind in einer öffentlichen oder privaten institutionellen Kinder­be­treu­ungs­ein­richtung (z.B. Kindergarten, Hort, Halb- oder Vollinternat), die den landesgesetzlichen Vorschriften über Kinder­be­treu­ungs­ein­richt­ung­en entspricht, oder von einer pädagogisch qualifizierten Person (z.B. ausgebildete Tagesmutter) betreut wird.

Geteilte Betreuungskosten

Wenn sich die Elternteile die Betreuungskosten für ein Kind teilen, können diese auch bei der ArbeitnehmerInnenveranlagung aufgeteilt werden und zwar in dem Verhältnis, in dem die Eltern die Kosten getragen haben. Ins­ge­samt können maximal 2.300 € pro Kind berücksichtigt werden.

Alleinerziehende haben die Möglichkeit, Kinderbetreuungskosten, die den Betrag von 2.300 € übersteigen oder für Kinder, die älter als 10 Jahre sind, als sonstige außergewöhnliche Belastungen mit Selbstbehalt geltend zu machen. Längstens sind die Kinderbetreuungskosten jedoch bis zum Ende der Schulpflicht absetzbar. Nähere Informationen zum Selbstbehalt finden Sie im Artikel Außergewöhnliche Belastungen.

Kinderbetreuungskosten bei Alleinerziehenden

Bis 2018 gilt: 

Bis zur Vollendung des 10. Lebensjahres (bzw. 16. Lebensjahres bei erheblicher Behinderung) sind Kinderbetreuungskosten bis 2.300 € pro Kind ohne Selbstbehalt absetzbar. Jene Betreuungskosten, die den Betrag von 2.300 € übersteigen oder für Kinder, die älter als 10 Jahre sind, können als sonstige außergewöhnliche Belastungen mit Selbstbehalt geltend gemacht werden. Längstens sind die Kinderbetreuungskosten jedoch bis zum Ende der Schulpflicht absetzbar. 

Ab 2019 gilt:

Auch wenn die Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten durch den Familienbonus ersetzt wurde, haben Alleinerziehende die Möglichkeit diese Ausgaben geltend zu machen. Ab der ArbeitnehmerInnenveranlagung 2019 ist der Gesamtbetrag als sonstige außergewöhnliche Belastung mit Selbstbehalt abschreibbar, und zwar bis zum Ende der Schulpflicht.

Nähere Informationen zum Selbstbehalt finden Sie im Artikel Außergewöhnliche Belastungen.

Tipp

Leben Sie vom anderen Elternteil getrennt und zahlen überwiegend die Kinderbetreuungskosten für Ihr Kind? Wenn das Kind das 10. Lebensjahr (bzw. 16. Lebensjahr) noch nicht vollendet hat und Sie im Jahr mehr als 1.000 € an Kinderbetreuungskosten haben, dann können Sie bis inklusive 2021 zumindest 90 % des Familienbonus beantragen. Nähere Informationen finden Sie unter diesem Link. 

Unterhaltsleistungen für im Ausland lebende Kinder

Wird für ein unterhaltsberechtigtes Kind, das sich ständig außerhalb des EU-Raumes, der Schweiz, Island, Liechtenstein oder Norwegen aufhält, Unterhalt bezahlt, können pro Monat 50 € oder der halbe Unterhalt berücksichtigt werden, der im jeweiligen Land angemessen ist.

Kosten für auswärtige Berufsausbildung eines Kindes

Sofern es im Umkreis Ihres Wohnortes keine entsprechende Aus­bild­ungs­möglich­keit gibt und Ihr Kind eine Schule, Universität oder Lehrstelle in einiger Entfernung besuchen muss, kann für jeden angefangenen Monat ein Freibetrag von 110 € monatlich geltend gemacht werden. Dauert die Ausbildung das ganze Kalenderjahr, ist der Freibetrag auch für die Ferienzeit abschreibbar. Dabei kommt es aber auf die Entfernung der Ausbildungsstätte vom Wohnort an:     

  • Den Freibetrag gibt es jedenfalls, wenn die Ausbildung mehr als 80 km vom Wohnort entfernt stattfindet.
  • Wenn Wohnort und Ausbildungsstätte weniger als 80 km voneinander ent­fernt sind, muss man für eine Wegstrecke mit dem schnellsten öffentlichen Verkehrsmittel nachweislich mehr als eine Stunde brauchen, oder die täg­liche Hin- und Rückfahrt ist nach dem Studienförderungsgesetz nicht zu­mut­bar.
  • Den Freibetrag gibt es auch für Schüler und Lehrlinge, die am Aus­bild­ungs­ort in einer Zweitunterkunft, z.B. einem Internat wohnen, sofern es im Um­kreis von 25 km keine entsprechende Ausbildungsmöglichkeit gibt.

Krankheitskosten für Kinder

Die Krankheitskosten für Kinder, die Sie bei der Arbeit­nehmer­Innen­ver­an­lag­ung berücksichtigen können, hängen vom Grad der Behinderung des Kindes ab:

  • Bei einer Behinderung bis 24 % können die tatsächlichen be­hinder­ungs­be­dingten Aufwendungen berücksichtigt werden. Diese Kosten wirken sich nur aber nur dann auf die Steuer aus, wenn sie den Selbstbehalt übersteigen.

  • Behinderung von 25 bis 49 %: Hier können ohne Selbst­be­halt die Krankheitskosten geltend gemacht werden, die unter „Außergewöhnliche Belastungen bei Behinderung“ beschrieben sind. Der pauschale Freibetrag aufgrund des Behinderungsgrades steht nicht zu, wenn Pflegegeld bezogen wird

  • Behinderung ab 50 %: Ab diesem Behinderungsgrad besteht Anspruch auf erhöhte Familienbeihilfe. In diesem Fall können entweder die tat­säch­lich­en Aufwendungen abzüglich des Pflegegeldes geltend gemacht werden oder ein Freibetrag von 262 € monatlich, bei dem das Pflegegeld gegenge­rechnet wird. Außerdem können Aufwendungen für Hilfsmittel, die Kosten für die Heilbehandlung und die Kosten für eine Sonder-, eine Pflegeschule oder für eine Behindertenwerkstätte von der Steuer abgeschrieben werden. 

Tipp

Nähere Infos zum Selbstbehalt finden Sie im Artikel Außergewöhnliche Belastungen.

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