Auch Junge zweifeln bereits an Arbeitsfähigkeit bis zur Pension

Knapp ein Drittel der Salzburger Arbeitnehmer:innen hält es aus gesundheitlichen Gründen für unwahrscheinlich, bis zum gesetzlichen Pensionsantrittsalter arbeitsfähig zu bleiben. Besonders auffällig: Die Sorgen beginnen bereits früh im Berufsleben.

Die Ergebnisse des Arbeitsklima Index 2025 zeigen, dass die langfristige Erhaltung der Arbeitsfähigkeit für viele Salzburger Beschäftigte eine Herausforderung darstellt. Insgesamt halten es 29 Prozent für (sehr) unwahrscheinlich, aus gesundheitlichen Gründen bis zum gesetzlichen Pensionsantrittsalter arbeiten zu können. Bei den über 45-Jährigen sind es 32 Prozent. Doch auch unter den unter 30-Jährigen zweifelt bereits mehr als ein Viertel (26 Prozent) daran, die eigene Arbeitsfähigkeit langfristig erhalten zu können.

Dabei fällt die Einschätzung der aktuellen Leistungsfähigkeit deutlich positiver aus: Mehr als 70 Prozent der unter 45-Jährigen bewerten diese als (sehr) gut. Bei den Beschäftigten ab 45 Jahren sind es 57 Prozent. Die Diskrepanz zwischen der gegenwärtigen Leistungsfähigkeit und den Erwartungen für die Zukunft deutet darauf hin, dass viele Arbeitnehmer:innen bereits heute Belastungen wahrnehmen, die ihre langfristige Gesundheit und Arbeitsfähigkeit gefährden könnten.

Junge Beschäftigte stehen besonders unter Druck

Auffällig ist, dass gerade Jüngere besonders häufig von Stress betroffen sind. 54 Prozent der unter 30-Jährigen erleben im Alltag (sehr) häufig Stress. Bei den 30- bis 44-Jährigen sind es 39 Prozent, bei den über 45-Jährigen 31 Prozent. Auch bei körperlichem und psychischem Arbeitsstress weisen junge Beschäftigte die höchsten Belastungswerte auf.

Hinzu kommen belastende Arbeitsbedingungen: 20 Prozent der unter 30-Jährigen fühlen sich stark durch Unterbrechungen ihrer Freizeit aufgrund beruflicher Verpflichtungen belastet. Auch psychisch aufreibende Arbeit, Schwierigkeiten beim Abschalten und Gereiztheit spielen eine große Rolle. Insgesamt berichten drei Viertel der jungen Beschäftigten von mäßigen bis starken Belastungen durch Depressivität und Entfremdung.

Gleichzeitig erleben junge Arbeitnehmer:innen vergleichsweise selten Sinn in ihrer Arbeit. Nur 15 Prozent empfinden ihre Erwerbsarbeit als sinnstiftend. Das weist darauf hin, dass neben körperlichen und psychischen Anforderungen auch fehlende Gestaltungsmöglichkeiten, Anerkennung und berufliche Perspektiven die Arbeitsfähigkeit beeinflussen.

Gesunde Arbeitsbedingungen statt bloßer Anreize

Die Ergebnisse machen deutlich, dass Maßnahmen zur Erhaltung der Arbeitsfähigkeit nicht erst im höheren Erwerbsalter ansetzen dürfen. Entscheidend sind gute Arbeitsbedingungen über das gesamte Berufsleben hinweg. Dazu gehören eine realistische Arbeitsbelastung, ausreichende Erholungszeiten, Mitsprachemöglichkeiten und eine Arbeitsorganisation, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit langfristig erhält.

Wer möchte, dass Menschen länger im Erwerbsleben bleiben können, muss vor allem dafür sorgen, dass Beschäftigte unter gesunden und alternsgerechten Bedingungen arbeiten können.

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