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Gesunde Bildschirmarbeit

Das Arbeiten am Bildschirm gehört für immer mehr ArbeitnehmerInnen zum Alltag. Stundenlange Arbeit am PC oder anderweitigen Bildschirmen scheint auf den ersten Blick harmlos, gilt im Gegensatz zu offensichtlich körperlich anstrengenden Arbeitstätigkeiten als leichte (körperliche) Arbeit.

Durch falsche Gestaltung des Arbeitsplatzes, unpassende Einstellungen des Bildschirmgerätes, fehlende Beleuchtung oder Vernachlässigung von Pausen kann es zu gesundheitlichen Beschwerden kommen. Diese betreffen nicht nur, wie häufig angenommen, das Sehvermögen bzw. die Sehstärke.

So zutreffend die Feststellung über Augenbelastung ist, so sehr stellt sie auch eine Verkürzung bzw. Verharmlosung der möglichen Belastungen dar. Selbstverständlich werden die Augen durch Bildschirmarbeit stark beansprucht, zugleich werden aber Körper und Psyche in hohem Maße belastet, so dass die gesundheitlichen Folgen fast alle Bereiche der menschlichen Physis und das mentale Wohlbefinden betreffen. Dazu zählen:

  • Muskel- und Skeletterkrankungen
  • Belastungen des Herz-Kreislauf-Systems
  • Beeinträchtigungen der Augen bzw. des Sehvermögens
  • Häufung von Konzentrationsstörungen
  • psychosomatische Beschwerden

Bildschirmarbeit beansprucht Auge, Körper und Psyche, also den ganzen Menschen, und stellt somit ein umfassendes Belastungspotential dar.

Bildschirmarbeit ist von drei Belastungsmerkmalen gekennzeichnet: Zum einen von der Monotonie der Tätigkeit, zum anderen durch eine hohe Leistungsdichte und drittens durch die Minimierung von Kraft- und Wegeaufwand, wodurch Bewegungsmangel und eine Vereinseitigung der Beanspruchung entsteht. Aus diesem Grund dominieren heute Muskel-Skelett-Erkrankungen, die früher fast ausschließlich bei Berufen mit schwerster körperlicher Belastung auftraten (z. B. Maurer, Bauarbeiter). Durch Monotonie und Leistungsdichte können ArbeitnehmerInnen physisch und psychisch stark belastet werden. Zu den gesundheitlichen Folgen zählen unter anderen:

  • Schlafstörungen
  • innere Unruhe
  • Magenbeschwerden
  • Erschöpfung
  • Depression
  • Erholungsunfähigkeit

Bildschirmarbeit muss hinsichtlich körperlicher und psychischer Belastungen ernst genommen werden!

Maßnahmen für einen gesunden Bildschirmarbeitsplatz

Grundlage zur Gestaltung eines gesunden Bildschirmarbeitsplatzes stellt die Evaluation, also die für jeden Arbeitgeber / jede Arbeitgeberin verpflichtende Gefahrenermittlung und -beurteilung dar. Im Rahmen dieser Evaluierung müssen Maßnahmen gegen bestehende Belastungen und Gesundheitsgefahren festgelegt werden.

Stuhl, Tisch und Monitor „richtig“ einstellen

Ausschlaggebend für einen ergonomisch gestalteten Arbeitsplatz ist die Anpassung des Arbeitsstuhles (und des Tisches) an die ArbeitnehmerInnen. ArbeitsmedizinerInnen und Sicherheitsfachkräfte können hier zur Beratung herangezogen werden. Grundsätzlich gilt, dass Arbeitsstühle die Bewegungsfreiheit nicht einschränken dürfen und so ausgeführt sein müssen, dass eine ergonomisch günstige Sitzposition eingenommen werden kann.

Überprüfen Sie die Einstellung von Stuhl, Tisch, und Monitor sowie Ihre Sitzhaltung. Stellen Sie zuerst die Höhe des Schreibtischstuhls so ein, dass der Ober-, und Unterschenkel einen rechten Winkel bilden. Verwenden Sie die Wipp-Funktion Ihrer Sessellehne um ein „dynamisches Sitzen“ zu ermöglichen. Winkeln Sie nun Ihre Unterarme so ab, dass zum Oberarm ein rechter Winkel entsteht. Sollten Armstützen vorhanden sein, stellen Sie diese nun auf die eingenommene Position der Unterarme ein. Zum Abschluss muss nun der Tisch auf die Höhe der Armstützen eingestellt werden. Sie sollten mit flach aufliegenden Handballen auf der Tastatur arbeiten können. Bildschirmarbeit ist besonders belastend für die Augen. Stellen Sie sich Ihren Bildschirm so ein, dass Ihr Blick geradeaus genau auf die Oberkante des Bildschirms trifft.

Blickrichtung parallel zur Fensterfront

Das Bildschirmgerät sollte so aufgestellt werden, dass die Blickrichtung parallel zur Fensterfront erfolgt. So vermeiden Sie Spiegelungen im Bildschirm, die Ihre Augen zusätzlich belasten. Auch Lichtquellen sollten parallel zur Blickrichtung zum Bildschirm montiert werden. Am besten ist eine natürliche Belichtung durch Fenster. Das Bildschirmgerät sollte jedoch nicht in unmittelbarer Nähe dieser Lichteintrittsflächen aufgestellt werden, weil das helle Tageslicht die Anpassung der Augen an das dunklere Bildschirmgerät erschwert.

Vermeiden Sie generell zu starke Kontraste zwischen der Arbeitsumgebung und dem Monitor. Als optimale Beleuchtungsstärke an einem Bildschirmarbeitsplatz gilt die Beleuchtungsstärke von 500 Lux. Ihr Arbeitsplatz sollte mit einer gleichmäßigen und farbneutralen Beleuchtung ausgestattet sein. Ist aus räumlichen Gegebenheiten die „ideale“ Aufstellung des Bildschirmgerätes nicht möglich, müssen durch andere geeignete Maßnahmen Blendwirkungen und Spiegelungen vermieden werden. Auch Jalousien an den Fenstern und Stellwände im Arbeitsraum können zum Einsatz kommen.

TIPP

Vor Beginn ihrer Arbeit sollten sich ArbeitnehmerInnen im Zuge der Arbeitsplatzevaluierung von ArbeitsmedizinerIn und/oder von der Sicherheitsfachkraft zum Thema Arbeits(platz)gestaltung und richtige Körperhaltung beraten lassen.

 

Belastung der Augen reduzieren

Untersuchungen zeigen, dass bei achtstündiger Bildschirmarbeit, je nach Arbeitsaufgabe zwischen 12.000 und 33.000 Kopf- und Blickbewegungen und 4.000 bis 17.000 Pupillenreaktionen pro Arbeitstag geleistet werden. Nach heutigem Stand des medizinischen Wissens nehmen gesunde Augen dadurch keinen dauernden Schaden. Unbestritten ist aber die hohe Belastung der Augen. Bereits eine leichte, vorübergehende Verminderung der Sehleistung, wie sie bei längerer Bildschirmarbeit häufig auftritt, kann Augenbeschwerden hervorrufen. Diese treten oftmals in Form von Augenzucken, Flimmern, Verschwimmen von Buchstaben, Augenbrennen, Druckgefühl im Bereich der Augen oder Kopfschmerzen auf. Optimale Sehbedingungen, welche auch die Beleuchtung und Belichtung des Arbeitsplatzes miteinschließen sind deshalb bei der Bildschirmarbeit von besonderer Wichtigkeit.

Beachten Sie außerdem, dass Ihnen (sofern Sie täglich mindestens 2 Stunden ununterbrochene Bildschirmarbeit leisten) nach jeweils 50 Minuten ununterbrochene Bildschirmarbeit gesetzlich eine (bezahlte) Pause von 10 Minuten zusteht!

Nützen Sie diese Pausen zur Erholung! 

TIPP

Vermeiden Sie längeres Lesen elektronisch erfasster Texte direkt am Bildschirmgerät. Mit der Zeit erschlafft die Augenmuskulatur und beeinträchtigt das Sehvermögen. Abhilfe schafft das Ausdrucken und das Lesen auf dem Papier. Auch der Einsatz von Flachbildschirmen (TFT-Technik) mit ausreichender Bilddiagonale oder Bildschirmgeräte mit Gütesiegeln helfen die Augenbelastung zu reduzieren.  

 

Bildschirmbrille

Wenn Sie bei der Bildschirmarbeit Sehprobleme haben, lassen Sie sich vom Augenfacharzt untersuchen – vielleicht benötigen Sie eine Bildschimbrille.

Augenübungen bei Bildschirmarbeit

Gönnen Sie Ihren Augen immer wieder mal kurze Entspannungspausen. Wir haben nachstehend einige Tipps für Sie zusammen gestellt.

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