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Arbeiten bei Kälte: Gesundheit darf nicht leiden

Prinzipiell gilt: Es gelten zwar Mindesttemperaturen für Arbeitsräume, für Arbeiten im Freien gibt es aber keine Untergrenzen. Auch bei minus 20 Grad Celsius und eisigem Nordwind gibt es also kein Recht, der Arbeit fern zu bleiben. 

Arbeitgeber/-innen sind jedoch verpflichtet, auch in diesem Fall für die Gesundheit und die Sicherheit der Beschäftigten zu sorgen. Die Kosten, die dabei entstehen, dürfen auf keinen Fall zu Lasten der Arbeitnehmer/-innen gehen. 

Die Gesundheit der Beschäftigten steht in engem Zusammenhang mit optimalen klimatischen Bedingungen am Arbeitsplatz. Abweichungen davon können zu einer Minderung der Leistungsfähigkeit, zu Unzufriedenheit und zu einer möglichen Gefährdung der Sicherheit und Gesundheit führen.

Wie warm oder kalt darf es in Arbeitsräumen sein?

In Arbeitsräumen ist dafür zu sorgen, dass die Lufttemperatur

  • bei geringer körperlicher Belastung (etwa bei Büroarbeit) zwischen 19 und 25 °C,
  • bei normaler körperlicher Belastung (unter anderem bei stehender Tätigkeit, im Verkauf) zwischen 18 und 24 °C
  • und bei Arbeiten mit hoher körperlicher Belastung (zum Beispiel bei Lagerarbeiten)  mindestens 12 °C beträgt.

Kälte nur wenn notwendig

Nur wenn es die Produktion verlangt, darf es wärmer oder kälter sein. Solche Arbeitsplätze findet man zum Beispiel bei der Herstellung, dem Transport oder dem Verkauf von Nahrungsmitteln. 

In diesem Fall muss durch technische oder organisatorische Maßnahmen (unter anderem durch entsprechende Abschirmung und Aufwärmzeiten) dafür gesorgt werden, dass die Beschäftigten vor unzuträglichen raumklimatischen Einwirkungen geschützt sind. 

Die Dauer der Aufwärmphasen sind in der Norm DIN 33403, Teil 5 festgelegt.

Keine Untergrenze für Arbeit im Freien

Der Arbeitgeber muss auf eigene Kosten geeignete Kälte- und Wetterschutzkleidung zur Verfügung stellen sowie durch organisatorische Maßnahmen ( wie zusätzliche Pausen als Aufwärmzeiten oder Anbieten heißer Getränke) sicherstellen, dass die Belastungen durch Kälte so gering wie möglich ausfallen. 

Ausdrückliche Temperaturuntergrenzen gibt es lediglich für Verkaufsstände im Freien, die in organisatorischem und räumlichen Zusammenhang mit Verkaufsläden oder sonstigen Betriebsgebäuden stehen. Dort dürfen Arbeitnehmer/-innen nur beschäftigt werden, wenn die Temperatur mindestens 16 °C beträgt. 

Auf anderen Verkaufsständen im Freien (unter anderem bei Adventmärkten) muss lediglich für einen ausreichenden Schutz gegen Witterungseinflüsse gesorgt werden. 

Beschäftigte am Bau haben aufgrund der Bestimmungen im Schlechtwetterenschädigungsgesetz die Möglichkeit, während bestimmter extremer Witterungsbedingungen die Arbeit kurzfristig niederzulegen (der sogenannte „Sechziger“). 

So kann der Arbeitgeber helfen

Technische und organisatorische Maßnahmen zum Schutz gegen Kälte

  •  Rampen zur Be- und Entladung sollten mit einem möglichst klimadichten Anschluss an Lastkraftwagen ausgestattet sein.
  • Fahrerkabinen und/oder Sitze bei Gabelstaplern, Baufahrzeugen usw. sollten beheizbar sein.
  • An ortsfesten Arbeitsplätzen schützen wärmeisolierende Matten vor Bodenkälte.
  • Die Beschäftigten müssen die Gelegenheit haben, bei Kälte die Arbeit zu unterbrechen und sich einige Zeit in einem wärmeren Bereich aufzuhalten. Die genauen Aufwärmzeiten sind in der Norm DIN 33403, Teil 5 festgelegt.
  • Werden auf einer Baustelle mehr als fünf Arbeitnehmer/-innen beschäftigt und beträgt die voraussichtliche Arbeitsdauer mehr als eine Woche, muss ein Aufenthaltsraum / Container zum Aufwärmen bereitgestellt werden. Die Raumtemperatur muss mindestens 21 Grad Celsius erreichen.
  • Zum Aufwärmen sollen warme Getränke zur Verfügung gestellt werden.

Unternehmen müssen passende Kleidung stellen

Für alle Beschäftigten, die Kälte ausgesetzt sind, muss Wetter- und Kälteschutzkleidung (unter anderem Jacken, Schuhe, Handschuhe, Ohren- und Kopfschutz) zur Verfügung gestellt werden. 

Die Kleidung muss den gesetzlichen Bestimmungen und Normen entsprechen. Die Kleidung muss atmungsaktiv und bei schlechten Sichtverhältnissen mit Reflektoren ausgestattet sein.  Die persönliche Schutzausrüstung ist zu erneuern, wenn sie abgetragen ist, nicht mehr zu reinigen ist oder aus einem sonstigen Grund den Schutzzweck nicht mehr erfüllt. 

Sämtliche Kosten müssen vom Betrieb übernommen werden.

Betriebsrat und SVP helfen weiter

Erste Anlaufstelle für Fragen zu den Schutzmaßnahmen sind Sicherheitsvertrauenspersonen (SVP) und / oder Betriebsrat.  Wenden Sie sich an diese Personen und ersuchen Sie um Unterstützung!

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