Nachhilfeunterricht
Nachhilfeunterricht © andreaobzerova, stock.adobe.com
18.8.2026

Jede:r Zweite braucht Nachhilfe

43 Prozent der Salzburger Schüler:innen haben im Jahr 2025 Nachhilfe bekommen oder hätten sie gebraucht. Eltern geben dafür rund 11 Millionen Euro jährlich aus. Deshalb fordern wir mehr Ressourcen für individuelle Förderung und flächendeckende, kostenlose Ganztagsschulen in verschränkter Form.

Der Nachhilfebedarf unter Salzburgs Schüler:innen bleibt hoch. Das zeigt unser aktueller Nachhilfemonitor. 43 Prozent der Schüler:innen (29.000) haben Nachhilfe in Anspruch genommen oder hätten Bedarf an bezahlter Nachhilfe gehabt. Damit ist Nachhilfe längst keine Ausnahme mehr, sondern für viele Familien Teil des Schulalltags.

Nachhilfe mittlerweile Normalität

Vier von zehn Salzburger Schüler:innen hatten im vergangenen Jahr irgendeine Form von Nachhilfe – derselbe Wert wie 2025. Österreichweit liegt dieser Anteil 2026 bei 32 Prozent. Bezahlte Nachhilfe nahmen in Salzburg 25 Prozent der Schüler:innen in Anspruch, gegenüber 19 Prozent österreichweit.

Besonders häufig wird in Mathematik nachgeholfen: Unter jenen, die Nachhilfe in Anspruch nehmen, ist Mathematik mit einem Anteil von 67 Prozent das mit Abstand „beliebteste“ Fach. Es folgen Deutsch (30 Prozent) und Fremdsprachen (19 Prozent).

Nachhilfe immer öfter anlassbezogen

Nachhilfe wird in Salzburg nicht nur kurzfristig vor Prüfungen genutzt. 37 Prozent der Schüler:innen nehmen regelmäßig während des Schuljahres Nachhilfe in Anspruch. 35 Prozent tun dies vor Schularbeiten oder Tests. Besonders deutlich gestiegen ist der Anteil jener, die vor Entscheidungsprüfungen Nachhilfe erhalten: von 17 Prozent im Vorjahr auf 26 Prozent.

Bildung darf nicht vom Geldbörsel abhängen

Wir sagen: „Ein Kind darf nicht schlechtere Chancen haben, nur weil seine Eltern kein Geld für Nachhilfe ausgeben können. Bildung ist ein Recht und keine Frage der Brieftasche.“ Deshalb brauchen wir eine Schule, die Unterschiede ausgleicht, statt sie zu verstärken.

Dazu gehört unter anderem:

  • Treffsichere Schulfinanzierung ausbauen: Der Chancenbonus muss österreichweit rasch umgesetzt und eine treffsichere Schulfinanzierung ausgerollt werden. Mittelfristig braucht es dafür rund 400 Millionen Euro statt der bisher geplanten 65 Millionen Euro, um Schulen mit besonderen Herausforderungen ausreichend Ressourcen für individuelle Förderung zur Verfügung zu stellen.
  • Mehr Personal und Zeit für individuelle Förderung: Kinder müssen die Möglichkeit haben, Lernstoff in der Schule zu verstehen, zu üben und zu festigen – unabhängig davon, ob ihre Eltern private Nachhilfe finanzieren können.
  • Flächendeckend beitragsfreie Ganztagsschulen in verschränkter Form: Ganztägige Schulformen müssen allen Kindern offenstehen und hochwertige Lern- und Förderangebote bieten.

 

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