Einsparungen in der Elementarbildung sind der falsche Weg

Die Analyse der elementaren Kinderbildungseinrichtungen in Salzburg deckte einige Lücken auf. Obwohl bei den unter 3-Jährigen vor mittlerweile 15 Jahren eine Besuchsquote von 33 Prozent festgelegt wurde, wird dieses sogenannte Barcelona-Ziel mit 30,7 Prozent in institutionellen Bildungs- und Betreuungseinrichtungen weiterhin verfehlt. In Sachen Vereinbarkeit von Beruf und Familie hat sich die Situation sogar verschlechtert. Aktuell bieten nur noch 33,5 Prozent der Einrichtungen die Möglichkeit, Familie und Beruf optimal unter einen Hut zu bringen. Im Jahresvergleich ist das ein Minus von 4 Prozentpunkten. Gleichzeitig schließen wieder mehr Kindergärten im Sommer ihre Pforten.

Anstatt nun hier entgegenzusteuern, sollen in dem Bereich sogar weitreichende Einsparungen vorgenommen werden. Die angekündigten Sparmaßnahmen haben zur Folge, dass die Elternbeiträge deutlich steigen. Bereits jetzt sind diese insbesondere im Bereich der unter 3-Jährigen sehr hoch. Der Zugang zu hochwertiger Elementarbildung muss jedoch allen Kindern offenstehen. Bei allen Budgetsorgen der öffentlichen Hand darf auf die Kleinsten nicht vergessen werden. Nur eine gute frühkindliche Bildung für alle kann der sozialen Vererbung von Bildungsdefiziten entgegenwirken. Es ist ungerecht, wenn bereits im Kleinkindalter fehlende Bildungsangebote über spätere Lebenswege entscheiden.

Besonders besorgniserregend ist die Ankündigung, beim Ausbau des Angebots zurückzuschrauben. Ein unzureichendes Kinderbildungsangebot wirkt sich nicht nur negativ auf die Chancengerechtigkeit aus, sondern drängt insbesondere Frauen in veraltete Rollenbilder. In vielen ländlichen Regionen sind Arbeitnehmerinnen angesichts der schlechten Rahmenbedingungen bereits aktuell gezwungen, aus dem Beruf auszusteigen oder die Arbeitszeit zu reduzieren. Das hat negative Auswirkungen auf die weitere Berufslaufbahn, bedeutet Einkommensverluste für die Familien, eine höhere Armutsgefährdung und letztlich eine mangelnde eigenständige Pensionsabsicherung.

Für mehr Fairness und Bildungsgerechtigkeit bedarf es Investitionen anstatt Sparmaßnahmen. Es müssen elementare Bildungseinrichtungen und Ganztagesschulen rasch und qualitätsvoll ausgebaut werden. Nur durch ein bedarfsgerechtes Angebot kann echte Wahlfreiheit ermöglicht werden. Gleichzeitig braucht es eine nachhaltige Personaloffensive, damit alle vorhandenen Plätze vergeben werden können. Die Arbeitsbedingungen müssen verbessert werden, damit die Beschäftigten auch in der Branche bleiben. Ziel muss es sein, dass alle Kinder (auch die unter 3-Jährigen) einen Rechtsanspruch auf einen kostenlosen, ganztägigen und ganzjährigen Kinderbildungs- und -betreuungsplatz haben.

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