Einkommensberichte endlich Pflicht: Wichtiger Schritt zu mehr Gerechtigkeit

Seit März diesen Jahres sind Betriebe mit mehr als 150 Beschäftigten verpflichtet, alle zwei Jahre die Löhne und Gehälter ihrer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer offen zu legen. Mit der zugrunde liegenden Novelle des Gleichbehandlungsgesetzes wird eine langjährige Forderung der Arbeitkammer umgesetzt. Ziel ist es, letztlich die ungerechte Einkommensschere zwischen Männern und Frauen zu schließen – der Einkommensbericht sorgt für Transparenz und ist so ein erster wichtiger Schritt dahin.

In einem Stufenplan werden zunächst die Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten verpflichtet, bis 31. Juli 2011 den Einkommensbericht zu legen; 2012 folgen die mit mehr als 500 Beschäftigten, 2013 die mit mehr als 250 und 2014 die Unternehmen mit mehr als 150 Beschäftigten.

Betriebsrat kann klagen

Der Einkommensbericht ist dem ZBR (Zentralbetriebsrat) vorzulegen. In Firmen ohne Betriebsrat oder Betriebsrätin muss der Bericht in einem für alle Beschäftigten zugänglichen Raum aufgelegt werden. Betriebsräte können – falls notwendig – den Einkommensbericht auch gerichtlich einklagen; dieses Recht verjährt allerdings nach drei Jahren.

Pflicht zur Verschwiegenheit

Die Daten des Einkommensberichtes dürfen zwar intern diskutiert, nicht aber an Personen außerhalb des Unternehmens weitergegeben werden – es gilt die Verschwiegenheitspflicht. Ausnahme: Da ein Betriebsrat ebenso wie Arbeiterkammer und Gewerkschaft ohnehin der Verschwiegenheitspflicht unterliegen, ist diese durch eine Beratung oder Rechtsauskunft hier nicht verletzt.

Wer hilft bei der Analyse?

Es ist gesetzlich genau geregelt, was im Einkommensbericht stehen muss. Auch stellt sich bei der Analyse des Berichtes die Frage, wie mit einem eventuell vorhandenen Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männern umzugehen ist – nicht jeder Einkommensunterschied ist automatisch eine Diskriminierung. Hier helfen die Expertinnen und Experten von AK und ÖGB gerne weiter.

Tipp: Frauenförderplan

Sind Frauen in einem Unternehmen überproportional in unteren Verwendungsgruppen eingereiht, während Männer überdurchschnittlich Führungspositionen einnehmen, empfiehlt sich der Abschluss eines Frauenförderplans.

Info

Wenden Sie sich nach Erhalts des Einkommensberichtes an die Arbeiterkammer oder die Gewerkschaft, um den Bericht gemeinsam zu analysieren!

  • AK Salzburg, Frauenreferat: Mag. Dr. Stephanie Posch, Telefon 0662-8687-410, E-Mail stephanie.posch@ak-salzburg.at
  • ÖGB Salzburg, Frauensekretariat: Gabi Proschofski, Telefon 0662-881646-228, E-Mail gabi.proschofski@oegb.at
  • Info-Folder Antworten auf die wichtigsten Fragen gibt auch der AK-ÖGB-Folder „Die Einkommensberichte kommen“: siehe Info-Box.
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