07.09.2026

Eder: Gute Ansätze, aber viele Lücken

Die Arbeiterkammer Salzburg begrüßt die im Rahmen der Pflegeplattform III entstandenen und heute von der Landesregierung vorgestellten Maßnahmen grundsätzlich. Aspekte, für die sich AK und ÖGB in der Vergangenheit vehement eingesetzt haben, wie etwa Pflegenotdienst, Expertenpools, der Ausbau der Kurzzeitpflege und zusätzliche Ausbildungsangebote seien wichtige Schritte. Trotzdem bleiben zahlreiche Lücken bestehen, etwa Maßnahmen zur Attraktivierung der Langzeitpflege, die Abbildung von Pflegefachassistenz im Gemeinderecht oder der Bereich Teilhabe, der bei der heutigen Maßnahmenpräsentation nahezu unerwähnt blieb. AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder: „Gute Ansätze sind das eine, konkrete Angaben zu Zeitplan und budgetärer Verankerung fehlen uns aber über weite Strecken.“

„Besser spät als gar nicht“, kommentiert AK-Präsident Peter Eder die von der Salzburger Landesregierung heute vorgestellten Maßnahmen, die dem Pflegenotstand entgegenwirken sollen, „es ist gut, dass das Land Geld in die Hand nimmt und langjährige Forderungen der AK erfüllt. Aber bei vielen entscheidenden Fragen bleibt die Landesregierung Antworten schuldig.“

So plant man trägerübergreifende Expert:innen die auch kleineren Einrichtungen zur Verfügung stehen. Dabei fällt auf, dass nur von der Senior:innenenpflege die Rede war. „Gerade die Einrichtungen der Teilhabe brauchen flächendeckend diplomiertes Pflegepersonal“, so AK-Experte Norbert Piberger. „Die kleinstrukturierten Einrichtungen haben oft nicht die Möglichkeit entsprechende Fachexpert:innen anzustellen.“

Wichtig ist in dem Zusammenhang auch die lange fällige Einführung eines landesfinanzierten Masterstudiums für Geriatrische Pflege. Weiters sind auch spezielle Ausbildungen und Höherqualifizierungsmöglichkeiten notwendig – sowohl für klassisch ausgebildete DGKP als auch Bachelorabsolvent:innen. Die Kosten dürfen nicht zu Lasten der Berufsangehörigen gehen.

Langzeitpflege muss attraktiver werden

Außerdem fehlen weiterhin Maßnahmen, um die Langzeitpflege als Arbeitsplatz attraktiver zu machen. Notwendig seien mehr Personal, eine bessere Personalausstattung, weniger Arbeitsverdichtung, verlässliche Dienstpläne sowie bessere und planbare Arbeitszeitmodelle. Auch die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben müsse verbessert werden.

Fragezeichen hinter Personaleinsatz für extramurale Pflege

Kritisch sieht die AK zudem, dass die dringend notwendigen Kriterien zum Personaleinsatz für den extramuralen Bereich nicht mehr erwähnt wurden. Gleichzeitig brauche es zentrale DGKP-Dienste, die – gegebenenfalls über 1450 – die stationäre und mobile extramurale Pflege insbesondere zu Tagesrandzeiten und im Nachtdienst entlasten.

„Wenn wir die Langzeitpflege stärken wollen, müssen wir auch dafür sorgen, dass die Beschäftigten dort nicht permanent am Limit arbeiten. Verbindliche Vorgaben zum Personaleinsatz sind dafür eine zentrale Voraussetzung“, so AK-Pflegeexperte Norbert Piberger. „Ein wichtiges Thema ist dabei die Verfügbarkeit des gehobenen Dienstes“

Auch bei den Datengrundlagen sieht die AK Handlungsbedarf. Es brauche bessere und aktuellere Daten über hochaltrige Menschen und Pflegegeldbezieher:innen, um den tatsächlichen Bedarf an Pflege- und Unterstützungsleistungen verlässlich planen zu können.

Transparenter Zeitplan und spezialisierte Angebote gefordert

Offen bleibt für die AK außerdem, wann welche Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden. „Wir brauchen einen transparenten Zeitplan mit klaren Zielen und Zuständigkeiten. Gerade bei den Acute Community Nurses sind die bisher genannten Zeitperspektiven wenig ambitioniert“, kritisiert Eder.

Darüber hinaus vermisst die AK konkrete Antworten auf die Frage der spezialisierten Versorgung. Auch das Thema Teilhabe sei in den präsentierten Maßnahmen praktisch nicht vorgekommen.

Die Pflegeplattform III sei daher ein Schritt in die richtige Richtung, dürfe aber nicht das Ende der Diskussion sein. Eder abschließend: „Wir begrüßen, was auf den Tisch gelegt wurde. Aber jetzt muss nachgebessert werden – bei den Arbeitsbedingungen, beim Personal, bei den Daten und bei der konkreten Umsetzung. Gute Pflege braucht mehr als gute Absichten.“

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