Nach Preisanstieg fordert AK Preisdeckel für Pellets
Die andauernden internationalen Konflikte dürften sich erneut auf den heimischen Pelletsmarkt auswirken. Wie die langfristige Preisaufzeichnung der AK Salzburg zeigt, liegt der Pelletspreis seit einigen Wochen um rund 30 Prozent über jenen des Vorjahres. „Es gibt keine nachvollziehbaren Gründe für diesen enormen Preisanstieg. Der heimische Rohstoff ist weiterhin in ausreichender Menge vorhanden. Die Anbieter:innen nutzen lediglich ihre Marktmacht, um ihre Gewinne auf Kosten der Konsument:innen zu maximieren“, sagt AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder. Von der Bundespolitik fordert er einen Preisdeckel für Pellets und Exportkontrollen.Obwohl Pelletspreise grundsätzlich unabhängig von anderen Energieträgern sind, wirkt sich die aktuelle Energiekrise erneut massiv auf die Preise aus. Ohne nachvollziehbaren Grund sind die Preise im Jahresvergleich um rund 30 Prozent angestiegen. Ein Ende der Fahnenstange scheint noch nicht erreicht. So hat ProPellets Austria in einem E-Mail an die Konsumentenschützer:innen der Arbeiterkammer vor weiteren Preisanstiegen gewarnt und eine ehestmögliche Einlagerung empfohlen. „In dem Schreiben wird auch unverhohlen angekündigt, dass Mengen, die bis Oktober nicht abgefragt werden, in den Export gehen und somit dem österreichischen Markt fehlen würden. In Kombination mit einem möglicherweise langen und kalten Winter würde dies – wie der Pelletsverband weiter andeutet – unweigerlich zu weiteren Preissteigerungen führen“, sagt Eder.
2022 sind Pelletspreise und Gewinne explodiert
AK-Energieexperte Christian Laireiter erinnert sich an eine ähnliche Entwicklung im Jahr 2022. „Der Ausbruch des Ukrainekriegs wurde damals als Ausrede dafür verwendet, dass die Preise explodiert sind. Argumentiert wurde etwa damit, dass die Ukraine als Lieferant für den europäischen Markt ausgefallen sei und deshalb größere Teile der österreichischen Produktion in den Export gehen müssen. Im Nachhinein hat sich allerdings gezeigt, dass der Export stabil geblieben ist“, sagt Laireiter. Die AK hat zudem die Bilanzzahlen der Pelletsproduzent:innen fürs Jahr 2022 analysiert. Daraus ist ersichtlich, dass die Branche den Konsument:innen nicht etwa überproportional gestiegene Produktionskosten weiterverrechnen musste. Vielmehr war es die Verdreifachung der Gewinne, die zu einer Pelletspreissteigerung bis zum Dreifachen geführt hat.
Marktmacht darf nicht missbraucht werden
AK-Präsident Eder fordert die Pelletsproduzent:innen auf, ihre Marktmacht nicht zur Gewinnmaximierung zu missbrauchen. Aus seiner Sicht erhärtet sich der Verdacht, dass die Branche die hohen Preise, die auf dem benachbarten italienischen Markt schon seit vielen Jahren zu erzielen sind, nun auch auf die österreichischen Haushalte ausgerollt werden sollen.
„Jahrelang sind hohe öffentliche Förderungen in Millionenhöhe direkt und indirekt in die Branche geflossen. Es darf jetzt nicht sein, dass die heimischen Konsument:innen als finanzielle Melkkühe missbraucht werden“, sagt Eder.