AK/ÖGB-Steuerlöscher holte für 12.000 Mitglieder insgesamt 17,3 Millionen Euro zurück
Arbeiterkammer und Gewerkschaftsbund ziehen positive Bilanz über die gemeinsame Steuerlöscher-Aktion. Rund 12.000 Mal konnten die Berater:innen bei der Arbeitnehmer:innenveranlagung weiterhelfen und insgesamt 17,3 Millionen Euro für die Mitglieder zurückholen. Im Schnitt wurde eine Gutschrift von rund 1.450 Euro pro Steuerausgleich erzielt. „Die Menschen wissen, dass sie sich bei ihrer Arbeitnehmer:innenveranlagung auf AK und ÖGB verlassen können. Das große Interesse an unserer Steuerlöscher-Aktion zeigt, wie wichtig eine kompetente und persönliche Beratung für unsere Mitglieder ist“, sagt AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder.
Insgesamt 11.991 Mal haben die Expert:innen von AK und ÖGB ihre Mitglieder von März bis Mai bei der Durchführung der Arbeitnehmer:innenveranlagung unterstützt und dabei exakt 17,3 Millionen Euro bzw. durchschnittlich rund 1450 Euro zurückgeholt. Der Steuerlöscher machte dabei in den Bezirksstellen der Arbeiterkammer, im Hotel Bad Hofgastein sowie in zahlreichen betriebsrätlich organisierten Betrieben Station. Gut gebucht war auch heuer wieder der telefonische Steuerlöscher, mit dem der Steuerausgleich von zu Hause aus erledigt werden konnte.
„Das Steuerrecht wird immer komplizierter. Dennoch soll niemand auf eine zustehende Gutschrift verzichten. Wir sorgen dafür, dass unsere Mitglieder zu ihrem Recht und zu ihrem Geld kommen“, sagt AK-Präsident Peter Eder.
Gut angenommen wurden auch die informativen Erklärvideos, in denen leicht verständlich erklärt wird, welche Kosten unter welchen Positionen einzutragen sind. „Tausende Aufrufe zeigen, dass wir auch mit diesem zusätzlichen Angebot den Wünschen unserer Mitglieder entsprechen“, sagt AK-Steuerexperte André Flatscher.
Neuer Rekord: 19.400 Euro Gutschrift für junge Familie
Über eine besonders hohe Gutschrift durfte sich heuer eine 4-köpfige Familie freuen. Der Familienvater hatte in den vergangenen Jahren aus Unwissenheit keinen Steuerausgleich durchgeführt. Mit Hilfe der AK wurde dieser rückwirkend für 5 Jahre erledigt und dabei der volle Familienbonus Plus für 2 Kinder, der Alleinverdienerabsetzbetrag sowie berufsbedingte Ausgaben geltend gemacht. Dadurch ergab sich eine Gutschrift von 19.400 Euro.
ID Austria und 2FA erschweren Steuerausgleich
Seit 1. Oktober 2025 ist der Einstieg in Finanzonline nur noch mit ID Austria oder alternativ mit einer 2-Faktor-Authentifizierung möglich. Diese technische Hürde hat zahlreichen Steuerlöscher-Kund:innen Probleme bereitet und letztendlich die Arbeit der Expert:innen von AK und ÖGB erschwert. „Zahlreiche Mitglieder hätten aufgrund der strengeren Loginbedingungen keine Arbeitnehmer:innenveranlagung durchführen können und somit auch kein Geld erhalten. Wo es möglich war, haben wir gemeinsam mit den Kund:innen eine Authenticator-App installiert“, sagt Steuerexperte Flatscher. „In den allermeisten übrigen Fällen haben wir Papierformulare ausgefüllt. Heuer waren es so viele wie noch nie.“
Familienbonus Plus bleibt Stolperfalle
Vorsicht ist geboten, wenn Beschäftigte den Steuerausgleich selbstständig erledigen. Wurde der Familienbonus Plus bereits über die monatliche Lohn- und Gehaltsabrechnung erstattet, muss dieser in der Veranlagung dennoch erneut geltend gemacht werden. Wird dieser nicht ausgewählt, geht das Finanzamt davon aus, dass der Absetzbetrag fälschlicherweise über den Betrieb ausbezahlt wurde und es kommt zu einer Nachforderung. Flatscher: „In solchen Fällen hilft die AK dabei, Rechtsmittel einzulegen. Es gelten jedoch bestimmte Fristen.“ Zusätzlich erschwert wird die steueroptimale Aufteilung des Familienbonus Plus künftig dadurch, dass aufgrund einer mit 1.1.2027 in Kraft tretenden Gesetzesänderung bei Kindern ab 4 Jahren die Möglichkeit entfällt, den Bonus zu 100 Prozent bei einem Elternteil geltend zu machen. Bis auf wenige Ausnahmen ist dann zumindest ein Viertel des Familienbonus für den zweiten Elternteil reserviert. „Die Regierung will damit Anreize für den Wiedereinstieg bzw. die Aufstockung der Arbeitszeit setzen. In der Praxis wird der volle Familienbonus von 2000 Euro pro Kind vor allem für Familien mit mehreren Kindern dadurch aber noch schwerer erreichbar. Zudem gibt es in Salzburg noch immer zu wenig Kinderbetreuungsplätze, um die entsprechende Betreuung von Kindern ab 4 Jahren sicherzustellen“, gibt Flatscher zu bedenken.