11.08.2026

Jugendmonitor 2025: Fachkräftemangel beginnt bei fehlenden Lehrstellen

Der aktuelle Jugendmonitor der AK Salzburg zeigt: Junge Menschen stehen vor großen Herausforderungen. Das sind vor allem die Situation am Lehrstellenmarkt, die steigende Jugendarbeitslosigkeit und gesundheitliche Belastungen. „Wer den Fachkräftemangel ernsthaft bekämpfen will, muss bei der Ausbildung ansetzen. Die Betriebe tragen Verantwortung, ausreichend qualitätsvolle Lehrstellen anzubieten und in ihre künftigen Fachkräfte zu investieren. Gute Ausbildung ist eine gemeinsame Aufgabe von Wirtschaft, Politik und Sozialpartnern“, betont AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder anlässlich des morgigen „Tags der Jugend“.

17 Prozent der Salzburger:innen sind zwischen 15 und 29 Jahre alt, also knapp 95.000 „Junge“ leben im Bundesland Salzburg. Mit dem AK-Jugendmonitor macht die Salzburger Arbeiterkammer in regelmäßigen Abständen auf die Lebens- und Arbeitsumstände junger Menschen aufmerksam.

Obwohl statistisch mehr offene Lehrstellen als Lehrstellensuchende gemeldet sind, finden viele Jugendliche keine passende Ausbildungsstelle. Gleichzeitig ist die Zahl der Lehrlinge in unserem Bundesland im Vergleich zum Vorjahr um 275 auf 7.545 gesunken (-3,52 Prozent), auch die Zahl der Ausbildungsbetriebe in Salzburg ist in den letzten 10 Jahren um mehr als 20 Prozent zurückgegangen.

Die AK fordert daher ein Maßnahmenpaket zur Stärkung der Lehrausbildung. Also mehr Lehrstellen im öffentlichen Bereich, eine höhere Ausbildungsbeteiligung der Betriebe durch eine Ausbildungsumlage sowie eine monatliche Ausbildungsbeihilfe von 200 Euro für Lehrlinge aus einkommensschwachen Familien.

Berufswahl weiterhin traditionell

Der Jugendmonitor zeigt außerdem, dass sich die Lehrberufswahl weiterhin auf wenige Berufe konzentriert und nach wie vor stark von traditionellen Geschlechterrollen geprägt ist. Während junge Frauen überwiegend kaufmännische oder Schönheits- und Dienstleistungsberufe wählen, entscheiden sich junge Männer häufiger für technische und handwerkliche Berufe. Diese Unterschiede wirken sich langfristig sowohl auf Einkommen und Karrierechancen, als auch auf die spätere Pension aus.

„Die Berufswahl darf nicht von überholten Rollenbildern bestimmt werden. Junge Menschen sollen jene Ausbildung wählen können, die ihren Interessen und Talenten entspricht – unabhängig vom Geschlecht“, stellt Trinh Nguyen von der Abteilung für Bildung, Jugend und Kultur klar.

Die AK fordert daher, einen stärkeren Fokus auf die Berufsorientierung zu legen und Informations- sowie Beratungsangebote auszubauen, um stereotype Rollenbilder frühzeitig abzubauen. Gleichzeitig sollen Mädchen und Burschen gezielt dabei unterstützt werden, auch Berufe zu wählen, in denen ihr Geschlecht bislang unterrepräsentiert ist.

Problem Jugendarbeitslosigkeit

Auch die Entwicklung am Arbeitsmarkt bereitet der AK Sorgen. 2025 waren im Jahresdurchschnitt 3.248 Personen unter 30 Jahren in Salzburg arbeitslos. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem deutlichen Anstieg von +236 Personen bzw. +7,8 Prozent.

Steigende Jugendarbeitslosigkeit erhöht das Risiko dauerhaft schlechterer Erwerbschancen und verursacht gleichzeitig hohe gesellschaftliche Folgekosten.

„Der Einstieg ins Berufsleben entscheidet oft über den weiteren Lebensweg. Wer schon am Beginn seiner Erwerbsbiografie arbeitslos wird, hat häufig auch später schlechtere Chancen. Deshalb braucht es gezielte Maßnahmen, die jungen Menschen einen erfolgreichen Start ins Berufsleben ermöglichen“, fordert AK-Expertin Nguyen.

Psyche von finanziellem Background der Eltern beeinflusst

Besonders alarmierend sind die Ergebnisse zur Gesundheit junger Menschen. Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass psychische Belastungen eng mit den sozialen Lebensbedingungen zusammenhängen. Junge Frauen und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien sind besonders häufig betroffen. 38 Prozent der Jugendlichen fühlen sich mehrmals pro Woche erschöpft, 59 Prozent berichten von zumindest gelegentlichen Gewalterfahrungen.

„Psychische Gesundheit ist kein Randthema, sondern eine zentrale Zukunftsfrage. Wer jungen Menschen Sicherheit und Perspektiven gibt, stärkt auch ihre Gesundheit. Wir dürfen nicht erst handeln, wenn Belastungen zu Erkrankungen werden“, erklärt AK-Präsident Peter Eder.

Die Salzburger Arbeiterkammer fordert daher ein umfassendes Maßnahmenpaket, u.a.:

  • Flächendeckenden Ausbau der psychosozialen Versorgung und der Sozialarbeit sowie einen niederschwelligen Zugang zu Psychotherapie als Kassenleistung.
  • Stärkere Sensibilisierung von Dienstgeber:innen für den Jugendschutz und Ausbau von Jugendvertrauensrät:innen in den Betrieben.

Für die Arbeiterkammer Salzburg zeigt der Jugendmonitor 2025 klar: Gute Ausbildung, ein gelingender Berufseinstieg und gesundheitliche Chancengleichheit sind wesentliche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft junger Menschen. Dafür braucht es das Engagement aller – von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen.

Der Jugendmonitor 2025 kann hier heruntergeladen werden.

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