Werbeversprechen von Fake-Klimageräten nicht mehr als heiße Luft
Die aktuelle Hitzewelle sorgt für eine starke Nachfrage nach Klimageräten. Genau das nutzen unseriöse Online-Anbieter aus: Im Internet und in sozialen Medien wird derzeit massiv für angeblich revolutionäre Kühlgeräte mit Weltraumtechnologie geworben, die Räume innerhalb weniger Sekunden herunterkühlen sollen – zu vergleichsweise günstigen Preisen. Der Konsumentenschutz der AK Salzburg warnt: Hinter den vollmundigen Werbeversprechen steckt häufig keine echte Klimaanlage, sondern lediglich ein einfacher Akku-Ventilator oder Mini-Luftkühler mit geringer Wirkung.
Die Werbung verspricht spektakuläre Kühlleistung, verweist auf angebliche Weltraumtechnologie oder behauptet, das Gerät sei von Ingenieuren entwickelt worden. Tatsächlich arbeiten viele dieser Geräte lediglich wie gewöhnliche Ventilatoren. Manche können mit Wasser oder Eiswürfeln befüllt werden. Dadurch kann sich die Luft unmittelbar vor dem Gerät zwar etwas kühler anfühlen, einen ganzen Raum können solche Geräte jedoch nicht wirksam herunterkühlen.
Besonders ärgerlich: Während der Einkaufspreis solcher Geräte oft nur wenige Euro beträgt, werden sie online um ein Vielfaches teurer verkauft.
„Gerade bei großer Hitze hoffen viele Menschen auf eine rasche und günstige Lösung. Genau diese Erwartung machen sich unseriöse Anbieter zunutze. Wer mit unrealistischen Versprechen wirbt, setzt auf Emotionen statt auf Fakten. Deshalb sollte man bei solchen Angeboten besonders kritisch hinschauen“, empfiehlt AK-Konsumentenschützerin Bettina Pichler.
Warnsignale bei Online-Angeboten
Die AK Salzburg rät, vor einem Kauf besonders auf folgende Hinweise zu achten:
- Unglaubwürdige Versprechen: Kleine Geräte sollen ganze Räume innerhalb weniger Sekunden stark herunterkühlen.
- Viel Werbung, wenig Information: Statt technischer Daten dominieren Schlagwörter wie „revolutionär“, „Weltraumtechnologie“ oder „von Experten entwickelt“.
- Künstlich klingende Stimmen oder fehlerhafte Übersetzungen können auf hastig produzierte KI-Werbung hindeuten.
- Fragwürdige Onlineshops: Fehlen Impressum, nachvollziehbare Adresse oder Kontaktmöglichkeiten, ist Vorsicht geboten.
- Zahlreiche angebliche Prüfsiegel ohne nachvollziehbare Herkunft sollten skeptisch machen.
- Bewertungen auf Plattformen wie der Watchlist Internet oder Trustpilot können Hinweise auf bereits bekannte Probleme mit einem Anbieter geben.
Die AK Salzburg empfiehlt außerdem, beim Online-Einkauf möglichst nur Zahlungsarten mit Käuferschutz zu verwenden und keine Vorauszahlungen per Banküberweisung zu leisten. Wer unsicher ist, sollte sich im Fachhandel beraten lassen.
Was tun, wenn bereits bestellt wurde?
Ist man bereits auf einen unseriösen Anbieter hereingefallen, bringt ein Widerruf erfahrungsgemäß oft nichts. Auch eine Rücksendung des Produkts auf eigene Kosten ist meist nicht sinnvoll, da sowohl die Produkt- als auch die Versandkosten in der Regel nicht ersetzt werden. Betroffene sollten sich stattdessen rasch an ihre Bank oder ihr Kreditkartenunternehmen wenden. Je nach Zahlungsart besteht die Möglichkeit, eine Rückbuchung zu veranlassen.