18.03.2026

Interaktive Ausstellung macht Leistungen des Sozialstaats erlebbar

Nach der feierlichen Eröffnung am gestrigen Montag macht die Ausstellung „Sozialstaat – Fair Play für soziale Gerechtigkeit“ nun noch bis zum 27. April die Leistungen des österreichischen Sozialstaats erlebbar. Umgesetzt wurden die Visualisierungen von den Kommunikationsdesignerinnen Annika Braun und Alina Traun von der FH Salzburg. „Unsere Ausstellung ist für alle Salzburger:innen zugänglich. Das Konzept eines sportlichen Wettkampfs richtet sich jedoch insbesondere an Schülerinnen und Schüler ab der 8. Schulstufe“, lädt AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder zum Besuch ein.

Der Sozialstaat unterstützt bei Krankheit, Arbeitslosigkeit, Armutsgefährdung, in der Pension, bei der Geburt eines Kindes, auf dem Bildungsweg und darüber hinaus. Der Sozialstaat ist aber weit mehr als eine Ansammlung von unterschiedlichen Leistungen. Im Hintergrund sorgt er als Schiedsrichter für fairere Regeln und schafft sozialen Ausgleich und mehr Gerechtigkeit.

„Ohne den Sozialstaat wäre das Leben in Österreich viel ungerechter. Dennoch wird von unterschiedlichen Seiten immer wieder an den Grundfesten gerüttelt und das System in Frage gestellt“, sagt AK-Präsident Eder. „Behauptungen, wonach der Sozialstaat zu teuer sei, wenig bringe und oft ausgenutzt werde, sind längst widerlegt. Wir müssen diesen daher entschieden entgegentreten.“ 

Nein zu Lohnnebenkostensenkungen

Als Beispiel nannte Eder die immer wieder auftauchenden Forderungen der Wirtschaftsseite nach einer Senkung der Lohnnebenkosten – insbesondere nach einer Senkung des FLAF-Beitrags. „Aus dem Familienlastenausgleichsfonds werden etwa Familienbeihilfe, Kinderbetreuungsgeld, Schulfreifahrten, Schulbücher sowie sonstige Familienleistungen wie Unterhaltsvorschüsse oder Familienberatungsstellen bezahlt. Wenn hier Beiträge gesenkt werden, würde das Staatsbudget belastet oder Leistungen gekürzt werden. Profitieren würde nur die Wirtschaft“, warnte Eder. 

Kommunikationsdesign macht komplexe Zusammenhänge erlebbar

Um insbesondere jungen Menschen die teils komplexen Zusammenhänge näherzubringen, hat die AK Salzburg die Ausstellung „Sozialstaat – Fair Play für soziale Gerechtigkeit“ ins Leben gerufen. Konzipiert und gestaltet wurde sie von den Kommunikationsdesignerinnen Annika Braun und Alina Traun von der Fachhochschule Salzburg. Projektleiterin Michaela Fischer: „Mit der Ausstellung gehen wir neue Wege, indem mit durchdachtem Design komplexe gesellschaftliche Themen für alle zugänglich gemacht werden. So wird eindrucksvoll dargestellt, wie der Sozialstaat das Leben der Menschen verbessert – und wo noch Handlungsbedarf besteht.“   

Momente der Identifikation schaffen

Viktoria Kirjuchina, Leiterin des Departments Communication Design an der FH Salzburg, erklärt: „Populistische Narrative über die angebliche Unleistbarkeit des Sozialstaats oder den Missbrauch durch bestimmte Gruppen lassen sich zwar wissenschaftlich fundiert widerlegen. Sie sprechen viele Menschen jedoch nicht an. Mit den Exponaten werden Momente der Identifikation geschaffen und Empathie gefördert. Außerdem setzen die Exponate große Zahlen in ein Verhältnis, das sich die Menschen besser vorstellen können. Abstrakte Zahlen werden dadurch greifbar. Als gemeinsame Klammer wird der Sport genutzt. Das ist insofern passend, weil es um die Fitness unserer Gesellschaft geht.“ 

7 Stationen zeigen Ungerechtigkeiten auf

Die Exponate widmen sich unter anderem den Themen der ungerechten Vermögensverteilung und der Chancengerechtigkeit zwischen den Geschlechtern. So wurde auf einem Fußballfeld die Mittellinie beinahe an die gegnerische Torlinie gerückt. Dadurch wird veranschaulicht, dass die ärmsten 50 % der Bevölkerung nur 2,8 % des Vermögens besitzen, während die reichsten 50 % über 97,2 % verfügen.

Bei einem Basketballkorb haben Frauen sechs Bälle, Männer hingegen zehn Bälle zur Verfügung. Dadurch wird deutlich, dass Frauenpensionen im Schnitt um 40 % geringer sind. Zusätzlich müssen Frauen mit Gewichten an den Händen versuchen, den Ball in den Korb zu werfen. Diese Gewichte symbolisieren den „Mental Load“ – die ständige psychische Belastung durch das Mitdenken, Planen und Organisieren von Haushalt, Familie und Co. 

Zahlreiche Schulklassen werden Ausstellung besuchen

Die Ausstellung im Foyer der AK Salzburg ist ab sofort bis 27. April 2026 frei zugänglich. Für Schulklassen werden täglich Führungen angeboten. Bei Interesse kann organisiert werden, dass Medienvertreter:innen eine Schulklasse beim Ausstellungsbesuch begleiten.

Informationen zur Ausstellung: www.ak-salzburg.at/fairplay

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