AK Salzburg erkämpfte 55 Millionen Euro für ihre Mitglieder
Die AK Salzburg hat im Jahr 2025 fast 210.000 Beratungen durchgeführt. In den vielen Bereichen, in denen die Arbeiterkammer die Beschäftigten unterstützt, konnten 55 Millionen Euro für die Mitglieder erkämpft werden. „In Zeiten, in denen das tägliche Leben – ob an der Supermarktkasse, an der Zapfsäule oder aus der Steckdose – immer teurer wird, können sich die Menschen auf die AK verlassen“, so AK-Präsident Peter Eder und AK-Direktorin Eva Stöckl, „wir werden nicht müde, Verbesserungen für die Arbeitnehmer:innen einzufordern und den Beschäftigten zu ihrem Recht zu verhelfen.“
209.000-Mal wurden AK-Mitglieder im vergangenen Jahr beraten. Pro Arbeitstag waren das rund 800 Beratungen. Der Großteil erfolgte telefonisch (164.000). In 33.000 Fällen wurden die Mitglieder persönlich beraten, 12.000 Personen wurde mittels E-Mail, Brief oder online geholfen.
„Diese Zahlen zeigen eindeutig, dass unsere Mitglieder ihre AK täglich brauchen und sich auf uns verlassen können“, unterstreicht AK-Direktorin Eva Stöckl, „und unsere Hilfe kommt auch bei den Menschen an, im jährlichen APA-OGM-Vertrauensindex, der das Vertrauen der Bürger:innen in die Institutionen der Republik misst, war die AK auch 2025 im Spitzenfeld zu finden. Auch die Feedbacks aus tausenden Beratungsgesprächen ergeben, dass wir oft die Einzigen sind, die unseren Mitgliedern zu ihrem Recht verhelfen.“
Gefährliches Halbwissen durch ChatGPT & Co.
Auffällig ist, dass sich immer mehr Arbeitnehmer:innen quasi als „Erstberatung“ der KI (in der Regel ChatGPT) bedienen, um sich mit „Halbwissen“ auszustatten. Das Problem dabei: Oft gibt die KI falsche Tipps/Auskünfte und die Richtigstellungen durch die AK-Expert:innen werden von den Betroffenen meist nur ungern akzeptiert.
In der Arbeitsrechtsberatung sticht die steigende Zahl an Fällen, in denen Beschäftigte im Krankenstand gekündigt wurden, hervor. „Im Schnitt werden wir einmal pro Woche mit einer Kündigung im Krankenstand konfrontiert. Die Betriebe wollen sich dabei in der Regel die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall sparen. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass laut Arbeitsklima Index fast schon 2 von 3 Beschäftigten krank arbeiten gehen“, so Eder. Sorgenfalten bereiten dem AK-Präsidenten zudem die Kündigungen älterer Arbeitnehmer:innen. „Langgediente Mitarbeiter:innen werden meist unter fadenscheinigen Gründen gekündigt, um sich den nächsten Sprung der Abfertigung alt oder den Anspruch auf Jubiläumsgeld zu sparen“, weiß der AK-Präsident.
Änderungen bei Pensionen halten Sozialversicherung auf Trab
Die Pensionen waren auch 2025 inhaltlich ein Schwerpunktthema der Sozialpolitischen Abteilung der Arbeiterkammer Salzburg. Dabei wurden die AK-Expert:innen vor allem durch zahlreiche Gesetzesänderungen, die mit 1. Jänner 2026 in Kraft getreten sind, gefordert. Stöckl: „Denn unsere Mitglieder wollten bereits im Vorfeld wissen, was sich ändert beziehungsweise inwieweit sie selbst von den Änderungen betroffen sind. So etwa bei der Einführung der Teilpension, Verkürzung der Altersteilzeit, Korridorpension, Pensionsaliquotierung, Abschaffung des Weiterbildungsgeldes und des Bildungsteilzeitgeldes.
Auch im Jahr 2025 stand das Kinderbetreuungsgeld an der Spitze der nachgefragten Themen. Ungebrochen hoch war die Zahl der Anfragen zur Wahl des richtigen Modells, aber auch zu Themen wie Wochengeld und Familienzeitbonus.
Konsumentenschutz-Aufreger „Shrinkflation“, Parkplatzabzocke
Die Top-Themen in der AK-Konsumentenberatung waren 2025 ganz allgemein: Kreditbearbeitungsgebühren, KFZ-Gewährleistung und Reparaturkosten sowie Probleme mit Online-Reisevermittlungsplattformen. Im Bereich der Marktbeobachtung standen die Lebensmittelpreise im Fokus, Stichworte „Österreich-Aufschlag“ und „Shrinkflation“.
Im Referat für Wohn- und Mietrecht waren, so wie auch in den Jahren davor, Betriebskosten und die Befristung von Mietverträgen die Hauptthemen. Nach einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofes wurde im Jahr 2025 besonderes Augenmerk auf die Transparenz von Betriebskostenklauseln gelegt.
Wie auch im Jahr 2024 haben CVNeed (vermeintlich kostenfreie Erstellung eines Lebenslaufes) und Termination Experts (Anleitung zur Kündigung diverser Abos) die AK-Expert:innen auf Trab gehalten. Dauerbrenner bleibt: Anfragen zu Abmahnschreiben wegen Besitzstörung – alias Parkplatzabzocke - sowie zu 123 Shared Mobility GmbH (alias „123 Transporter“).
Bildung, Jugend & Kultur – Der junge Veranstaltungsmotor
Äußerst gut gebucht bzw. besucht waren auch im Jahr 2025 die Angebote der Abteilung für Bildung, Jugend und Kultur. Mehr als 12.000 junge Menschen haben die AK bei den unterschiedlichen Veranstaltungen und Workshops kennengelernt. Absolute Highlights waren in Zusammenarbeit mit der Gewerkschaftsjugend die Eisdisco, Comedy im Park, Fußball-Lehrlingscup und -Hallencup, Sunset Cinema und die Lehrlingskino-Tour. Darüber hinaus war die junge AK bei Messen und großen Events wie der BerufsInfo-Messe (bim), dem Gamingfestival LEVEL-UP, „Live in Salzburg“ sowie mit einem Ninja-Warrior-Bewerb im Jump Dome präsent.
Mit dem Workshopprogramm „Arbeitswelt und Schule“ konnten 7.258 Schüler:innen erreicht werden. Hervorzuheben ist „Love Work Machine – Arbeiten an der nahen Zukunft“. Dieses Projekt in der ARGEkultur haben an 3 Tagen im September 2025 mehr als 300 Schüler:innen aus 10 Schulen besucht. Es wurden viele Fragen aufgegriffen, die durch KI in Zusammenhang mit Arbeit und dem gesellschaftlichen Miteinander entstehen.
Fälle, in denen die AK geholfen hat
Beim ersten Fehler entlassen
Ein Arbeitnehmer hat 21 Jahre lang bei ein und derselben Firma seinen Job stets ordentlich und gewissenhaft verrichtet. Dummerweise unterlief ihm in einer Nachtschicht ein Fehler in der Produktionskette, wodurch einige wenige Waren mangelhaft wurden. Der materielle Schaden war zwar nicht groß, trotzdem wurde der Betroffene einfach fristlos entlassen. Die AK machte sich für den Beschäftigten stark und erreichte, dass die Entlassung vom Arbeits- und Sozialgericht als ungerechtfertigt bewertet wurde und verhalf dem Arbeitnehmer zu 20.000 Euro.
Von der Versicherung „vergessen“
Eine Konsumentin hatte eine Reiseschutzversicherung abgeschlossen, um sich gegen unvorhergesehene Ereignisse abzusichern. Zu Recht wie sich herausstellen sollte, denn leider musste sie kurz vor Urlaubsantritt ihre Reise aus gesundheitlichen Gründen stornieren und meldete den Fall umgehend ihrer Versicherung. Doch trotz ihrer Bemühungen ignorierte die Versicherung ihre berechtigten Ansprüche. Erst durch eine AK- Intervention wurde der Fall bearbeitet und die Betroffene erhielt die Erstattung der Reisekosten in Höhe von über 3.800 Euro zurück.
Lehrling beinahe um Sonderzahlung umgefallen
Nach der einvernehmlichen Auflösung des Lehrverhältnisses ließ ein Elektriker-Lehrling bei der Arbeiterkammer seine Abrechnung überprüfen. Den AK-Expert:innen fiel sofort auf, dass der Lehrling keine Urlaubsersatzleistung für noch nicht verbrauchte Urlaubstage erhalten hat. Nach AK-Intervention wurden dem jungen Mann über 4,5 Wochen Urlaub nachbezahlt, in Summe rund 2.500 Euro netto.