18.8.2022

Preise bei Führerscheinen haben enorm angezogen

Preisvergleich der Fahrschulen für Kundinnen und Kunden nicht einfach:

Nach 2016 hat die AK Salzburg die Preise aller Salzburger Fahrschulen erhoben – mit ernüchterndem Ergebnis: Der Mindestpreis für die Vollausbildung in der günstigsten Fahrschule ist um 28% auf 1651 Euro gestiegen. Die sich wachsender Beliebtheit erfreuende L17-Ausbildung ist beim günstigsten Anbieter um 20% teurer geworden – und kostet nun 1689 Euro. Lediglich die duale Ausbildung mit L-Taferl wurde mit 8% im 6-Jahres-Vergleich relativ gering angehoben (günstigster Anbieter: 1412 Euro) Erschwert wird der Preisvergleich durch zusätzlich notwendige Fahrstunden, die unterschiedlich viel kosten, mögliche Extra-Kosten für Schulungsunterlagen und „Verwaltungsabgaben“, die von den Fahrschulen selbstständig festgelegt werden. „Für Konsumentinnen und Konsumenten ist der Angebotsvergleich nicht einfach. Hier braucht es Paketpreise, die wirklich alle Kosten, die erfahrungsgemäß anfallen, einschließen“, erklärt AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder.  

Die Teuerungswelle macht auch vor Salzburgs Fahrschulen nicht halt. Dies zeigt eine aktuelle Erhebung der AK unter allen 27 Anbietern im Bundesland. Die klassische Vollausbildung in der Fahrschule schlägt mittlerweile mit mindestens 1651 Euro zu Buche (+28%). Der teuerste Anbieter verlangt 1819 Euro (+19%).

AK-Konsumentenschützerin Bettina Pichler weiß: „Zu diesen Paketpreisen addieren sich in der Regel vier bis sechs Fahrstunden. Auch bei diesen haben die Preise kräftig angezogen und belaufen sich nun auf mindestens 60 Euro pro Einheit (+20%).“

Ähnlich sieht es bei der L17-Ausbildung aus. Der günstigste Anbieter verlangt dafür 1689 Euro (+20%). Bei der teuersten Konkurrenz müssen 1860 Euro (+11,4%) hingeblättert werden. „Dazu kommen die Kosten für 3000 Kilometer private Übungsfahrten. Bei den aktuell hohen Treibstoffpreisen ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor“, erklärt Konsumentenschützerin Pichler.

Lediglich die duale Ausbildung mit L-Taferl ist nur vergleichsweise geringfügig teurer geworden. Der günstigste Anbieter verlangt 1412 Euro (+7,8%), der teuerste 1595 Euro (+4,34%).

Preise für Führerschein-Pakete haben sich angenähert

Für Pichler besonders auffällig: „Im Vergleich zum Jahr 2016 haben sich die Paket-Preise der einzelnen Anbieter weitgehend angenähert.“ Während vor sechs Jahren noch große Differenzen zwischen billigstem und teuerstem Paket (Vollausbildung: 18,22%, Dualausbildung: 16,69%, L17: 18,41%) waren, ist bei allen Varianten die Differenz gesunken (Vollausbildung: 10,17%, Dualausbildung: 12,96%, L17: 10,1%).  

Bei zusätzlichen Kosten kann es teuer werden

Vorsicht ist hingegen bei den zusätzlichen Kosten geboten. So sind die Unterschiede bei den weiteren Kosten auch 2022 teils immens. Eine zusätzliche Fahreinheit kostet zwischen 60 und 74 Euro (Differenz: 21,67%), für Perfektionsfahrten werden zwischen 85 und 120 Euro in Rechnung gestellt (Differenz: 58,33%). Besonders krass fällt die Preisdifferenz mit 100 Prozent bei den Lernunterlagen (zwischen 35 und 70 Euro) und der Wiederholungsgebühr mit 132,5 Euro (zwischen 85 und 196,70 Euro) aus.

Weitere Kosten fallen für Fahranfängerinnen und Fahranfänger in der Regel durch sogenannte „Verwaltungsabgaben“ an. Obwohl der Begriff den Eindruck einer behördlichen Abgabe vermittelt, geht die Abgabe direkt an die jeweilige Fahrschule und wird von dieser selbstständig festgelegt – zwischen 62,90 und 83 Euro werden hier fällig. „Zur besseren Vergleichbarkeit der Preise, sollten die Fahrschulen diese Zusatzgebühr in ihre Paketgebühr einpreisen“, so AK-Präsident Peter Eder.  

Fahrschulpreise müssen vergleichbarer werden

„Unsere Erhebung zeigt, dass der Preisvergleich einzelne Konsumentinnen und Konsumenten vor große Hürden stellt“, resümiert AK-Präsident Peter Eder. Er rät, bei der Fahrschule nachzufragen, mit welchen Kosten noch zu rechnen ist. „Bei einer Fahrschule mit günstigen Paketkosten, waren die Extra-Kosten für zusätzliche Fahrstunden besonders hoch. Hier lauern erhebliche Kostenfallen“, weiß Eder. Ein weiterer Tipp des AK-Präsidenten: „Zusätzlich hohe Kosten können vermieden werden, indem Fahrschulen, die Prüfungsgarantien für Theorie und Praxis bieten, gewählt werden.“

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