20.6.2022

Lebensmittelpreise zogen im Schnitt um 10% an

Den aktuellen Preissprüngen bei Lebensmitteln entkommt niemand. Die AK Salzburg hat genau hingeschaut und die Preise erhoben. Die Untersuchung zeigt: Im Schnitt sind alle Lebensmittel um mehr als 10 Prozent teurer geworden. „Im Anti-Teuerungspaket der Regierung fehlen Maßnahmen, die einen echten ,Preise-runter-Effekt‘ haben, etwa eine befristete Streichung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel“, erklärt AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder.

Seit Beginn der Corona-Pandemie erhebt die AK Salzburg regelmäßig Lebensmittelpreise über Online-Shops. So auch dieses Mal: Kürzlich standen die Internetangebote von 3 großen Handelsketten auf dem Prüfstand. Erhoben wurde die umfangreiche Produktliste des EU-Warenkorbs. Die untersuchten Online-Shops führten zwischen 179 und 203 dieser Produkte.

„Der Preisvergleich belegt die aktuelle Rekordinflation schwarz auf weiß“, erklärt Christian Obermoser von der Konsumentenberatung der Salzburger Arbeiterkammer. So sind Lebensmittel bei allen drei Anbietern um mehr als 10 Prozent teurer geworden, wobei es extreme Ausreißer gibt. So verteuerten sich Speiseöl (+79,42%), Butter (+26,27%), Fleisch (+20,85%), Kaffee (+18,13%), Teigwaren (+17,84), Mehl und Reis (+11,56%) besonders stark.


Familie muss bei Lebensmitteln 720 Euro mehr stemmen

Doch wie stark wirkt sich diese Teuerung auf die Geldbörsel der Menschen aus? Während eine vierköpfige Familie bis vor kurzem im Schnitt monatlich 600 Euro für Lebensmittel ausgeben musste, gehen mittlerweile mehr als 660 Euro drauf. Das sind Mehrkosten von 720 Euro jährlich. In Kombination mit der noch viel größeren Teuerung bei Energie, Treibstoffen, Mieten und Co. wird das Leben für immer mehr Menschen kaum noch bezahlbar.

Jetzt Mehrwertsteuer auf Lebensmittel streichen

Um gegenzusteuern fordert AK-Präsident Peter Eder eine befristete Streichung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel inklusive genauem staatlichen Monitoring, um sicherzugehen, dass der Wegfall der Steuer auch an die Menschen weitergegeben wird. „Bei Lebensmitteln greift der reduzierte Steuersatz von 10%. Ein vorübergehender Verzicht würde in diesem Bereich die Teuerung ziemlich genau wettmachen“, erklärt Eder. „Dieser ,Preise-runter-Effekt‘ ist zusätzlich zu den präsentierten Entlastungsmaßnahmen dringend notwendig, um den explodierenden Preisen entgegenzuwirken.“

Das Argument, dass die Streichung der Mehrwertsteuer sozial nicht treffsicher sei, lässt Eder nicht gelten. „Menschen mit geringen Einkommen wenden einen großen Anteil ihrer Mittel für Grundbedürfnisse auf. Sie sind durch die Preisexplosion viel mehr belastet“, erklärt Eder und ergänzt: „Haushalte mit geringen Einkommen würden mehr als doppelt so stark profitieren wie Besserverdienende.“


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