11.3.2014
Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Salzburger AK-Parlament hat sich neu gebildet - und zeigt große Einigkeit!

Die Salzburger haben ein neues Arbeitnehmer-Parlament. Schon bei der konstituierenden Vollversammlung am Dienstag im Parkhotel Brunauer zeigte sich, was die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von ihren Interessenvertretern in den kommenden Jahren erwarten können: Einigkeit und den gemeinsamen Kampf gegen Ungerechtigkeit in jeder Form.

Nach der Angelobung der 70 neuen Kammerräte, rund ein Drittel davon ist zum ersten Mal Mitglied der Vollversammlung, verlief die Wahl für Funktionen und Gremien in gegenseitigem Respekt und Vertrauen – das zeigen auch die von großer Einigkeit getragenen Wahlergebnisse:

  • Alter und neuer AK-Präsident ist Siegfried Pichler (FSG), der in einer geheimen Abstimmung mit 95,65 % (66 von 69 der abgegebenen) Stimmen wiedergewählt wurde.

  • In einer offenen Abstimmung wurden die Vizepräsidenten sowie die weiteren Vorstandsmitglieder einstimmig gewählt. Die Vizepräsidenten sind Gabi Proschofski, Peter Eder und Othmar Danninger (alle FSG). Die weiteren Vorstandsmitglieder: Gerald Forcher,  Hans Peter Grandenti, Franz Wallmann, Djuja Becirevic, Georg Russegger (alle FSG), Herbert Trattnig (FA), Bernhard Befurt (ÖAAB). Kooptiert: Heidi Hirschbichler (ÖGB), Robert Müllner (AUGE).

  • Neuer Vorsitzender des Kontrollauschusses ist der Freiheitliche Arbeitnehmer Friedrich Kössler. In der AK ist es Tradition, dass die stärkste Oppositionsfraktion den Vorsitz der Kontrolle stellt. Die weiteren Kontrollausschuss-Mitglieder sind: Christina Becker, Rudolf Erhardt, Karin Kadar, Thomas Kinberger, Walter Kogler, Josef Lechner, Agnes Postl, Erich Schiffer, Helmut Schnaitl, Bernhard Steinberger (alle Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter), Andreas Bachmann (Freiheitliche Arbeitnehmer), Rainer Schmidhuber, Harald Kindermann (beide ÖAAB/FCG) und Klaus-Peter Fritz (AUGE/UG).

„Wir reichen den anderen Fraktionen die Hand. Deshalb kooptieren wir die AUGE/UG in den Vorstand. Die FSG verzichtet außerdem auf einen Sitz in den Ausschüssen, damit die grünen Sitz und Stimme in einem Ausschuss wahrnehmen können. Wir wollen garantieren, dass die Arbeitnehmerinteressen so breit wie möglich abgebildet werden“, so der wiedergewählte AK-Präsident bei der konstituierenden Vollversammlung.

Pichler illustriert seine Pläne

„Ich werde mit dem notwendigen Respekt, mit Demut und Verantwortung mit dem Wahlergebnis umgehen. Ich werde mit meinem Team wie gewohnt konsequente Interessenvertretung betreiben, die Anliegen der arbeitenden Menschen geradlinig vertreten, wenn es notwendig ist auch unbequem sein und unsere Ziele für die Arbeitnehmer mit Vehemenz verfolgen!“, versprach Siegfried Pichler in seiner Antrittsrede.

Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind das Herz der Wirtschaft. Ohne sie geht in diesem Land gar nichts, könnten die Betriebe zusperren. „Wir verlangen deshalb Respekt, Wertschätzung, Anerkennung und Gerechtigkeit gegenüber den Arbeitnehmern. Ihnen steht ein fairer Anteil des gemeinsam erworbenen Vermögens zu. Ich lade alle ein, uns bei der Arbeit für die Menschen im Land zu unterstützen“, so Pichler weiter.

Die Ungerechtigkeit gegenüber den Arbeitnehmern sei groß: „18.500 Arbeitslose in Salzburg sind ein trauriger Allzeitrekord. Das gehört bekämpft, wir brauchen Einkommen, von denen die Menschen leben können, wir brauchen leistbare Wohnungen! Und:  Wir brauchen endlich ein konsequentes, kompromissloses Bekämpfen der Finanzkrise an den Wurzeln,  eine faire Regulierung und völlige Neuorientierung des Finanzmarktes. So krank und pervers wie heute darf dieses System nicht bleiben!“

Es bleibt also sehr viel zu tun.  „Ich freue mich auf weitere fünf Jahre vollen Einsatz für die Salzburger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“, sagte Pichler.

Die Fraktionsobleute Gerald Forcher (FSG), Herbert Trattnig (FA), Bernhard Befurt (ÖAAB/FCG), Robert Müllner (AUGE/UG) und die Mandatarin des Gewerkschaftlichen Linksblocks Brigitte Promberger bekräftigten, den Weg als Arbeitnehmervertretung in den nächsten fünf Jahren wo immer möglich gemeinsam gehen zu wollen. Es gehe um Zusammenarbeit und über die Fraktionsgrenzen hinaus um das nachhaltige Wohl aller Arbeitnehmerinnen.

Haslauer wünscht Arbeitnehmervertretung eine „gute Hand“

Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Bürgermeister Heinz Schaden und Bundesarbeitskammer-Präsident Rudi Kaske nahmen als Ehrengäste an der Vollversammlung teil. Darüber hinaus besuchten zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter anderer Kammern und Interessenvertretungen die konstituierende Sitzung des Salzburger Arbeitnehmerparlaments.

Wilfried Haslauer betonte in seiner Eröffnung, dass nach Hesse jedem Anfang ein Zauber innewohne, der Kraft gibt. Danach folge eine intensive Auseinandersetzung mit den großen und kleinen Problemen der Menschen. Denn trotz einer relativ guten Situation im Land gäbe es diese durchaus. Unter anderem bleibe den Menschen zu wenig Kaufkraft übrig. Eines der Erfolgsgeheimnisse Salzburgs sei ein gutes Miteinander, insbesondere mit den Sozialpartnern. Für eine akzentuierte Interessenvertretung mit den verfügbaren Mitteln, für das Land, für die Menschen wünschte Haslauer der Kammervollversammlung und Pichler als Präsident „fortune“, also eine gute, glückliche Hand.

AK wichtige Verbündete mit klaren Positionen und Mut zur Kritik

Heinz Schaden sagte, dass die AK nicht nur eine wichtige Verbündete in der Interessenvertretung, zum Beispiel beim Konsumentenschutz und dem Rechtsschutz  für die Stadt Salzburg sei. Sie kümmere sich um die Lebensinteressen der Betroffenen, ihre täglichen Probleme. Er selbst verweise oft auf die AK, die fast immer guten Rat parat habe. Der Bürgermeister betonte auch, dass Stadt und AK beziehungsweise Sozialpartner viele parallele Aufgaben gemeinsam wahrnehmen. Zum Beispiel beim Kampf gegen die Auszehrung des Flughafens. Schaden wünschte für Pichlers 3. Funktionsperiode all jenen, die einen starken Partner brauchen, weiterhin eine starke AK.

Zum ersten Mal war bei einer konstituierenden Vollversammlung der AK Salzburg der Präsident der Bundesarbeitskammer zugegen. Rudi Kaske sagte, dass die AKs ihr gutes Image zu Recht hätten, da sie täglich sehr wertvolle Arbeit für die Arbeitnehmer leisten. Aber für eine starke Stimme brauche es auch klare Positionen und den Mut, Kritik und Druck auszuüben. Dazu gehöre auch, darauf hinzuweisen, dass trotz relativ guter Entwicklung Österreichs 400.000 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen seien und man diesen jede mögliche Unterstützung zukommen lassen müsse. Auch bei den Wohnkosten, alternsgerechtem Arbeiten, der Einkommensgerechtigkeit zwischen Männern und Frauen und den Nettolöhnen herrsche Handlungsbedarf. Die Arbeitnehmer-Vertretung unter Pichler in Salzburg sei gut und pointiert: „Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit mit allen gewählten Vertretern der Arbeiterkammer Salzburg!“

Konstituierende Kammervollversammlung

Siegfried Pichler analysierte im Rahmen der Vollversammlung die politische Lage im Land und skizzierte den künftigen Weg der Salzburger AK.

TeilenZu Merkzettel hinzufügen

Facebook-Funktion aktivieren

Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Verwandte Links

Zum Seitenanfang
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen dazu sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen.
OK