16.4.2018
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AK: Daten und Fakten 2017 – Ausblick 2018

„Stürmische Zeiten für Österreichs Beschäftigte.“ So beschreibt AK Präsident Rudi Kaske die aktuelle Situation in Österreich. Die neue Bundesregierung betreibt Klientelpolitik, das zeigen die Mehrwertsteuersenkung im Tourismus sowie eine Reihe von Ankündigungen – darunter das Vorhaben, die Körperschaftsteuer für nicht entnommene Gewinne zu halbieren und den Arbeitgeberbeitrag in die Unfallversicherung um eine halbe Milliarde Euro zu senken. Letzteres bzw. auch die angedrohte Zerschlagung der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt würden zu Verschlechterungen bei der Unfallversorgung und bei der Prävention von Arbeitsunfällen führen. Gestrichen und gekürzt wird zudem bei den AMS-Förderprogrammen, bei der Kinderbetreuung und beim Ganztagsschulausbau – das trifft insbesondere arbeitslose Menschen über 50, anerkannte Flüchtlinge sowie erwerbstätige Eltern und die Kinder. Grafik: Die Leistungen der AK 2017

Menschen sind mit unserer Arbeit zufrieden

„Umso wichtiger ist es, dass es eine starke Vertretung für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in diesem Land gibt“, betont der AK Präsident. Dass die Arbeiterkammer gebraucht wird, zeigen einmal mehr die Zahlen und Fakten aus dem Jahr 2017. „Wir können zu Recht stolz auf unsere Arbeit sein. Ein großer Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich Tag für Tag für die Bedürfnisse der Beschäftigten einsetzen und für ihre Rechte kämpfen.“ 

Die AK wird sich auch künftig mit aller Vehemenz gegen Angriffe zur Wehr setzen: „Wer mutwillig die starke Interessenvertretung der ArbeitnehmerInnen schwächen will, muss mit geballtem Widerstand rechnen“, betont der AK Präsident. Und weiter: „Eine Umfrage unter unseren Mitgliedern zeigt eines ganz klar: Die Menschen sind mit unserer Arbeit zufrieden und auch bereit, dafür solidarisch ihren Beitrag zu leisten.“ Zu den Ergebnissen: 71 Prozent sagen, dass die solidarische Kammerumlage richtig ist. Rund zwei Drittel sind mit der Arbeit der AK sehr zufrieden (Schulnote 1 und 2), nur 9 Prozent sind es nicht (Schulnote 4 und 5). „Solche Umfragewerte spornen uns an. Wir werden alles dafür tun, um mit einer zukunftsfitten AK weiterhin für die Beschäftigten in diesem Land zu kämpfen“, sagt Kaske.

Was wir für unsere Mitglieder 2017 herausgeholt haben

  • Mehr als 3,7 Millionen Menschen sind Mitglieder der Arbeiterkammern. 507,1 Millionen Euro haben die Arbeiterkammern österreichweit den Mitgliedern gebracht:

  • Rund 231,9 Millionen Euro haben die Arbeiterkammern für die Mitglieder in arbeitsrechtlichen Angelegenheiten, in Insolvenzrechtsangelegenheiten und im KonsumentInnenschutz herausgeholt – außergerichtlich rund 40,2 Millionen Euro, vor Gericht und Behörden 191,7 Millionen Euro. 

  • Sehen lassen kann sich mit rund 229 Millionen Euro auch der Erfolg in den Sozialrechtsangelegenheiten, ein Plus von knapp 5 Prozent gegenüber 2016.

  • Zusätzlich haben die Arbeiterkammern im Rahmen der Steueraktion durch die Unterstützung bei der ArbeitnehmerInnenveranlagung für die Mitglieder geschätzt rund 41,2 Millionen Euro vom Finanzamt retour geholt.

  • Dazu kommen noch Bildungsgutscheine im Wert von knapp 5 Millionen Euro, die an die Mitglieder ausbezahlt wurden.  

  • Gesamt betrachtet konnten die Arbeiterkammern in allen Bereichen ihre Vertretungserfolge steigern. Allein im Bereich Insolvenzverfahren sank die erzielte Summe um 45,7 Millionen Euro, was allein auf die erfreuliche Tatsache zurückzuführen ist, dass die Zahl der Insolvenzen rückläufig ist. Laut KSV1870 befand sich die Zahl der Firmeninsolvenzen nach einem Rückgang um 2,8 Prozent im Vorjahr auf dem tiefsten Stand seit 20 Jahren. Die Zahl der betroffenen DienstnehmerInnen reduzierte sich um 15,1 Prozent. 

  • Nicht einberechnet in den davor dargelegten Summen sind naturgemäß die vielen nichtmonetären Leistungen wie die Hilfe zur Selbsthilfe durch Online-Angebote, die zahlreichen Broschüren, Informationen, Veranstaltungen, Messen, Bibliotheksservices, Mailings und Online-Rechner. Nicht berücksichtigt sind auch die intensiven Beratungen und Weiterbildungen für BetriebsrätInnen, mit denen wir dazu beitragen, Demokratie in den Unternehmen zu leben. 

  • Gespräch statt Konfrontation. Bevor der Rechtsweg in letzter Konsequenz beschritten werden muss, versuchen die ExpertInnen der AK, Probleme möglichst im Vorfeld zu lösen. Zunächst wird durch Rechtsinformation und durch zur Verfügung stellen von Musterschreiben versucht, eine Klärung zwischen betroffener ArbeitnehmerIn und ArbeitgeberIn zu erreichen. Hilft das nicht, schalten sich die ExpertInnen der AK direkt ein und intervenieren selbst.

803.000 Mitglieder zahlen keine Beiträge

Rund 803.000 AK-Mitglieder sind vom Beitrag befreit (z.B. Arbeit Suchende, Eltern in Karenz, unter der Geringfügigkeitsgrenze Verdienende und Lehrlinge), haben aber dennoch Anspruch auf das volle Leistungsangebot der AK.  

Der AK-Beitrag

Der AK-Beitrag für ein mittleres Einkommen (Median) beträgt rund sieben Euro netto im Monat. Maximal fallen knapp 15 Euro AK Beitrag netto im Monat an.

Zum Vergleich: Allein eine günstige Rechtsschutzversicherung kostet mehr als der AK Beitrag bei einem mittleren Einkommen und bietet nur Rechtsschutz, keine Interessenvertretung, keinen Konsumentenschutz und kein Service. Und eine Stunde Beratung in einer Rechtsanwaltskanzlei kostet mehr als der AK Jahresbeitrag.

Rund 2 Millionen Beratungen

  • 2017 haben die AK ExpertInnen österreichweit rund 2 Millionen Beratungen durchgeführt, darunter mehr als 1,3 Millionen Beratungen in arbeits-, sozial- und insolvenzrechtlichen Fragen. Stark nachgefragt wird auch der Konsumentenschutz: knapp 390.000 suchten Rat und Hilfe. Die SteuerexpertInnen der AK gaben 2017 mehr als 211.000 ArbeitnehmerInnen Tipps, wie sie ihr Geld vom Finanzamt zurückholen konnten. Zusätzlich bietet die AK auch noch in anderen Bereichen Beratung an, etwa im Bildungsbereich. 

  • Die AK Beschäftigten sind ExpertInnen im Arbeitsrecht, Sozialrecht, Steuerrecht, Wohnrecht und Konsumentenschutz und sind auch in zahlreichen weiteren interessenpolitischen Themenfeldern hervorragend aufgestellt. So hat die AK im Vorjahr hunderte Gesetze und Verordnungen auf Landesebene und mehr als 300 auf Bundesebene begutachtet und ihre Stellungnahme abgegeben. Dabei ist die AK ausschließlich den Interessen ihrer Mitglieder verpflichtet. Durch inhaltliche Vorschläge der AK gelingt es immer wieder, auch auf dem Gesetzesweg Verbesserungen für die ArbeitnehmerInnen zu erreichen. 

  • Mit dem Ausbau des Konsumentenschutzes seit Anfang der 2000er Jahre sorgen die Arbeiterkammern insbesondere auch für Transparenz im Produkt-Wirrwarr und erleichtern ihren Mitgliedern die Auswahl von kostengünstigen Services und Produkten – z.B. durch den AK-Bankenrechner. Neu gelauncht wurde 2017 der Privatpensionsrechner, mit dessen Hilfe die private Zusatzrente ermittelt werden kann.  

  • Die Arbeiterkammern haben im Vorjahr rund 450,8 Millionen Euro von ihren Mitgliedern aus den AK- Beiträgen erhalten. Die AK beschäftigt rund 2.700 MitarbeiterInnen (umgerechnet in Vollzeitäquivalenten). Das heißt, dass im Schnitt pro AK Beschäftigten rund 1.380 Mitglieder betreut werden

Stellt man die Einnahmen aus den AK-Beiträgen den Erfolgen gegenüber, die die AK 2017 für ihre Mitglieder erreicht hat, zeigt sich: Für jeden Euro Mitgliedsbeitrag holt die AK für ihre Mitglieder mehr als einen Euro an barem Geld retour.

Es versteht sich von selbst, dass die AK die ihr zur Verfügung stehenden Mittel aus den Mitgliedsbeiträgen sorgsam einsetzt. Das wird auch vielfach überprüft: durch den eigenen Kontrollausschuss, durch unabhängige Wirtschaftsprüfer, durch das Sozialministerium als Aufsichtsbehörde, und die Arbeiterkammern unterliegen auch der Prüfung durch den Rechnungshof. Im vergangenen Jahr stellte der Rechnungshof auch dem seit mittlerweile 15 Jahren gültigen neuen Pensionsrecht ein gutes Zeugnis aus. Zur Kritik des Rechnungshofes an den alten Pensionsrechten hat die AK wiederholt erklärt: In alte Verträge rückwirkend eingreifen kann die Arbeiterkammer nicht, was auch juristische Gutachten belegen. Die Arbeiterkammer würde aber gesetzliche Änderungen entsprechend den Empfehlungen des Rechnungshofes gutheißen. Die Empfehlung des Rechnungshofes, für die Beschäftigten der AK einen Kollektivvertrag auszuhandeln, wird die AK aufgreifen und dazu in Kürze die ersten Schritte zur Aufnahme von Verhandlungen einleiten. 

Verlangt und durchgesetzt – interessenpolitische Erfolge

In der interessenpolitischen Auseinandersetzung konnte die AK im Jahr 2017 zahlreiche Verbesserungen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erreichen. Zu erwähnen sind hier insbesondere:

Henry am Zug: „Ruhe für die Pause gab es nur am Klo“

Den MitarbeiterInnen von Henry am Zug wurden Pausen und Ruhezeiten vorenthalten. Teils bis zu 17 Stunden am Stück mussten die MitarbeiterInnen schuften, den Beschäftigten wurden von ihrer Arbeitszeit zudem Pausen abgezogen, obwohl sie die nicht halten konnten. „Manche haben am Klo gegessen, nur dort hatte man Ruhe“, so eine ehemalige Mitarbeiterin, die mithilfe der AK Klage eingebracht hat. Die AK führt für einige Beschäftigte vor Gericht Verfahren. Der Oberste Gerichtshof entschied kürzlich, dass der Lohnabzug für nicht gehaltene Pausen rechtswidrig und daher nachzuzahlen ist. Die Verletzung der Ruhezeiten wurde von den Gerichten ebenfalls festgestellt, eine finanzielle Abgeltung dafür, dass den MitarbeiterInnen gesundheitsgefährdende Arbeitszeiten abverlangt wurden, verhängten die Gerichte aber (bislang) nicht. Geahndet wurden diese massiven Arbeitszeitverletzungen aber zumindest durch die vom Arbeitsinspektorat verhängten Verwaltungsstrafen. Für die Beschäftigten im Bahn-Catering erreichte die Gewerkschaft vida die Aushandlung eines Kollektivvertrages. Seit Juli 2017 fallen die Zug-KellnerInnen unter den Eisenbahner-Kollektivvertrag, die Einkommen der Beschäftigten stiegen damit um bis zu 25 Prozent. 

Schwerarbeit als solche anerkannt

Im Jahr 2017 hat die AK erreicht, dass die Berufsgruppen „Kanalarbeiter“, „Montagetischler“ und „Hilfsarbeiter in Mühlen“ in die Schwerarbeitsliste aufgenommen wurden. Für die Beschäftigten hat dies den Vorteil, dass es sich bei ihrer Tätigkeit um anerkannte Schwerarbeitstätigkeit handelt und die Beschäftigten damit früher (Männer ab dem 60. Lebensjahr und Frauen, die vor 1964 geboren sind ab dem 55. Lebensjahr) mit deutlich reduzierten Abschlägen (1,8 Prozent statt 5,1 Prozent pro Jahr) in Pension gehen können, wenn sie die genannten Tätigkeiten zehn Jahre lang (innerhalb der letzten 20 Jahre vor Pensionsantritt) ausgeübt haben.

Nach langer Krankheit zurück

Stolz ist die AK auch auf die Einführung der sogenannten Wiedereingliederungsteilzeit (seit 1. Juli 2017). Dieses Modell ermöglicht es, Beschäftigten nach langer Krankheit schrittweise wieder in den Job zurückzukehren. Und es geht vor allem auch darum, Kündigungen im Krankenstand bestmöglich zu vermeiden. 

Kürzere Kündigungsfristen bei Handy-Verträgen

Während sich Tarife in der Handybranche sehr rasant ändern, mussten KonsumentInnen auf einen Ausstieg vergleichsweise lange warten. Wer bis 26. Februar 2016 bei A1 und Drei einen Handyvertrag abgeschlossen hatte, hatte eine Kündigungsfrist von 3 Monaten. Die AK hat gegen A1 und Drei geklagt, der OGH hat der AK Recht gegeben, dass Kündigungsfristen von drei Monaten bei Handyverträgen unzulässig sind. KundInnen können jetzt Altverträge von A1 und Drei unter Einhaltung einer einmonatigen Kündigungsfrist zum Monatsletzten kündigen. T-Mobile wollte zuerst das Urteil nicht akzeptieren, nach einer Abmahnung und der Androhung einer Klage lenkte das Unternehmen ein und kündigte an, die dreimonatige Kündigungsfrist aufzugeben.

Die AK hilft, wenn's drauf ankommt – wenige Beispiele von Tausenden

Erfolge im Sozialrecht

Für einen Fahrlehrer, der sich nur noch mit einer Stützkrücke fortbewegen kann, konnten die ExpertInnen aus der Sozialversicherung die Invaliditätspension durchsetzen. Der Mann erhielt allein als Nachzahlung eine Summe von 21.000 Euro. Ebenfalls auf das Konto der KollegInnen aus diesem Bereich geht die Durchsetzung der Pflegestufe 2 für ein Kind, das vom Asperger-Syndrom betroffen ist und – nach einem erfolgreichen Gerichtsverfahren – das Erreichen der Unfallrente für einen Ladearbeiter, der während der Arbeit von einem Container überrollt wurde.  

Konsumentenschutz par excellence

Der wohl größte finanzielle Erfolg gelang der AK bei den sogenannten Negativzinsen. Österreichs Banken müssen insgesamt rund 350 Millionen Euro an zu viel bezahlten Kreditzinsen an die KreditnehmerInnen zurückzahlen. Das beruht auf einer Entscheidung des OGH nach einer Klage, die der VKI im Auftrag der AK Tirol gegen die Hypo Tirol eingebracht hat. Und zu Glück im Unglück verhalf die AK einer Familie, die eine Wohnung kaufen wollte. Nachdem die Immobilienfirma in die Pleite schlitterte, fühlte sich der Insolvenzverwalter nicht an die davor zugesicherte Kaufoption gebunden und bestritt auch die bereits geleistete Zahlung der Kaution. Die Familie hatte zudem auch Investitionen in die Wohnung getätigt. Schlussendlich fand die AK mit dem Insolvenzverwalter eine gute Lösung, die Familie erhielt 170.000 Euro zurück.

Erfolg im Arbeitsrecht

Eine 52-jährige Alleinerzieherin eines Sohnes im Schulalter wurde gekündigt. Von Seiten der Firma hieß es: Der Kundenservice wird aufgelöst. Die zuständige AK-Beraterin focht die Kündigung wegen Sozialwidrigkeit an. Vor Gericht erreichte die AK einen Vergleich – die Frau erhielt ein Jahresgehalt in Höhe von 36.000 Euro. Mit dem finanziellen Polster konnte sich die Frau ohne Druck einen neuen Arbeitsplatz suchen – mit Erfolg!

Wo wir dranbleiben – interessenpolitische Ziele für die kommenden Jahre

Nicht mit allen unseren Vorschlägen haben wir so Gehör gefunden, wie wir uns das erwünscht hätten. Deshalb gibt es für uns auch weiterhin viel zu tun. Die wichtigsten Ziele für uns sind: 

Eine faire Verteilung der Arbeit

Die Wirtschaft spricht gerne von Flexibilisierung und fordert einen generellen gesetzlichen 12-Stunden-Tag. Tatsächlich meint sie aber Beschneidung von Freizeit und lange erkämpften Rechten für die Beschäftigten. Die AK hat zum Thema Arbeitszeit Betriebsräte und Betriebsrätinnen von 300 Unternehmen befragt. Ergebnis: In mehr als der Hälfte gibt es schon die Möglichkeit, fallweise 12 Stunden täglich zu arbeiten. 23 Prozent nutzen dies auch regelmäßig, 56 Prozent gelegentlich. Doch bei den Folgen überwiegen nach Meinung der Befragten die Nachteile. Befürchtet werden vor allem gesundheitliche Schäden, Probleme bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie finanzielle Einbußen. „Wir nehmen diese Befürchtungen sehr ernst. Die Befragung zeigt klar, dass die arbeitenden Menschen den generellen 12-Stunden -Tag nicht wollen. Deswegen werden wir uns hier ganz stark für die Wünsche und Bedürfnisse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einsetzen“, sagt AK Präsident Kaske. 

Wirksame Sanktionen bei Arbeitsrechtsverletzungen

Wer einmal Tempo 200 fährt und erwischt wird, zahlt einmal Strafe, wer dies zehnmal macht, zahlt zehnmal. Auch bei Arbeitsrechtsverletzungen hängt die Höhe der Verwaltungsstrafe davon ab, wie viele ArbeitnehmerInnen von der Missachtung ihrer Rechte betroffen waren – dies ist der Grundsatz des Kumulationsprinzips. Wenn Großunternehmer wie etwa „Henry am Zug“ bei einer Vielzahl an Beschäftigten die Arbeitszeit verletzen, kann dies – zurecht – zu spürbaren Verwaltungsstrafen führen. Kommt es zur Abschaffung des Kumulationsprinzips, wie im Regierungsprogramm vorgesehen, kommt dies einer massiven Schwächung der Arbeitnehmerrechte gleich. Unternehmen, die ihre Beschäftigen im großen Stil ausbeuten, zahlen die Strafe dann aus der Portokasse. Die AK setzt sich deshalb vehement dafür ein, dass es zu keiner Aushebelung des Kumulationsprinzips kommt. Denn die besten Arbeitnehmer-Rechte am Papier, darunter etwa das geltende Gesetz gegen Lohn- und Sozialdumping, blieben ohne spürbare Strafen bei ihrer Missachtung wirkungslos. 

Hohe Standards verteidigen

Egal ob es sich um die von der neuen Bundesregierung angekündigte Rechtsbereinigung oder den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union handelt: Österreich verfügt in vielen Bereichen – Stichwort Arbeitsrecht, Konsumentenrecht aber auch bei Umweltagenden – über bessere Standards als sie in der EU vorgeschrieben werden – auch Gold Plating genannt. Diese Besserstellung will die Regierung abschaffen. „Damit würden wir uns an den Schlechtesten und nicht an den Besten orientieren. Wir werden dafür kämpfen, dass das nicht passiert. Denn Österreichs Konsumenten, die Beschäftigten und die Umwelt verdienen den besten Schutz“, betont Kaske. 

Schutzimpfung Bildung

Der digitale Wandel wird die Arbeitswelt verändern. Um in diesem so gut wie möglich bestehen zu können, ist eine gute Ausbildung extrem wichtig. Die bestehenden Instrumente der Aus- und Weiterbildung werden den heutigen Anforderungen einer dynamischen Wirtschaftslandschaft nicht mehr gerecht. Die AK plädiert daher massiv für ein neues Qualifizierungsgeld, das die bestehenden Systeme zusammenführt und ersetzt. Mit dem Qualifizierungsgeld würden vor allem gering qualifizierte ArbeitnehmerInnen gut bei der erfolgreichen Bewältigung des digitalen Wandels unterstützt. Allerdings wird diese Maßnahme aufgrund der Kürzung des AMS-Budgets um 139 Millionen Euro 2018 nicht umgesetzt werden können. „Wir bleiben aber auf alle Fälle dran, denn Bildung wirkt wie eine Schutzimpfung gegen Arbeitslosigkeit“, sagt Kaske.

Neue Herausforderungen – neue Leistungen

Die Arbeitswelt, die Wirtschaft, unser aller Leben ändert sich laufend. Aus diesem Grund passt auch die AK ihre Leistungen entsprechend den Bedürfnissen ihrer Mitglieder laufend an. 

„Diesem Wandel werden wir gerecht, weil wir uns frühzeitig auf neue Herausforderungen vorbereiten und dabei immer die Bedürfnisse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Fokus haben. Sie gilt es, in eine gute und faire Zukunft zu führen. Wir sind daher ständig bemüht, unsere Arbeit, unseren Service und unsere Angebote auf die neuesten Trends am Arbeitsmarkt auszurichten und an die Bedürfnisse der ArbeitnehmerInnen anzupassen“, sagt Rudi Kaske. 

Registrierung der Gesundheitsberufe

Die Arbeiterkammern sind ab Juli 2018 für die Registrierung der unselbständig Beschäftigten bei den Gesundheitsberufen zuständig, eine Maßnahme, die zur Sicherung der Qualität eingeführt wird: Die Arbeiterkammern nehmen die neue behördliche Aufgabe ernst und wollen die Registrierung transparent, bürgernah und unbürokratisch durchführen. Die Registrierung wird niederschwellig in allen Bezirks- und Regionalstellen möglich sein. Die Eintragung ist ein wichtiges Instrument zur Qualitätssicherung und zur Wertschätzung der außerordentlichen Leistungen im Gesundheitsbereich.  

Übrigens: Ursprünglich wäre dem Finanzministerium für die Registrierung eine Gebühr in Höhe von rund 80 Euro zugefallen. Die AK hat aber erreicht, dass die Registrierung kostenlos sein wird. Damit wurde den rund 100.000 unselbständig Beschäftigten und den rund 20.000 selbständig Beschäftigten im Gesundheitsbereich an die 9,6 Millionen Euro erspart. Die Arbeiterkammern schultern die Kosten für die Registrierung selbst und stellen für die Erbringung dieser behördlichen Aufgabe auch dem Staat kein Geld in Rechnung. 

Kampagne: Ärger mit dem Flug

Auch im heurigen Sommer wird die AK – nach dem Ansturm im Vorjahr – eine bundesweite Hotline für geschädigte Fluggäste einrichten. KonsumentInnen können sich über ihre Fluggastrechte und ihre Rechte im Falle von Problemen mit dem Gepäck informieren und werden bei der Prüfung und der Durchsetzung ihrer Ansprüche unterstützt. Im Vorjahr langten übrigens 1.265 Beschwerden ein.

Nur den Mitgliedern verpflichtet!

Die Arbeiterkammern finanzieren sich fast ausschließlich über die Beiträge ihrer Mitglieder. „Daher“, so Kaske „sind wir auch nur unseren Mitgliedern verpflichtet. Das Wohl und die Interessen der Mitglieder stehen dabei im Zentrum.“ 

Um Kosten zu sparen, übernimmt die Wiener Arbeiterkammer seit jeher die Bundes-Aufgaben, der Wiener AK Präsident ist auch zugleich der Präsident der Bundesarbeitskammer. „Wichtig ist, dass unsere Mitglieder, egal in welcher Region sie leben, unkompliziert und rasch unsere Unterstützung erhalten. Danach haben wir auch unsere Beratungszentren ausgerichtet“, so Kaske. Die Arbeiterkammern haben daher bundesweit insgesamt 90 Beratungszentren. 

AK-Aktionsprogramm steht bis Juni

In ihrem Programm fordert die neue Regierung die Kammern dazu auf, bis Ende Juni Reformvorschläge vorzulegen. Die AK hat dazu gemeinsam mit dem ÖGB einen österreichweiten Mitgliederdialog gestartet. Unter dem Titel „Wie soll Arbeit?“ können die ArbeitnehmerInnen ihre Meinung zu wichtigen Fragen sagen – von der Arbeitszeitfrage über die Forderung nach stärkerer Bekämpfung von Lohn- und Sozialdumping bis hin zum Thema leistbares Wohnen. Abgefragt wird im Rahmen der Initiative auch, wie die Mitglieder die einzelnen Leistungen der AK sehen und inwieweit sie hier Veränderungen wünschen. „Die Anliegen der Mitglieder sind unser Auftrag. Auf Basis der Ergebnisse des Mitgliederdialogs wird die AK rechtzeitig vor Ende Juni ein Aktionsprogramm vorlegen“, so Kaske abschließend.

Film „Was macht die AK?“

Aufgaben der Arbeiterkammer

Wir beraten Sie etwa zu Arbeitsrecht, Konsumentenschutz, Steuer oder Sozialversicherung, begutachten Gesetzes-Entwürfe & leisten Grundlagenforschung.

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