Was beschäftigt die Menschen im Pinzgau

Produzierende Betriebe gehören in jedem Bezirk zu einem guten Branchen-Mix. Das Einkommen liegt dort im Schnitt ein Drittel höher. Forschung und (Aus-)Bildung gehören daher stärker gefördert.

So oft wie möglich, lädt AK-Präsident Peter Eder zum Bezirkstag – in jedem Bezirk versteht sich. Dabei geht es um die wirtschaftliche Entwicklung der Region, es werden aber auch Unternehmen besucht. Ganz besonders zählt dabei der Kontakt zu den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.

Lebenszeichen der Industrie im Bezirk

Im Pongau gab es heuer jedenfalls Grund zum Feiern. Senoplast in Piesendorf erreichte 2017 als erster Betrieb im Pinzgau einen Mitarbeiterstand von über 500. Das ist ein kräftiges Lebenszeichen für das produzierende Gewerbe in der Region. Es wächst zwar nicht so stark wie Tourismus oder Handel. Aber es bietet gute, ganzjährige Arbeitsplätze und Einkommen deutlich über dem Bezirksschnitt.

Betriebsbesuch bei der Firma Senoplast

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Einkommen: Leider letzter Platz

Einerseits machte der starke Anteil an Tourismus, Handel und Gesundheitswesen den Pinzgau in Vergangenheit relativ krisenfest. Die Kehrseite ist aber, dass die Durchschnittseinkommen am letzten Platz in Salzburg liegen. Denn gerade die genannten Bereiche zeichnen sich durch niedrigere Löhne und viel Teilzeit- sowie Saisonbeschäftigung aus. Bei 1.295 Euro netto 14-mal im Jahr liegt der Bezirks-Schnitt.

Produktionsbetriebe halten dem Pinzgau die Treue

Umso wichtiger ist es, dass es auch Leitbetriebe aus dem Produktionsbereich gibt. 12,6 Prozent der Menschen im Pinzgau waren 2017 in der Warenherstellung beschäftigt (Bundesland: 14%). Im Verhältnis zu Tourismus und Handel verliert das produzierende Gewerbe zwar an Bedeutung. Aber die Zahl der Beschäftigten hat sich wieder bei den Werten vor 2009 eingependelt und stagniert bei rund 4.800. Das bedeutet: Ein Betrieb, der da ist, bleibt es in der Regel – manche bauen sogar aus. 1.703 Euro netto verdient man im Schnitt in der Produktion – ein Drittel mehr als im Bezirks-Schnitt.

Industriearbeitsplätze wichtig im Branchen-Mix

AK-Präsident Peter Eder: „In großen Unternehmen sind die Einkommen der Beschäftigten in der Regel höher. Außerdem bieten solche Betriebe mehr Vollzeit-Arbeit, ganz besonders im Produktionsbereich. Und: Die Sicherheit einer ganzjährigen Beschäftigung sowie die Mitbestimmung der Arbeitnehmer sind dort höher, weil es meist einen Betriebsrat gibt, der für einen guten Interessenausgleich von Unternehmensführung und Beschäftigten sorgt.“

Deshalb fordern wir

  • Bessere Förderung unternehmensnaher Forschung, gerade mit Blick auf die Digitalisierung und Industrie 4.0. Salzburg tut hier im Vergleich zu wenig.

  • Die regionale Forschungsquote lag 2015 mit nur 1,5 Prozent weit unter dem Österreich-Schnitt von 3,1 Prozent.

  • Mehr Unterstützung für das Ansiedeln von Betrieben aus dem Produktionsbereich.

  • Beste Ausbildungsförderung – auch innerhalb von Betrieben – nur so bekommen wir die Fachkräfte von morgen, die wir so dringend brauchen.


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