30.10.2017
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Wohnen ist ein teures Grundbedürfnis - AK ersparte in 2 Fällen rund 4.500 Euro

Wohnen wird immer öfter zur Belastung: Die Preise sind enorm. Oft kommen Menschen und besonders Familien nicht gemäß ihren Bedürfnissen unter. Hat man eine Bleibe gefunden, drohen bei Miete Probleme mit den Betriebskosten, der Miethöhe, dem Mietvertrag oder Mängeln. „Es braucht eine Offensive für gutes Wohnen. Darunter verstehen wir (Rechts-)Sicherheit, Bedarfsgerechtigkeit, Leistbarkeit, und die Möglichkeit, die eigene Lebenssituation so weit als möglich mitzugestalten“, stellt AK-Präsident Siegfried Pichler klar. 2 aktuelle Fälle zeigen die Situation vieler Salzburgerinnen und Salzburger. Die AK half. 

Das Wohnthema berührt die Menschen in Salzburg. Die Mieten sind in der Regel zu hoch – Wohnen oft nicht mehr leistbar. Und die Salzburgerinnen und Salzburger können ihre Wohnsituation immer weniger gestalten, nicht frei entscheiden. Und damit ist das große Thema Wohnsicherheit und Rechte der Mieterinnen und Mieter wie auch Eigentümer noch gar nicht angesprochen: „Das Problem liegt bei weitem nicht nur im Finden einer passenden, leistbaren Wohnung. Das Wohnen an sich führt oft zu Belastungen“, weiß AK-Wohn und Mietrechtsexpertin Edith Steidl: „Vor allem rechtswidrige Vertragsklauseln, unberechtigte Forderungen, unzulässiges Einbehalten von Kautionen und Befristungen von Verträgen sorgen für Ärger.“ Zwei Fälle aus der Beratung zeigen exemplarisch die Leiden der Menschen im Bundesland:

Familie sollte fast 1.500 Euro Betriebskosten nachzahlen

Familie A. schloss 2005 einen auf 3 Jahre befristeten Mietvertrag. Dieser wurde immer wieder um weitere 3 Jahre verlängert. Schließlich erhielt die Familie verspätet eine Betriebskostenabrechnung für die Jahre 2012 und 2013 – und sollte 1.410 Euro nachzahlen. Aber: Die Abrechnung wurde nicht binnen eines Jahres nach dem Verrechnungsjahr gelegt. „Daher war die hohe Forderung nach dem Mietrechtsgesetz ungültig. Wir haben für Familie A. erreicht, dass sie nicht nachzahlen musste“, sagt Edith Steidl.

Miete rückwirkend erhöht – Bewohnerin unter Druck gesetzt

Aber nicht nur die Betriebskosten tun weh: Ein krasses Beispiel für die massive Belastung durch Wohnkosten liefert der Fall von Frau H. Die Salzburgerin mietete 25 Jahre lang eine Eigentumswohnung, immer wieder auf 3 Jahre befristet, schließlich stillschweigend verlängert und damit unbefristet. Dann wollte die Hausverwaltung die Miete erhöhen – und Mietzins für 3 Jahre nachverrechnen. Die Mieterin hätte über 3.000 Euro nachzahlen müssen. „Wir haben das geprüft. Die neue Miethöhe war falsch berechnet. Außerdem war in diesem Fall eine rückwirkende Anpassung laut Gesetz verboten. Sowohl die Forderung nach so viel mehr Miete als auch die Nachzahlung waren also rechtswidrig“, stellt Edith Steidl klar. 

Besonders schlimm: Die Hausverwaltung setzte Frau A. unter Druck, damit sie einen neuen, befristeten Mietvertrag unterschreibt. Dafür werde auch auf die Nachzahlung verzichtet.

Gutes Wohnen erfordert abgestimmte, offensive Maßnahmen

AK-Präsident Siegfried Pichler: „Wir konnten helfen. Weder musste die Salzburgerin die Nachforderung zahlen, noch einen neuen und für sie nachteiligen Mietvertrag unterschreiben. Aber 6.775 Beratungen allein zum Thema Wohnen und Mieten im Jahr 2016 zeigen, dass in Salzburg der Hut brennt. Kein anderes Thema wird im Konsumentenschutz mehr nachgefragt. Schimmel in der Wohnung, Provisionen von Maklern, Probleme mit Mietverträgen und Betriebskosten sowie teils exorbitante Preise machen Wohnen immer mehr zur Tortur – dabei ist das ein Grundbedürfnis. Wohnen muss für die gesamte Bevölkerung leistbar sein. Es muss die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen befriedigen. Aber gerade jetzt ist das für viele nicht erreichbar. Es gibt zu wenig Sicherheit beim Wohnen. Wir wollen das Recht auf gutes Wohnen stärken – leistbar und für die Menschen gestaltbar. Sowohl die Landes- wie auch die Bundespolitik müssen an den Bedürfnissen der Menschen orientiert und vor allem koordiniert Maßnahmen setzen“, so Pichler.

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