2.11.2017
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Wohnen in Salzburg: AK fordert Verbesserungen

In 16 Jahren stiegen die Mieten im Bundesland um 50 Prozent und galoppierten der Teuerung davon. Bis zu 14,2 Euro muss man im Schnitt pro Quadratmeter zahlen, fast 1.300 Euro für 90 Quadratmeter. Kein Wunder, dass Delogierung in der AK-Beratung mehr und mehr zum Thema wird. AK-Präsident Siegfried Pichler: „Wohnen muss leistbar und gestaltbar sein. Es braucht genügend Wohnbau, mehr mobilisierte Grundstücke nicht nur in Ortskernen, ein einheitliches und einfacheres Mietrecht und grundsätzlich unbefristete Mietverhältnisse.“ Wie treffsicher und nachhaltig die neue Salzburger Wohnbauförderung ist, diskutieren Experten aus Wohnbau und Wissenschaft mit Politikern am 8. November im Parkhotel Brunauer. 

In Salzburg liegen 3.000 Anträge beim Wohnungsamt. Dahinter stehen 7.500 Menschen, die nicht mit gutem Wohnraum versorgt sind. Gleichzeitig werden Räumungsklagen und drohende Delogierung in der Beratung zum Thema. Die jüngste Anfrage an die AK zeigt: Es ist keine Seltenheit, dass sogar Familien mit Säuglingen davon bedroht sind, ausquartiert zu werden.

Die Mieten stiegen in 16 Jahren um 50 Prozent

Das alles zeigt vor allem eines: Die Mieten in Salzburg sind zu hoch! Sie lagen in der Landeshauptstadt inklusive Umsatzsteuer und Betriebskosten schon 2016 bei 14,2 Euro pro Quadratmeter. „Das sind 47 Prozent mehr als im Jahr 2000. Im Land Salzburg liegt der Schnitt bei 12,1 Euro pro Quadratmeter, das ist sogar ein Plus von über 50 Prozent“, sagt AK-Konsumentenberaterin Edith Steidl. Die allgemeine Teuerung betrug im selben Zeitraum „nur“ 35 Prozent.

Die Arbeiterkammer kämpft für „gutes Wohnen“ in Salzburg

„Die Menschen können sich Wohnen immer weniger leisten - geschweige denn halbwegs frei entscheiden, wo und wie sie wohnen“, kritisiert AK-Präsident Siegfried Pichler: „Noch dazu sind die Gesetze in diesem Bereich so kompliziert und uneinheitlich, dass ohne rechtlich versierte Hilfe praktisch gar nichts mehr geht!“  

Der Arbeiterkammer geht es darum, dass die Bevölkerung ihre Wohnbedürfnisse decken kann, um leistbares und gestaltbares Wohnen. Ganz gleich ob bei Eigentum oder in Miete: Die Qualität der Wohnung muss für die Menschen ebenso passen wie die Größe angemessen und gemäß den Bedürfnissen sein.  

„Und: Wohnen muss sicher sein - Rechtsansprüche ebenso klar wie die Miet- und Betriebskosten, die auf einen zukommen“, so Siegfried Pichler. Gutes Wohnen ist also leistbar und gestaltbar, sowohl was Mietzinse im freien Wohnungsmarkt als auch die Wohnbaupolitik bis hin zur Wohnbauförderung betrifft.

Experten und Politiker diskutieren Salzburgs Wohnbauförderung

Gerade in Salzburg ist der geförderte Wohnbau ein heikles Thema. Mit Geschenken von bis zu 40.000 Euro wird Eigentum in keinem anderen Bundesland höher gefördert. Aber bleibt Wohnraum leistbar, wenn die Zinsen nach oben schnellen? Wo liegen die Vor- und Nachteile des aktuellen Modells? Dazu diskutieren bei der AK-Veranstaltung „Verschenktes Geld – ist die Salzburger Wohnbauförderung nachhaltig?“ am 8. November von 15 bis 18 Uhr im Parkhotel Brunauer Experten aus Wohnbau und Wissenschaft mit dem zuständigen Landesrat. Hier zur Anmeldung. 

Forderungen für leistbares und gestaltbares Wohnen

Die AK stellt zum Thema Wohnen bezogen auf Salzburg folgende Forderungen an die aktuelle Landes- und die künftige Bundespolitik:

  • Ein ambitioniertes, nachhaltiges und sozial treffsicheres Wohnbauförderprogramm
  • 1.000 neu errichtete Mietwohnungen pro Jahr
  • Das Zweckwidmen sämtlicher Wohnbauförderungsmittel samt Rückflüssen aus Darlehen und Zinsen
  • Unterstützung beim Mobilisieren neuer Grundstücke nicht nur in den Ortskernen
  • Ein vereinheitlichtes Mietrecht und damit leichterer Rechtszugang
  • Klare gesetzliche Regeln zum Begrenzen der Miethöhen
  • Grundsätzlich unbefristete Mietverhältnisse beziehungsweise eingeschränkte Möglichkeiten zur Befristung

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