19.6.2018
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Unternehmen sollen ihre Schulden zahlen, statt Beschäftigte zu stalken

Heftige Kritik übt AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder an den Regierungsplänen, Krankenstände künftig schärfer kontrollieren zu lassen. „Schon wieder eine Breitseite gegen die Arbeitnehmer – nicht nur, dass sie 12 Stunden am Tag und 60 Stunden in der Woche arbeiten sollen, Kranksein ist in Zukunft offenbar verboten. Das ist nichts anderes als eine Pauschalverurteilung aller Beschäftigten als faule Schmarotzer. Die Unternehmen sollen lieber ihre offenen Beiträge begleichen, anstatt kranke Mitarbeiter ausspionieren zu lassen.“ Denn eine Prüfung der SGKK ergab, dass Salzburger Unternehmen rund 24 Millionen an Beiträgen noch nicht bezahlt haben.  

Im bereits heftig diskutierten Initiativantrag der Bundesregierung zum 12 Stunden-Arbeitstag/60-Stunden-Arbeitswoche, ist auch eine bislang fast unbemerkt gebliebene ASVG Novelle zur Krankenstands Kontrolle beinhaltet. Demnach soll jenes Tool, das für die Selektion von auffälligen Unternehmen bei der Beitragsprüfung verwendet wird, nun zur Kontrolle der Krankenstände bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern umfunktioniert werden. Das Ziel: „Krankenstandsbetrüger“ herauszufiltern.

„Das ist nichts anderes als eine Verunglimpfung aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer als faule Schmarotzer, die den Staat betrügen. Ich verwehre mich zutiefst gegen eine solche Pauschalverurteilung“, ist AK-Präsident Peter Eder empört, „das ist angesichts einer durchschnittlichen Krankenstandsdauer von 10 Tagen pro Jahr in Salzburg skandalös und zynisch!“

Unternehmen sollen vor der eigenen Tür kehren

Nachsatz des AK-Präsidenten, wenn es schon um Neiddebatten a la ‚erschlichene Leistungen‘ geht: „Statt jedem kranken Mitarbeiter ein schlechtes Gewissen einzureden, sollten Wirtschaft und Industrie lieber vor der eigenen Tür kehren und ihre Schulden begleichen! Jeder kleine Häuslbauer wird mit Mahn- und Inkassogebühren geschröpft oder vor den Kadi gezerrt, wenn er mit einer dreistelligen Euro-Kreditrate in Verzug ist, aber Steuerschulden in Millionenhöhe gelten als Kavaliersdelikt.“

Denn laut Beitragsprüfung der SGKK stehen Salzburgs Unternehmen mit etwa 24 Millionen Euro an offenen Beiträgen in der Kreide.

Wofür dann keine Zeit mehr ist…

Der 12-Stunden-Arbeitstag und die 60-Stunden-Arbeitswoche werden die Vereinbarkeit von Beruf und Familie noch schwieriger bis unmöglich machen. Das liegt auf der Hand. Aber: Auch andere Dinge, die unsere Gesellschaft ausmachen und das öffentliche Leben aufrechterhalten, wie das Ehrenamt, sind in Gefahr. Peter Eder: „Wie sollen vor dem Hintergrund überlanger Arbeitszeiten so wichtige Organisationen wie etwa die freiwillige Feuerwehr oder das Rote Kreuz mit seinen zahlreichen Helferinnen und Helfern in Zukunft ihren Dienst an der Gesellschaft  aufrechterhalten?“ 

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