26.4.2018
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Die Durchschnittseinkommen sind im Produktionsbereich ein Drittel höher

Senoplast in Piesendorf erreichte 2017 als erster Betrieb im Pinzgau einen Mitarbeiterstand über 500. Und sendet damit ein kräftiges Lebenszeichen für das produzierende Gewerbe in der Region. Es wächst nicht so stark, wie Tourismus oder Handel. Aber es bietet gute, ganzjährige Arbeitsplätze und Einkommen deutlich über Bezirksschnitt: 1.703 statt 1.295 Euro netto. „Gerade mit Blick auf Industrie 4.0 und die Digitalisierung wäre besseres Fördern unternehmensnaher Forschung ein Turbo für Leitbetriebe und „Hidden Champions“ in der Produktion. Das Land muss mehr für die regionale Forschungsquote tun. Denn aktuell liegt Salzburg hier in Österreich klar zurück“, sagt AK-Präsident Peter Eder.

Der starke Anteil an Tourismus, Handel und Gesundheitswesen im pinzgauer Branchen-Mix machte den Bezirk in Vergangenheit relativ krisenfest. Die Kehrseite ist, dass die Durchschnittseinkommen im Bezirk am letzten Platz in Salzburg liegen. Denn gerade die genannten Bereiche zeichnen sich durch niedrigere Löhne und viel Teilzeit- sowie Saisonbeschäftigung aus.

Produktionsbetriebe halten dem Pinzgau die Treue

Umso wichtiger ist es, dass es im Bezirk auch Leitbetriebe aus dem Produktionsbereich gibt. 12,6 Prozent der Menschen im Pinzgau waren 2017 in der Warenherstellung beschäftigt (Bundesland: 14%). Im Verhältnis zu Tourismus und Handel verliert das produzierende Gewerbe zwar an Bedeutung. Aber die Zahl der Beschäftigten hat sich wieder bei den Werten vor 2009 eingependelt und stagniert bei rund 4.800. Das bedeutet: Ein Betrieb, der da ist, bleibt es in der Regel – manche bauen sogar aus.

Senoplast hatte 2017 als erster Betrieb über 500 Mitarbeiter

Die Firma Senoplast etwa erreichte 2017 als erster Betrieb im Bezirk überhaupt einen Mitarbeiterstand von über 500. „Das freut mich sehr. Denn in großen Unternehmen sind die Einkommen der Beschäftigten in der Regel höher. Außerdem bieten solche Betriebe mehr Vollzeit-Arbeit, ganz besonders im Produktionsbereich. Und: Die Sicherheit einer ganzjährigen Beschäftigung sowie die Mitbestimmung der Arbeitnehmer sind dort höher, weil es meist einen Betriebsrat gibt, der für einen guten Interessenausgleich von Unternehmensführung und Beschäftigten sorgt“, sagt AK-Präsident Peter Eder.

Einkommensschnitt im Produktionsbereich ein Drittel höher

Die Auswertung der Einkommen nach Wirtschaftsbereichen im Bezirk gibt ihm Recht: Das durchschnittliche Nettoeinkommen aller in der Warenherstellung Beschäftigten liegt aufs Jahr gesehen mit 1.703 Euro netto (14 Mal) rund ein Drittel über dem Bezirksschnitt. Das ist ein Spitzenwert unter den großen Beschäftigungsbereichen im Pinzgau. Der Bezirksschnitt aller Branchen liegt bei 1.295 Euro netto.

AK fordert mehr Förderungen für produktnahe Forschung

„Der Produktionsbereich im Land Salzburg ist vital und international konkurrenzfähig. Diese Stärke müssen wir nutzen“, so AK-Präsident Eder: „Es braucht eine bessere Förderung unternehmensnaher Forschung, gerade mit Blick auf die Digitalisierung und Industrie 4.0. Das Land tut hier im Vergleich zu wenig und nimmt gibt auch weniger Geld aus als strukturell vergleichbare Bundesländer. Die regionale Forschungsquote lag 2015 mit nur 1,5 Prozent weit unter dem Österreich-Schnitt von 3,1 Prozent. Man müsste sich auch stärker um Bundesmittel bemühen. Und natürlich gehört die Ansiedelung von Betrieben aus diesem Bereich prinzipiell so gut es geht unterstützt“, sagt Eder. 

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