29.9.2017
Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Heizen und Treibstoffe werden wieder zum Inflationstreiber Nummer 1

Die Arbeiterkammer nahm die Preise für Benzin, Diesel und Heizöl im Bundesland genau unter die Lupe. Dabei zeigte sich: Ein Tank von 50 Litern ist bis zu 4 Euro teurer als im September 2016. Die Preise überflügeln die allgemeine Teuerung von 2,1 Prozent damit bei weitem. Noch krasser ist der Anstieg beim Heizöl. Bei kleinen Mengen bis 1.000 Liter liegen die Preise in Salzburg zudem bis zu 300 Euro auseinander – so groß sind die Unterschiede sonst nirgends in Österreich. AK-Präsident Siegfried Pichler: „Besonders Menschen mit kleinen Einkommen leiden darunter – dazu kommen noch unverständlich hohe Treibstoffpreise etwa im Lungau und auf den Autobahnen. Gerade dort wären mehr Diskont-Angebote wichtig!“

Seit dem Tiefstand im vergangenen Jahr zogen die Treibstoffpreise wieder weit über der allgemeinen Teuerung von 2,1 Prozent an. Benzin und Diesel wurden im Jahresvergleich an den 184 erhobenen Tankstellen spürbar teurer. Seit September 2016 stieg der Super-Preis um 7,14 Prozent von 1,135 Euro auf 1,216 Euro. Ein Liter Diesel wurde 6,27 Prozent teurer: 1,119 Euro statt 1,053 Euro. „Ein 50-Liter Tank kostet jetzt 4,05 beziehungsweise 3,30 Euro mehr als noch vor einem Jahr“, sagt AK-Konsumentenberater Stefan Göweil.

Lungau am teuersten – auch wegen zu wenig Preis-Wettbewerb

Die Preise in den Bezirken spiegeln diesen Trend im Großen und Ganzen wider. Sowohl bei Diesel als auch bei Super ist die Stadt Salzburg gefolgt vom Flachgau am günstigsten. Am teuersten sind beide Treibstoffe im Lungau. „Die Treibstoffkosten liegen dort fast schon traditionell rund sieben Prozent über Stadt-Salzburg-Niveau“, so Göweil. Dieser Abstand ist übrigens zum Bezirk Murau in der Steiermark ebenso groß. Obwohl dessen Fläche, Bevölkerungszahl, Landschaft und Wirtschaftsdaten sehr ähnlich sind, ist der Lungau auch hier bei Diesel und Super rund 7 Prozent teurer. „Im Lungau gibt es im Gegensatz zu Murau kaum Diskonttankstellen. Deshalb findet praktisch kein Preiswettbewerb statt“, sagt Stefan Göweil.

Autobahn-Wucher: Bei Diesel ist Bayern jetzt sogar günstiger

Ein ewiger Kritikpunkt der Arbeiterkammer bleiben auch die gesalzenen Preise an Autobahntankstellen. 13,50 Euro mehr zahlt man dort im Schnitt für einen 50 Liter-Tank Super. 14,56 Euro mehr für die gleiche Menge Diesel. Mittlerweile ist Diesel auf Bayerns Autobahnen sogar günstiger. „Das kann ich mir nur mit bewusst sehr hoch angesetzten Preisen der österreichischen Autobahntankstellen-Betreiber erklären. Am besten vormittags und vor jeder Reise abseits der Autobahn volltanken. Der Spritpreisrechner (www.spritpreisrechner.at) hilft, die nächste günstige Tankstelle abseits der Autobahn zu finden“, rät Stefan Göweil.

Heizölpreise kletterten noch steiler als beim Treibstoff

Noch stärker als beim Treibstoff sind die Preisanstiege beim Heizöl „extra leicht“. Ganz besonders seit Juli kletterten sie um bis zu 8 Prozent für die gleiche Menge Öl im Vergleich zum September 2016. „In Salzburg sind besonders viele Menschen von hohen Heizölpreisen betroffen. Fast ein Viertel der Haushalte wärmt die Wohnung damit – deutlich mehr als im Österreich-Schnitt“, sagt Stefan Göweil. Seit September des vergangenen Jahres betrug der Preisanstieg insgesamt durchschnittlich 7,08 Prozent für 1.000 Liter, 11,37 Prozent für 2.000 Liter und 10,90 Prozent für 3.000 Liter.

Enorme Unterschiede bei Abnahme kleiner Mengen Öl

Man zahlt also im Schnitt fast 200  Euro mehr für 3.000 Liter Heizöl. 2.000 und 1.000 Liter kosten knapp 140 und rund 50 Euro mehr für die gleiche Menge als vor 12 Monaten. „Das trifft in Zeiten absurd hoher Wohnkosten besonders Menschen mit kleinem Einkommen doppelt und ist eine gefährliche Mischung. Man sollte unbedingt vor dem Kauf mehrere Angebote einholen. Besonders bei kleinen Mengen zwischen 500 bis 1.000 Litern kann ein unüberlegter Einkauf noch einmal über 300 Euro mehr kosten – das ist der höchste Preisunterschied zwischen teuerstem und günstigstem regionalen Anbieter in ganz Österreich“, warnt AK-Präsident Siegfried Pichler: „Heizöl und Treibstoffe sind wieder der Teuerungstreiber Nummer 1!“

Tipp: Besonders beim Kauf von Heizöl größere Mengen (sind immer günstiger als kleinere) abnehmen und gegebenenfalls Einkaufsgemeinschaften bilden.

      Facebook-Funktion aktivieren

      Drucken
      Zu Merkzettel hinzufügen
      TeilenZu Merkzettel hinzufügen

      Verwandte Links

      Zum Seitenanfang
      Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
      Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen dazu sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen.
      OK