25.7.2017
Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Gesalzene Rechnung: Online-Partnerbörse forderte 2.900 Euro

Das Geschäft mit der Liebe boomt. Immer mehr Menschen suchen ihre Partnerin oder ihren Partner im Internet. Doch statt dem erhofften Beziehungsglück, gibt es immer wieder Ärger wegen zu hoher Kosten – wie der Fall einer Salzburgerin zeigt: Ihre Test-Mitgliedschaft wurde nach 14 Tagen ohne ihr Wissen für 24 Monate verlängert. Nach zwei Jahren flatterte die Rechnung ins Haus: 2.921 Euro. Als die eigenen Klärungsversuche scheiterten, wandte sich die Konsumentin an die Arbeiterkammer Salzburg. Die AK intervenierte, mit Erfolg. „Verträge dürfen nicht automatisch verlängert werden“, so Bettina Pichler von der AK-Konsumentenberatung. „Konsumentinnen und Konsumenten müssen rechtzeitig vor der Vertragsverlängerung einen gesonderten Hinweis über die Möglichkeit zur Kündigung erhalten.“

Die Frau aus Salzburg hatte sich bei einer namhaften Online-Dating-Plattform angemeldet. Die Nutzung des Portals war zunächst kostenlos. Aber: Viele Funktionen konnten in der Gratisversion nicht genutzt werden. Uneingeschränkten Zugang gab es nur in der Premium-Mitgliedschaft. Aus diesem Grund entschied sich die Salzburgerin, ein 14-tägiges Schnupperangebot um einen Euro abzuschließen.

Der Haken: In den kleingedruckten Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) ist angeführt, dass sich, nach Ablauf des zweiwöchigen Testangebots, die Mitgliedschaft automatisch als „Premium“-Account verlängert. Kostenpunkt sind 89,90 Euro pro Monat. Neue Vertragsdauer: 24 Monate. 

2.900 Euro Rechnung – die AK intervenierte mit Erfolg

Nach kurzer Zeit verlor die Salzburgerin das Interesse an der Online-Partnerbörse und legte ihren Account auf Eis. Zwei Jahre später staunte die Salzburgerin nicht schlecht, als sie eine Inkassoforderung – im Auftrag der Dating-Plattform – in der Höhe von 2.921 Euro (fehlende Beiträge + Zinsen und Inkasso-Gebühren) im Briefkasten fand. Nachdem die eigenen Klärungsversuche scheiterten, wandte sich die Salzburgerin an die Konsumentenberatung der Arbeiterkammer Salzburg.

„Obwohl die Betroffene die AGB bestätigte, war die automatische Vertragsverlängerung unzulässig“, so AK-Expertin Bettina Pichler. „Konsumentinnen und Konsumenten müssen rechtzeitig vor der Verlängerung eines Vertrages einen gesonderten Hinweis erhalten, der ihnen die kostenpflichtige Vertragsverlängerung bei Nichtkündigung klarmacht.“ Das Interventionsschreiben der AK zeigte Wirkung, die Online-Partnerbörse zog ihre Forderung zurück.

AK-Konsumentenschützerin: „Für viele Unternehmen sind Inkasso-Forderungen ein beliebtes Mittel um Konsumentinnen und Konsumenten unter Druck zu setzen. Bevor derartige Forderungen gezahlt werden, sollte der Rat des AK-Konsumentenschutzes eingeholt werden. Denn immer wieder kommt es vor, dass Inkassoschreiben zu Unrecht in den Postkästen der Salzburgerinnen und Salzburger landen.“

Telefonische Beratung oder Terminvereinbarung erhalten Ratsuchende unter 0662 86 87 – 90.

      Facebook-Funktion aktivieren

      Drucken
      Zu Merkzettel hinzufügen
      TeilenZu Merkzettel hinzufügen

      Verwandte Links

      Zum Seitenanfang
      Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
      Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen dazu sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen.
      OK