11.7.2018
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Nein zu den Einsparungen bei der Kinderbetreuung

Wie von der Familienministerin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) angekündigt, wird die Bundesregierung die Förderung für den Ausbau der Kinderbetreuung um 30 Millionen Euro kürzen. Angesichts der Einführung des 12-Stunden-Tag heißt das: Länger arbeiten, aber weniger Geld für den Ausbau der Kinderbetreuung mit entsprechenden Öffnungszeiten. „Das ist geradezu paradox. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird dadurch enorm verschlechtert. Echte Wahlfreiheit sieht anders aus“, betont AK-Präsident Peter Eder, der gleichzeitig zu bedenken gibt: „Im Bundesland Salzburg ist nur jede 3. Einrichtung mit einem Vollzeitjob der Eltern vereinbar. Überhaupt nur 9 Prozent aller Kinderbetreuungseinrichtungen sind mit einem 12-Stunden-Arbeitstag kompatibel. Es braucht also mehr, nicht weniger Förderungsmittel und dies auch im Bereich der 3-6jährigen Kinder.“

Elementarbildung und ein qualitativ hochwertiges und flächendeckend ausgebautes Angebot sind die wichtigsten Zukunftsthemen überhaupt. Sie sind unverzichtbar für eine fortschrittliche Politik, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für beide Elternteile ermöglicht – und essentiell für die Bildung und Chancengleichheit unserer Kinder. „Es ist mir völlig unverständlich, warum die Bundesregierung in diesem so wichtigen Bereich das Sparmesser ansetzt und auch die Gemeinden bei der Finanzierung schlussendlich alleine lässt“, so AK-Präsident Peter Eder. „Angesichts der geplanten Flexibilisierung der Arbeitszeit wird die Nachfrage nach Kinderbetreuungseinrichtungen mit längeren Öffnungszeiten steigen, was eine Ausweitung der Öffnungszeiten und damit eine Aufstockung des Personals erforderlich macht. Ich bin jedenfalls sehr froh, Landesrätin Andrea Klambauer in dieser so wichtigen Frage auf unserer Seite zu wissen.“

In Sachen Kinderbetreuung hinkt das Bundesland Salzburg im Bundesländervergleich ohnehin hinterher: Mit einer Betreuungsquote von 19,9 Prozent bei den unter 3-Jährigen liegen wir im Tabellenkeller. Nur 30 Prozent aller Einrichtungen lassen sich überhaupt mit einem 8-Stunden-Tag der Eltern vereinbaren. Viele Einrichtungen schließen am frühen Nachmittag. „Es braucht einen verstärkten Ausbau der elementaren Bildungseinrichtungen, Erweiterung bei den Öffnungszeiten, durchgängigere Jahresöffnungszeiten und Investitionen in die Qualität der Angebote (zum Beispiel: bessere Betreuungsschlüssel, kleinere Gruppen) sowie ein zweites kostenloses Kindergartenjahr. Erst mit hochwertiger und flächendeckender sozialer Infrastruktur wird Vollzeitarbeit, bzw. Teilzeitarbeit mit einem existenzsichernden Einkommen aller Geschlechter ermöglicht“, sagt Peter Eder. „Darüber hinaus zeigen verschiedene Studien, dass Kinder, die elementare Bildungseinrichtungen besucht haben, nicht nur länger im Bildungssystem verbleiben, sondern dass damit der Vererbung von Bildungsdefiziten entgegengewirkt werden kann und diese auch eher einen höheren Bildungsabschluss machen und damit dann später ein höheres Einkommen erzielen. Das bekräftigt umso mehr: Bei der Zukunft unserer Kinder darf nicht gespart werden.“

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