9.10.2017
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Mann verliert Bein bei Arbeitsunfall

In einem Sozialstaat wie Österreich sind vor allem Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens geboren wurden, abgesichert. Drohen sie dennoch durch das soziale Auffangnetz zu rutschen, hilft die Arbeiterkammer. Wie zum Beispiel im Fall des 60-jährigen Helmut B. (Name, Alter und Arbeitsplatz geändert). Bei einem tragischen Arbeitsunfall verliert der Salzburger sein Bein. Die Versicherung lehnt die Unterstützung ab. Verzweifelt wandte sich Herr B. an die AK. Die Sozialversicherungs-Expertin Sarah Baier klagte gegen den Bescheid. Mit Erfolg: Helmut B. erhält eine Unfallrente – seine Existenz ist gesichert. „Ein Beispiel, das zeigt, die Arbeiterkammer ist für die Menschen in schwierigen Lebenslagen da“, so AK-Präsident Siegfried Pichler. „Es stellt sich die Frage: Gäbe es keine Arbeiterkammer, wer soll sich dann für die Betroffenen einsetzen. Die Antwort: Niemand! Viele würden mit ihren Problemen alleine dastehen.“

Der 60-jährige Helmut B. arbeitete als Parkplatzkassier. In den Winternächten wurde es an seinem Arbeitsplatz – einem kleinen Kassenhäuschen – bitterkalt. Um sich zu wärmen, aktivierte er eine kleine Elektroheizung, die sich unter seinem Schreibtisch befand. Mit fatalen Folgen: Aufgrund seines Krankheitsbildes (Diabetes und Polyneuropathie) hatte Helmut B. keinerlei Schmerzgefühl in den Beinen. So spürte er nicht, dass ihn die Heizung schwer verbrannte. Als er es schlussendlich doch bemerkte, war es zu spät. Neben den äußeren Verletzungen, erlitt der Salzburger eine so schwere Durchblutungsstörung, dass den Ärzten nichts anderes übrig blieb als den Unterschenkel zu amputieren. 

Unfallversicherung verweigert Unterstützung

Als wäre das noch nicht schlimm genug, verlor Helmut B. aufgrund des langen Krankenstands auch den Job als Parkplatzkassier. Ab diesen Zeitpunkt war der Salzburger auf das Arbeitslosengeld angewiesen, das gerade einmal so hoch war, um die Kosten für Wohnen und Essen zu begleichen. Weitere mögliche Behandlungskosten hätte er kaum noch stemmen können. 

So hoffte der 60-Jährige, aufgrund der Schwere seines Arbeitsunfalls, eine Unfallrente zu bekommen. Doch die Versicherung lehnte ab. „Aus deren Sicht handelte es sich um keinen Arbeitsunfall“, so Sarah Baier, Expertin für Sozialversicherungsfragen in der Arbeiterkammer Salzburg. „Die Amputation sei alleine die Folge einer Vorerkrankung gewesen.“

Die Arbeiterkammer hilft in sozialen Notlagen

Umgehend wandte sich Helmut B. an die Arbeiterkammer Salzburg. AK-Expertin Sarah Baier übernahm den Fall. Sie klagte gegen den Bescheid der Unfallversicherung am Sozialgericht. Ein vom Gericht beauftragter Sachverständiger kam ebenfalls zu dem Schluss, dass die Amputation durch die Verbrennung am Arbeitsplatz verursacht worden war. Der Einsatz der Arbeiterkammer hat sich für Helmut B. bezahlt gemacht: Der Arbeitsunfall wurde letztendlich anerkannt. Das heißt: Der Salzburger erhält eine monatliche Unfallrente – seine Existenz ist damit gesichert.

„Das Schicksal von Herrn B. ist kein Einzelfall“, so AK-Präsident Siegfried Pichler. „Täglich wenden sich viele Salzburgerinnen und Salzburger an die Sozialversicherungs-Beratung der Arbeiterkammer. In vielen Fällen drohen die Betroffenen durch das soziale Netz zu fallen. Unsere Expertinnen und Experten helfen, die Ansprüche und Rechte der Menschen durchzusetzen. Dasselbe gilt für unsere Arbeits- oder Konsumentenberatung. Ohne unsere Hilfe würden viele mit ihren Problemen allein dastehen. Auch der Arbeitnehmerschutz leistet einen wichtigen Dienst für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Täglich setzt er sich gemeinsam mit dem Arbeitsinspektorat für die Lebensqualität und die Gesundheit der Beschäftigten ein. Betrachtet man den aktuellen Fall ist es unverständlich, warum bestimmte Parteien diese wichtigen Institutionen schwächen wollen. Im Gegenteil: Ein Ausbau der Kompetenzen und der Ressourcen ist notwendig. Letztlich profitieren auch die Unternehmen davon.“

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