25.4.2018
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Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Gesundheitsberufen enorm belastet

Beschäftigte in Pflege- und Gesundheitsberufen wurden gestern Abend, 24. April, im Rahmen des „Internationalen Tages für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz von der Arbeiterkammer in den Kultursaal Bischofshofen eingeladen. Höhepunkt der Veranstaltung war der Vortrag „Die Kraft des Humors“ von Werner Gruber. Er zeigte wie Humor bei der Bewältigung schwieriger Situationen helfen kann. „Tagtäglich kümmern sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesem Berufsfeld um die Gesundheit anderer. Das ist ihr Job. Doch was ist mit dem eigenen Wohlbefinden? Das darf nicht auf der Strecke bleiben“, so AK-Präsident Peter Eder. „Deswegen setzen wir uns für bessere Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung ein.“

Gestern Abend, 24. April 2018, lud die Arbeiterkammer Salzburg im Rahmen des internationalen Tages für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz (28. April) zur Veranstaltung „Haben wir noch was zu lachen?“ in den Kultursaal Bischofshofen ein. Ein Abend ganz im Zeichen der Pflege- und Gesundheitsberufe. Neben Beratungen zu den Themen ArbeitnehmerInnenschutz und Registrierung der Gesundheitsberufe stand der Vortrag „Die Kraft des Humors“ von Werner Gruber am Programm.

Welche Rolle spielt der Humor beim Bewältigen schwieriger Situationen? Diese Frage beantwortet Werner Gruber vor einem großen Kreis interessierter Zuhörerinnen und Zuhörer. Es geht um viel mehr, als Witze zu erzählen: Humor ist eine Lebenseinstellung. „In Zeiten des technischen Fortschrittes braucht es mehr denn je Menschlichkeit. Humor ist ein ideales Mittel, diese Menschlichkeit im privaten und im Berufs-Alltag zu bewahren. Durch eine humorvolle Haltung und Gelassenheit können wir mit Belastungen, Ängsten und Konflikten besser umgehen“, so Werner Gruber. Damit stieß der Humorbotschafter auf offene Ohren, denn gerade die Beschäftigten in Gesundheits- und Pflegeberufen sind es, die tagtäglich mit belastenden Themen, wie Tod oder schwere Erkrankungen, zu tun haben.

Jeder Dritte hat Angst vor gesundheitlichen Folgen

Leider können nicht alle Probleme mit Humor gelöst werden – vor allem nicht die, der Arbeitsbedingungen. Der Arbeitsklima Index (2016) zeigt: Viele der Beschäftigten erleben ihre Arbeit als sinnstiftend, trotz großer psychischer und körperlicher Belastungen. Dennoch gibt ein Drittel der Befragten an, dass es für sie sehr bzw. eher wahrscheinlich ist, aus gesundheitlichen Gründen nicht bis zum gesetzlichen Pensionsantrittsalter (60 bzw. 65 Jahre) arbeiten zu können. „Das ist erschreckend“, so AK-Präsident Eder. „In diesem Berufsfeld braucht es bessere Arbeitsbedingungen. Arbeit darf nicht krank machen. Auch in Anbetracht einer immer älter werdenden Gesellschaft sind wir auf gesunde Beschäftigte in Pflege- und Gesundheitsberufen angewiesen. Wird sich das in naher Zukunft nicht ändern, gibt es ein Nachwuchsproblem, wie im Tourismus. Denn hohe Belastung und oft bescheidene Bezahlung sind keine Werbung für diese Berufe.“

Generell schlummert im Bereich der Pflege ein großes Jobpotenzial. AK-Berechnungen zeigen, dass die zu erwartende steigende Nachfrage bei mobilen Pflegediensten zwischen 1.400 und 2.700 neue Arbeitsplätze in Salzburg schafft, davon 800 bis 1.500 direkt in der Pflege. „Das sind Jobs mit Zukunft“, betont Eder. „Nun gilt es aber auch, diese Chance zu nutzen!“ Daher fordert die Arbeiterkammer Salzburg:

  • In Richtung Landesregierung: Ausbau der ambulanten Pflege, um den benötigten Pflegebedarf decken zu können.
  • Das ArbeitnehmerInnenschutz-Gesetz darf nicht gelockert werden! Denn das würde nur auf Kosten das Beschäftigen gehen.
  • Die gesetzlich festgeschriebene Evaluierung der psychischen Belastungen muss flächendeckend durchgeführt werden. Eine Nichteinhaltung muss geahndet werden.
  • Der gesellschaftliche Wert von Pflege- und Gesundheitsberufen muss endlich anerkannt und durch bessere Entlohnung honoriert werden.
  • Umsetzung eines Pilotprojektes in der stationären Pflege zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen: Arbeitszeitverkürzung auf 6 Std. pro Tag bzw. 30 Std. pro Woche bei vollem Lohnausgleich
  • Aufgrund des generellen Mangels an Pflegepersonal braucht es dringend eine Ausbildungsoffensive. Zum Beispiel durch Modellprojekte an höheren Schulen.

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