29.6.2017
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Schonend in den Job zurück - statt in die Arbeitslosigkeit

Ein neues Gesetz erleichtert künftig den beruflichen Wiedereinstieg nach längerer Krankheit. „Die Wiedereingliederungs-Teilzeit ist aus unserer Sicht absolut begrüßenswert und ein wichtiger Schritt, damit Betroffene länger arbeitsfähig bleiben und nicht in die Arbeitslosigkeit abrutschen“, so AK-Präsident Siegfried Pichler. Zwei Beispiele aus dem Beratungsalltag der Arbeiterkammer zeigen, wie Menschen damit geholfen wird.

Gute Nachricht für alle, die nach längerer Krankheit wieder in ihren Beruf einsteigen: Ab 1. Juli 2017 gilt das so genannte Wiedereingliederungsteilzeit-Gesetz. Das soll Betroffenen nach langer Abwesenheit einen sanften Re-Start in den Job mit reduzierter Arbeitszeit ermöglichen. „Für die Arbeiterkammer ein wichtiger Schritt, damit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer langfristig arbeitsfähig bleiben und ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Berufsleben vermieden wird“, freut sich AK-Präsident Siegfried Pichler, „was nicht zuletzt auch zu einer Sicherung des gesetzlichen Pensionssystems beiträgt.“

Welche Kriterien müssen erfüllt werden?

Ingrid van Tijn, AK-Referentin für Sozialpolitik, zu den Erfordernissen, um so eine Vereinbarung schließen zu können: „Das Dienstverhältnis muss seit mindestens drei Monaten aufrecht sein. Dann können Beschäftigte mit dem Dienstgeber nach einem mindestens sechswöchigen Krankenstand eine Reduzierung der Arbeitszeit vereinbaren. Grundlage ist die Erstellung eines Wiedereingliederungsplans mithilfe der Organisation „fit2work“. Dabei werden die Leistungsfähigkeit der Betroffenen abgeschätzt und die Arbeitsbedingungen entsprechend angepasst. Dieser Plan muss zumindest Beginn, Dauer, Stundenausmaß und Lage der Teilzeitbeschäftigung enthalten. Die endgültige Bewilligung obliegt dem chefärztlichen Dienst des jeweiligen Krankenversicherungsträgers.“

Die vereinbarte wöchentliche Normalarbeitszeit darf um mindestens ein Viertel und maximal um die Hälfte reduziert werden, jedoch 12 Wochenstunden nicht unterschreiten. Diese Teilzeitphase kann zwischen einem Monat und maximal sechs Monaten gelten. Falls medizinisch erforderlich, kann eine einmalige Verlängerung der Wiedereingliederungs-Teilzeit vereinbart werden. Die Wiedereingliederungsphase darf jedoch in Summe neun Monate nicht überschreiten.

Job behalten statt arbeitslos

Zwei Fälle aus der Beratungspraxis der Soziapolitischen Abteilung der AK zeigen, wie wichtig diese neue Regelung ist und wie Menschen davon profitieren:

  • Das hilft etwa einem Salzburger Installateur, der nach einer Krebserkrankung zwar wieder teilweise arbeitsfähig, aber noch nicht voll belastbar ist.
  • Auch eine Versicherungskauffrau, die an Burn-Out erkrankt war, kann so schonend in ihren Beruf zurückkehren 

„Beide können mit dem neuen Gesetz so schrittweise in ihr Arbeitsleben zurückkommen, anstatt Gefahr zu laufen, Gesundheit und Job zu riskieren“, fasst van Tijn zusammen.

Und: Die Betroffenen müssen keine dramatischen finanziellen Einbußen befürchten, denn ihnen wird ein Wiedereingliederungs-Geld in Höhe des anteiligen Krankengeldes gezahlt. „Wird etwa eine wöchentliche Arbeitszeit von 50 Prozent vereinbart, so erhält die Person 50% ihres vorherigen Lohns plus 50% des Krankengeldes“, so van Tijn, „bei Fragen hilft die AK gerne weiter!“

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