4.4.2018
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Keine Kinderbetreuungsangebot heißt: weniger Einkommen und Pension

Dass es noch ein weiter Weg zu echter Wahlfreiheit in Sachen Kinderbetreuung ist, zeigen zahlreiche Schicksale aus den AK-Beratungen. So wie dieser aktuelle Fall: Eine Alleinerzieherin kann nur halbtags arbeiten, weil sie keinen ganztägigen Betreuungsplatz für ihre kleine Tochter findet. Das mindert nicht nur ihr monatliches Einkommen um 1.000 Euro brutto, sondern reduziert auch ihren zukünftigen Pensionsanspruch um rund 180 Euro brutto. „Solange echte Wahlfreiheit ein Fremdwort bleibt, sind Working Poor und Altersarmut vor allem bei Frauen weiterhin Tür und Tor geöffnet, “, kritisiert AK-Präsident Peter Eder und fordert einen raschen Ausbau der Kinderbetreuungsplätze, vor allem bei den unter 3-Jährigen.   

Auch wenn der Wunsch nach einem Vollzeitjob besteht - vor allem Frauen haben oft keine Wahl und können nur in Teilzeit arbeiten, weil sie sonst Familie und Beruf nicht unter einen Hut bringen. Die Folgen sind zu wenig Geld zum täglichen Leben und geringere Pensionen – Stichworte: Working Poor und Altersarmut. So wie ein aktueller Fall aus der AK-Beratungspraxis. Eine Salzburger Alleinerzieherin möchte Vollzeit arbeiten, kann dies aber bis zum 12. Geburtstag ihrer Tochter nicht, weil es an einem ganztägigen Betreuungsplatz fehlt. Das Resultat: Sie verdient gerade einmal 1.000 Euro brutto und der zukünftige Pensionsanspruch beträgt um 180 Euro brutto weniger als bei einer Vollzeitstelle. 

„Das muss sich ändern“, sagt AK-Präsident Peter Eder an die Adresse der Politik, „flächendeckende und leistbare elementare Bildungseinrichtungen sind nicht nur entscheidende Voraussetzungen für die bestmögliche Förderung unserer Kinder, sondern auch wesentliche Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie – speziell bei Alleinerziehenden.“

Alleinerzieherin fällt um 1.000 Euro und 180 Euro Pension um

Eine 28 Jahre alte, alleinerziehende Mutter einer Tochter hat vor der Geburt ihres Kindes Vollzeit als Büroangestellte gearbeitet. Ihr monatlicher Bruttoverdienst betrug damals 2.000 Euro. Auf Grund einer mangelnden Kinderbetreuungsmöglichkeit war sie in Karenz bis ihre Tochter 2 Jahre alt wurde. Danach fand sie einen Betreuungsplatz, allerdings hat die einzige Betreuungseinrichtung in der Umgebung nur von 8 bis 13 Uhr geöffnet.  

Obwohl die Salzburgerin gerne wieder Vollzeit arbeiten würde, kommt für sie nur eine Teilzeitanstellung in Frage, da Vollzeit mit den Öffnungszeiten der Kinderbetreuungseinrichtung nicht vereinbar ist. Sie ist daher gezwungen, auch die nächsten Jahre nur Teilzeit arbeiten zu können. Die Folgen: Sie verdient nur rund 1.000 Euro brutto monatlich und ihr zukünftiger Pensionsanspruch ist um 180 Euro geringer als bei einer Vollzeitstelle. 

„Vor allem was den Pensionsanspruch betrifft, hätte ein breiteres Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen die Situation für die betroffene Alleinerzieherin wesentlich verbessert“, erklärt AK-Expertin Sabrina Penz, „hätte sie schon ab dem Zeitpunkt, wo ihre Tochter 2 Jahre alt war, in Vollzeit arbeiten können, dann hätte sie einen zukünftigen monatlichen Brutto-Pensionsanspruch von rund 470 Euro und nicht so wie jetzt lediglich etwa 290 Euro.“

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