7.3.2018
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Frauen bestimmen seit 100 Jahren mit - meist entscheiden aber noch die Männer

Seit genau 100 Jahren sind die Frauen zumindest vom Wahlrecht her voll in der Gesellschaft angekommen. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass sie es auch in den Machtpositionen der Wirtschaft und Politik sind. Über Anteile um die 20 Prozent kommen sie nicht hinaus. Von der Politik gar nicht zu sprechen – bei 119 Gemeinden im Bundesland Salzburg gibt es nur 4 Bürgermeisterinnen. Die Quoten, die seit Jänner in vielen Unternehmen Österreichs gelten, sind also ein wichtiger Schritt. Die AK unterstützt Arbeitnehmerinnen mit ihrer Frauenakademie beim Karrieresprung.

Vor genau 100 Jahren erhielten Frauen in Österreich das allgemeine und gleiche Wahlrecht. Der internationale Frauentag wird also heuer am 8.3. in einem ganz besonderen Jahr gefeiert. Seit 1911 kämpfen Frauen an diesem Tag um Beteiligung und Mitbestimmung. Und das nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich.

Gerade in diesem Bereich liegen sie nämlich immer noch deutlich hinter den Männern. 2017 verdiente eine Frau knapp ein Viertel weniger als ein Mann für dieselbe Arbeit. Arbeit, die vor allem von Frauen geleistet wird, ist schlechter bezahlt und bewertet. Und Frauen leisten das Gros der überhaupt unbezahlten Haus- und Pflege- sowie Betreuungsarbeit. Kein Wunder, dass jede 2. Frau im Land Salzburg nur Teilzeit arbeitet.

„Für eine eigene finanzielle Absicherung reicht das Geld dann oft nicht. Viele Frauen sind ökonomisch vom Partner abhängig und im Alter von Armut bedroht“, kritisiert AK-Frauenreferentin Ines Grössenberger.

Nach wie vor zu geringe Präsenz in Führungspositionen

Ganz besonders in den Führungsetagen der Wirtschaft und der Gesellschaft ist die Präsenz von Frauen gering. Bei 50 Prozent Frauenanteil an allen Erwerbstätigen sind in den 200 umsatzstärksten Unternehmen nur 15,8 Prozent zumindest auf der mittleren Führungsebene tätig. In Geschäftsführungen nur mehr 8,4 Prozent. Und lediglich 3,6 Prozent schafften es bis zum Vorstandsvorsitz.

In Salzburgs 20 umsatzstärksten Unternehmen hat sich die Zahl an weiblichen Vorständen seit 2014 von 7,4 auf 3,7 Prozent halbiert. Der Frauenanteil in Geschäftsführungen bleibt mit 5,7 Prozent auf niedrigem Niveau. Immerhin: Es sind mehr Frauen in Aufsichtsräten: 20,9 Prozent statt 19 Prozent 2014. In Unternehmen mit Beteiligung des Landes Salzburg haben es je rund 23 Prozent Frauen in Geschäftsführung und Aufsichtsrat geschafft.

Ines Grössenberger: „Das alles zeigt, dass Führungs- und Entscheidungspositionen nach wie vor vorzugsweise mit Männern besetzt werden. Die Nachfolge wird oft in persönlichen, überwiegend männlichen Netzwerken gesucht. Auch wenn es passende weibliche Anwärterinnen gäbe. Dafür spricht etwa, dass nur 4 von 119 Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern im Land weiblich sind. Und nicht einmal ein Drittel der Landesregierung.“

Im Salzburger Gleichbehandlungsgesetz wurde kürzlich die Frauenquote, die erreicht werden soll, auf 50 Prozent erhöht. Jetzt müssen auch Maßnahmen ergriffen werden, um Frauen Führungspositionen in der Landesverwaltung tatsächlich zu ermöglichen. Denn die öffentliche Verwaltung kann eine Vorbildfunktion einnehmen. Das zeigt sich  am gestiegenen Frauenanteil in den oberen Etagen staatsnaher Unternehmen, die schon vor Jahren eine selbst auferlegte Quote eingeführt haben.

Frauenakademie der AK: Starthilfe für die Führungskarriere

AK-Vizepräsident Peter Eder: „Die Karrierepfade von Frauen orientieren sich immer noch zu oft an althergebrachten Rollen. Quotenregelungen schärfen den Blick für das Problem. Deshalb ist es gut, dass Österreich seit Jänner eine Regelung für börsennotierte Unternehmen und solche mit mehr als 1.000 Mitarbeitern hat. Man hat seither noch nie keine passende Frau gefunden. Es muss sich also vor allem das Denken und Handeln in vielen Unternehmen ändern.“

Damit das neue Gesetz schnell zu Ergebnissen führt fordert die AK von der Regierung einen jährlichen Fortschrittsbericht. Auch die Unternehmen sind gefragt: Durch eine frühzeitige Nachfolgeplanung können Frauen beim Nachbesetzen einer  Führungsposition besser berücksichtigt werden. Es geht außerdem darum, neue Arbeitszeit- und Führungsmodelle („Top-Sharing“) möglich zu machen: Damit Frauen auch in Teilzeit die Chance auf Führungspositionen haben.

Letztendlich fordert die AK nicht nur einen genaueren Blick, um qualifizierte Frauen zu finden. Auch die Anforderungsprofile für Stellen gehören konkretisiert. „Mit unserer Frauenakademie unterstützen wir Frauen, ihre Potenziale zu erkennen, Netzwerke zu nutzen, und sich Herausforderungen mutig zu stellen. Es geht darum, die eigene Zukunft in die Hand zu nehmen und einzufordern. So wie es Frauen seit 100 Jahren und länger tun müssen, damit sie gleichberechtig gehört werden. Wir unterstützen sie dabei“, so Ines Grössenberger und Peter Eder. 

September 2018


17.09. - 18.09.2018 9 - 16 Uhr Salzburg, Seminar

Frauenakademie 2018 - Modul 4

ausgebucht

Ein Einschubtermin findet im Oktober statt.

Oktober 2018


15.10.2018 - 16.10.2018 9 - 16 Uhr Salzburg, Seminar

Frauenakademie 2018 - Modul 5

Visionen und Ziele.

November 2018


12.11. - 13.11.2018 9 - 16 Uhr Salzburg, Seminar

Frauenakademie 2018 - Modul 6

Konflikte meistern und den Spielraum erweitern

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