12.6.2017
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Das Beste für Eltern und Kinder - mehr Sicherheit und Wege für Familienzeit

Dass Kinder, bei denen sich beide Eltern aktiv in die Erziehung und Betreuung einbringen davon unglaublich profitieren, zeigen zahlreiche Studien. Seit vielen Jahren wird auch versucht, ein entsprechendes Familienbild zu vermitteln. Doch trotz Regeln für Familienzeit und geteiltem Kinderbetreuungsgeld-Bezug zögern noch viele Männer. Darauf macht die AK anlässlich des Vatertages aufmerksam. „Wir wünschen Vätern mehr Zeit für Ihre Familie! Dazu braucht es aber auch eine bessere arbeitsrechtliche und finanzielle Absicherung“, fordert AK-Präsident Siegfried Pichler.

Seit Jahrzehnten wird versucht, ein Familienbild zu vermitteln, das auch Männer mehr an der Erziehungs- und Betreuungsarbeit von Kindern teilhaben lässt. Davon profitieren nicht nur die Kinder, sondern auch deren Väter. Ihr Interesse, sich an der Kinderbetreuung zu beteiligen, steigt. „Das spiegelt sich auch in unserer Beratungspraxis wieder. Immer öfter erkundigen sich beide Elternteile über  die Varianten des Kinderbetreuungsgeldbezuges“, sagt Ingrid van Tijn aus der AK-Sozialberatung.

2010 wurden die einkommensabhängige und die Kurzvariante (12+2) des Kinderbetreuungsgelds eingeführt. Das zeigt Wirkung: Die Väterbeteiligung an dieser Sozialleistung stieg in Salzburg von 6 Prozent auf 15 Prozent. „Ein guter Fortschritt. Aber leider nimmt der Großteil der Väter nur das Minimum der möglichen Elternzeit in Anspruch – 2 bis 3 Monate“, so Ingrid van Tijn. Die Beteiligung der Väter an der Kinderbetreuung ist 25 Jahre nach Einführung der Väterkarenz also noch sehr ausbaufähig.

Im März 2017 wurde mit dem Familienzeitbonusgesetz ein weiterer Anreiz für mehr Väterbeteiligung geschaffen.  Diese haben künftig die Möglichkeit, sich nach der Geburt eines Kindes 28 bis 31 Tage bezahlte Auszeit von der Arbeit zu nehmen, um sich ausschließlich der Familie zu widmen. „Die Väter erkundigen sich auch bereits vermehrt darüber“, sagt van Tijn. Aber das Vorhaben scheitert oft:

  • Der Arbeitgeber beziehungsweise die Arbeitgeberin muss zustimmen.
  • Es gibt keinen Kündigungsschutz für junge Väter. Aus Angst, ihre Arbeit zu verlieren sprechen diese daher das Thema Familienzeit oft gar nicht erst an.
  • Nicht jede Familie kann sich Familienzeit leisten. Auf den Arbeitsverdienst wird in diesem Monat gänzlich verzichtet. Der Familienzeitbonus von rund 700 Euro gleicht das nicht aus.

Familienzeit finanziell und arbeitsrechtlich erleichtern

„Anlässlich des Vatertags möchten wir daran erinnern: Um die partnerschaftliche Aufteilung der Kinderbetreuung zu ermöglichen, braucht es bessere arbeitsrechtliche und finanzielle Absicherung während der Familienzeit. Und es braucht nach wie vor mehr gesellschaftlich Akzeptanz gegenüber Vätern, die diese Rolle aktiv ausüben wollen“, stellt AK-Frauenreferentin Ines Grössenberger klar.

Dafür muss noch viel geschehen, denn noch immer geben etwa 70 Prozent der Frauen im Arbeitsklima Index der AK für Gesamtösterreich an, die Haushalts- und Betreuungspflichten alleine oder zum Großteil alleine wahrzunehmen. Halbe – Halbe, das Idealbild, ist noch in weiter Ferne. Es ist gerade mal in jedem vierten Haushalt Realität. Nur etwa jeder beziehungsweise jede Fünfte in Österreich beurteilt das Land laut Familienministerium als väterfreundlich. Siegfried Pichler: „Es braucht mehr Vorbilder, die Familienzeit in Anspruch nehmen, die das Bewusstsein dafür bilden. Und es braucht mehr Betriebe, die Vätern ermöglichen, ihre Rolle intensiver auszuüben, die Sicherheit vermitteln statt Männer bei dieser Entscheidung zu verunsichern.“

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