8.3.2018
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Kosten bei Umzugsfirmen: Zusatzgebühren beachten und Preise vergleichen

Der AK-Konsumentenschutz hat die Preise von Umzugsfirmen erhoben. Das Resultat: Ein wahrer Angebotsdschungel, der kaum zu überblicken ist. Preisunterschiede von 56 bis 106 Prozent sind je nach Service-Umfang aufgefallen. Deshalb empfiehlt die AK nicht nur Preise zu vergleichen, sondern speziell auf Fahrtkosten und Zusatzgebühren zu achten, etwa ob wegen eines nicht vorhandenen Lifts Aufschläge verrechnet werden. AK-Vizepräsident Peter Eder: „Wohnen ist in Salzburg exorbitant teuer, da ist jeder ersparte Euro wichtig. Neben unseren politischen Forderungen, wollen wir auch mit unserem Serviceangebot Wohnen leistbarer machen – denn Wohnen ist ein Grundrecht und darf nicht Luxus sein.“  

Die Konsumentenberatung der Arbeiterkammer hat die Preise von Salzburger Umzugsfirmen erhoben. Schnell stellte sich heraus, dass es gar nicht so einfach ist, in diesem Bereich Vergleiche anzustellen. „Das Schwierige bei dieser Erhebung ist, dass sich ein Umzug sehr individuell gestaltet“, sagt Konsumentenschützer Christian Obermoser, der diese Analyse durchgeführt hat, „demnach werben die meisten Anbieter mit einem persönlichen, kostenlosen Besichtigungstermin, auf dessen Basis dann ein Pauschalpreis vereinbart wird.“ Dieser Umstand ist den Bedingungen vor Ort geschuldet: Wie viele Stockwerke zu überwinden sind, ob es eine Liftanlage gibt, ob direkt vor der Haustür be- oder entladen möglich ist, ob es sich um sperriges Mobiliar handelt – all das kann den Preis für ein Umzugsservice beeinflussen.  

Teils große Unterschiede bei Stundensätzen

Zuerst wurden einmal die Stundensätze für 3 verschiedene Szenarien untersucht. Szenario 1 – der Kunde bucht 1 LKW mit einem Umzugshelfer: Hier ist die größte Preisdifferenz zwischen billigstem und teuerstem Angebot aufgefallen. Von 36 bis 74,40 Euro (106,67 Prozent) ist hier eine Stunde zu haben.

Szenario 2 – LKW plus 2 Personen: Bei dieser Variante ist der Preisunterschied am geringsten. Das kostet zwischen 71,50 und 111,60 Euro – eine Differenz von 56,08 Prozent.

Szenario 3 – LKW+3 Helfer: Hier beträgt die Preisdifferenz 69,09 Prozent pro Stunde, bzw. wurden Kosten zwischen 88 und 148,80 Euro festgestellt.

„Wir empfehlen darauf zu achten, ob es eine Mindestbuchungszeit gibt“, so Obermoser, „denn unter den erhobenen Unternehmen waren Anbieter dabei, die eine Mindestbuchungszeit von 3 Stunden verrechnen.“

Fahrtkosten:  alles ist möglich

Unübersichtlich wird es, wenn es um die Fahrtkosten geht, wie die Erhebung zeigt: Es gibt Anbieter, die innerhalb der Stadt Salzburg kein Kilometergeld, außerhalb der Stadt 0,30 Euro pro Kilometer verrechnen. Ähnlich ein Anbieter, der innerhalb von 30 Kilometer nichts verrechnet, dafür aber außerhalb dieses Umkreises gleich 2,94 bis 5,16 Euro pro Kilometer (je nach Personen 1-3). Bei weiteren Unternehmen beträgt das Kilometergeld zwischen 0,66 und 1,80 Euro pro Kilometer. „Von gratis über 0,30 bis 5,16 Euro pro Kilometer (entspricht einer Differenz 1.620 Prozent) ist also alles möglich“, bilanziert AK-Experte Christian Obermoser.

Kostenfaktoren Umzugskartons und Versicherungen

Für die, die einen Umzug planen, stellt sich auch oft die Frage nach dem Verpacken – Stichwort Umzugskartons. Umzugsfirmen bieten natürlich auch Umzugskartons zum Kauf an. Der Durchschnittspreis liegt bei 3,35 Euro (2 bis 6 Euro, Preisspanne: 300 Prozent). „Bei vielen Anbietern werden jedoch auch Leihkartons oder gebrauchte Kartons vergünstigt oder sogar kostenlos angeboten. Nachfragen kann hier eine Einsparmöglichkeit bieten“, rät Obermoser.

Besser zweimal hinschauen heißt es auch beim Thema Versicherung. Manche Firmen haben einen Basisversicherungsschutz bereits inkludiert. Bei Wertgegenständen oder antiken Möbeln empfiehlt sich dennoch, eine Zusatzversicherung abzuschließen.

Beispiele für Umzugskosten

Basierend auf diesen Ergebnissen, haben die AK-Konsumentenschützer 2 Beispiele errechnet, was die Buchung eines Umzugsservices kosten kann.

Beispiel 1 - Umzug innerhalb der Stadt Salzburg, Distanz 5 Kilometer: Ein Tag Umzug mit LKW, 3 Personen für 7 Stunden, 20 neue Umzugskartons (Durchschnittspreis 3,35 Euro) sowie durchschnittliche Fahrtkosten (0,45 Euro pro Kilometer) kostet 837 Euro.

Beispiel 2 – Umzug von der Stadt Salzburg in eine 35 Kilometer entfernte Umlandgemeinde: Ein Tag Umzug mit LKW, + 3 Personen für 7 Stunden, einer Zusatzstunde für längere Fahrtzeiten, 20 neue Umzugskartons kommt auf etwa 987 Euro.

Achtung auf Zusatzgebühren: nicht alle arbeiten seriös

Wenn es darum geht, ein Umzugsunternehmen auszuwählen, rät die Arbeiterkammer zur Vorsicht bei „zu günstigen“ Preisversprechen, vor allem im Internet. „Wenn ein Umzugsservice Preise ausweist, die zu niedrig sind, um wahr zu sein, dann sind überraschende oder spontane Zusatzgebühren zu befürchten“, so Obermoser. Immer wieder registrieren die AK-Konsumentenschützer Beschwerden über unseriös arbeitende Anbieter. Meist mit derselben Masche: Zu Beginn wird mit sehr niedrigen Stundensätze geworben. Die Ernüchterung bei den Konsumentinnen und Konsumenten kam, als dann plötzlich Zuschläge für Stockwerke, schwere Gegenstände und ähnliches dazukamen. Oft dann, wenn das Umzugsgut schon mitten auf der Straße stand oder bereits verladen war und die Kundschaft dadurch extrem unter Druck stand.

Die AK empfiehlt, sich an lokale oder vielleicht sogar bereits bekannte Unternehmen in der Umgebung zu wenden, statt ausschließlich im Internet zu recherchieren. Welches Unternehmen dann auch immer gewählt wird: Auf alle Fälle Zusatzgebühren neben den Stundensätzen erfragen, bzw. vereinbaren.

AK-Tipps rund um den Umzug

Zusammengefasst Tipps und Empfehlungen der Arbeiterkammer, wenn ein Umzugsservice ins Auge gefasst wird

  • Preise vergleichen: Wie wird An- und Abfahrt verrechnet? Kommen Kosten pro Kilometer hinzu? Werden Zuschläge verrechnet (wie etwa Stockwerk, Lift, schwere Gegenstände)
  • Oftmals werden bei Besichtigung Pauschalpreise ausverhandelt. Hier kann es sich lohnen, mehrere Angebote einzuholen
  • Wer Umzugskartons braucht, sollte nach gebrauchten Kartons oder Kartons auf Leihbasis fragen
  • Fragen Sie nach dem Versicherungsschutz. Bei manchen Anbietern sind Versicherungsleistungen inklusive. Gerade bei Wertgegenständen oder antiken Möbeln sollte eine Zusatzversicherung angedacht werden
  • Achten Sie auf Mindestbuchungszeiten - gerade bei kurzen Wegstrecken
  • Außerhalb der Normalarbeitszeiten können Zuschläge hinzukommen
  • Nach erfolgter Entladung das Mobiliar auf eventuelle Schäden hin prüfen.
    Keinesfalls vorab oder ohne Überprüfung eine schadensfreie Lieferung mit seiner Unterschrift bestätigen
  • Achtung vor unseriösen Preisversprechen. Wenn ein angebotener Preis zu niedrig ist um wahr zu sein, dann ist er es oft auch nicht. Ein Stundensatz von 25 Euro für LKW und 3 Personen, kann sich für ein Unternehmen wohl kaum rechnen. Hier ist besonders auf unerwartete Zuschläge zu achten. Vorab vereinbarte Pauschalpreise sind auch einzuhalten. Unterschreiben Sie während dem Umzug keine davon abweichenden Angebote

Weitere Tipps, wie beim Wohnen Geld und Ärger gespart werden kann finden sich rund um den Schwerpunkt „Wohnen“

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