8.5.2018
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Beschäftigungszuwachs: Der Lungau ist Landesmeister

Kein anderer Bezirk im Bundesland Salzburg hat einen größeren Beschäftigungszuwachs als der Lungau. Zwischen Juli 2016 und Juli 2017 wurden um 4,2 Prozent mehr Stellen geschaffen – doppelt so viel als der Landesschnitt. Mitverantwortlich für diesen Erfolg ist das Unternehmen KACO-Dichtungstechnik Ges mbH, das AK-Präsident Peter Eder im Rahmen seines Bezirkstages am Dienstag, den 8. Mai 2018, besuchte. „Der Betrieb ist wichtig für die Region“, so Peter Eder. „KACO sichert als größter Arbeitgeber im Lungau nicht nur die Jobs vieler Menschen, sondern setzt sich auch für die Betreuung der Kleinsten ein.“ Nur mit einer großzügigen finanziellen Unterstützung der Firma war das Einrichten einer „Spürnasenecke“ im Kindergarten St. Michael möglich. Aber: In Sachen Kinderbetreuung hat der Lungau dennoch großen Aufholbedarf – wie eine AK-Studie zeigt.

Im Lungau wird Vieles richtig gemacht: Die Einkommen liegen im Mittelfeld, die Arbeitslosigkeit ist gegenüber dem Vorjahr deutlich um 7,6 Prozent zurückgegangen und kein anderer Bezirk kann sich über einen ähnlich hohen Beschäftigungszuwachs freuen. Im Vergleichszeitraum (Juli 2016 und Juli 2017) ist die Anzahl der Beschäftigten um 4,2 Prozent bzw. 290 Stellen gestiegen (Landesschnitt: +2,1 %).

Einen wahren Wachstumsboom erfuhr die Produktions-Branche. Hier konnten binnen eines Jahres 82 neue Jobs geschaffen werden. Einen wichtigen Beitrag an dieser Erfolgsgeschichte hat Lungaus größte Firma: KACO-Dichtungstechnik Ges mbH mit Sitz in St. Michael.

Das stark expandierende Unternehmen – welches für die größten Automobilhersteller Europas Dichtungen baut – stellte zwischen Juli 2016 und Juli 2017 rund 25 Mitarbeiter ein. „Fast jeder dritte neue Job in dieser Branche wurde bei KACO geschaffen“, freut sich AK-Präsident Peter Eder. „Solche Unternehmen haben einen wichtigen Einfluss auf die Region. Sie bieten den Menschen Vollzeit-Arbeit sowie die Sicherheit einer ganzjährigen Beschäftigung. Die Mitbestimmung der Arbeitnehmer ist dort höher, weil es meist einen Betriebsrat gibt, der für einen guten Interessenausgleich von Unternehmensführung und Beschäftigten sorgt.“

Aufholbedarf bei Kinderbetreuung

KACO sorgt nicht nur für ein erhebliches Beschäftigungsplus im Bezirk, das Unternehmen kümmert sich abseits des Tagesgeschäfts um gesellschaftlich wichtige Themen: wie etwa die Kinderbetreuung. Durch einen finanziellen Zuschuss von KACO konnte im Kindergarten St. Michael eine „Spürnasenecke“ eingerichtet werden. Die Initiative soll das Interesse an Mathematik und Technik schon in jungen Jahren wecken und die Experimentierfreude mit lustigen altersgerechten Spielen fördern. AK-Präsident Eder kennt die „Spürnasenecke“ schon aus seiner Zeit als Bürgermeister. „Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, wie wichtig Firmen wie KACO sind, die sich um die Förderung einer Region kümmern – und das beginnt schon bei der Betreuung der Kleinsten.“

Apropos Kinderbetreuung: Bei diesem Thema hat der Lungau großen Aufholbedarf – vor allem bei der institutionellen Betreuung der unter 3-Jährigen. Eine aktuelle AK-Studie („Kinderbetreuung in Salzburg“) zeigt: Die Betreuungsquote liegt lediglich bei 16,2 Prozent – Salzburgschnitt: 25,6 Prozent. Damit belegt der Lungau im Bezirksranking nur den 4. Platz. Und: Nur drei Einrichtungen bieten Varianten, die sich mit den Vollzeitjobs beider Elternteile vereinbaren lassen.

AK: Eltern brauchen echte Wahlfreiheit

„Das hat nichts mit Wahlfreiheit zu tun“, so Peter Eder. „Wegen des fehlenden Angebots, sind Eltern – vorwiegend Frauen – dazu gezwungen, die Arbeit zu reduzieren, zu beenden oder länger als geplant, zuhause bei den Kindern zu bleiben. Die Folgen im Hinblick auf das weitere Berufsleben sind gravierend: Einkommensverluste, erhöhte Armutsgefährdung und letztlich eine mangelnde eigenständige Pensionsabsicherung. Aus diesem Grund fordere ich flexible, ganzjährige und flächendeckende Kinderbetreuung. Denn nur so kann Beruf und Familie unter einen Hut gebracht werden.“ 

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