3.7.2017
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Bei Arbeitszeit geht es um die Menschen - Fairness statt Rückschritt

Der vorläufigen Nicht-Einigung bei der Arbeitszeit steht die Einigung auf 1.500 Euro Mindestlohn für alle gegenüber. Es wird weiterverhandelt. Das ist das Wesen der Sozialpartnerschaft. Diese Partnerschaft zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite wird auch in Zukunft Lösungskompetenz zeigen und ist gerade in diesen Zeiten ohne funktionierende Regierung der stabile Anker und Garant für sozialen Frieden, auch wenn man sich bei der Arbeitszeit (noch) nicht einigen konnte“, sagt AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Siegfried Pichler. 

„Der generelle 12-Stundenarbeitstag zum Nulltarif wäre ein Rückschritt ins Mittelalter gewesen, das sind wir Arbeitnehmerinteressenvertreter und keine Interessenverräter“, sagt Salzburgs AK-Präsident Siegfried Pichler. Es geht um das Wohl der Beschäftigten, um die Gesundheit am Arbeitsplatz, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Wir wissen gerade aus dem Arbeitsklimaindex, wie sehr sich überlange Arbeitszeiten und Überstunden, auf die Gesundheit und auf das Arbeitsklima auswirken.  

Bei Arbeitszeit herrscht kein Termindruck

„Eine solche Regelung darf keine Einbahnstraße für die Arbeitnehmer sein und nur rein den Interessen der Wirtschaft folgen. Aber: Was spricht dagegen, wenn man sich hier noch mehr Zeit nimmt und eine tragfähige Lösung findet, die für alle Seiten eine Win-Win-Situation ist? Es geht um Gerechtigkeit und Fairness. Die Qualität und der Inhalt einer Regelung sind viel wichtiger als irgendein Termin.“ Zur Erinnerung: Die derzeitige Regierung hatte – schon in ihren Endzügen – den Sozialpartnern einen Termin zur Einigung vorgegeben. Nun ist diese Koalition auseinandergebrochen und existiert defacto nicht mehr. 

Der AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzende betont auch, dass jetzt schon viele kollektivvertragliche Regelungen, flexible Arbeitszeitgestaltung ermöglichen, die die Bedürfnisse der Arbeitgeber sowie der Arbeitnehmer berücksichtigen und unter einen Hut bringen. „Einen generellen 12-Stundentag kann und konnte es nicht geben. Die Welt geht für die Wirtschaft jetzt sicher nicht unter “, so Pichler.

Aber: „Das Wesen einer funktionierenden Partnerschaft ist, dass man sich weiterhin zusammensetzt und an einer Lösung arbeitet. In einer fairen und konstruktiven Partnerschaft gibt es viele Gemeinsamkeiten und Errungenschaften, aber auch einmal unterschiedliche Auffassungen und auch zeitweise einmal keine Einigung.“  

Mindestlohn ein Meilenstein

In der Frage der Lohnpolitik haben die Sozialpartner wie gewohnt bereits Lösungskompetenz gezeigt: Die Einigung beim Mindestlohn ist ein Erfolg, der nicht kleingeredet oder weggeredet werden kann. Österreichweit profitieren rund 140.000 Menschen davon, die jetzt trotz Vollzeitarbeit weniger als 1.500 brutto verdienen. In Salzburg sind es 16.000 Menschen. Für diese Menschen bleibt zu wenig zum Leben!

Für die Betroffenen ist diese Einigung ein Meilenstein. Es wurde darauf geachtet, dass die beiden Fragen des Mindestlohns für Einige  bzw. der Arbeitszeit für Alle nicht miteinander junktimiert wurden. 

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