11.12.2017
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Preise vergleichen und Kostenvoranschläge einholen

Ein wahrer Dschungel für Konsumenten: Unterschiedliche Verrechnungspraktiken und sehr hohe Preisunterschiede. So das Ergebnis einer aktuellen AK-Erhebung der Kosten, wenn man einen Installateur braucht. Je nach Professionist können Preisdifferenzen von bis zu 168 Prozent auftreten, manche verrechnen die Anfahrt als Arbeitszeit, andere als Pauschale. „Das macht Preisvergleiche sehr schwierig, trotzdem raten wir zu vergleichen, indem man Kostenvoranschläge einholt“, empfiehlt Konsumentenschützerin Claudia Bohl, „das spart Geld und verhindert Preisexplosionen im Nachhinein.“    

Die Arbeiterkammer Salzburg hat die Preise von 71 Installateur-Betrieben im Bundesland Salzburg miteinander verglichen. „Dabei wurden die Kosten für Arbeitsstunden von Meister, Geselle, Lehrling und Helfer erfasst. Erhoben wurden außerdem, ob es eine Mindestarbeitszeit gibt sowie ob und wie sich Fahrtkosten zu Buche schlagen“, berichtet AK-Konsumentenschützerin Claudia Bohl, die diese Erhebung durchgeführt hat. 

Die Ergebnisse: Preisunterschiede für die Arbeitsstunde von bis zu fast 170 Prozent und ein wahrer Dschungel, was die Zusatzkosten betrifft.

Installateu(e)r? Arbeitsstunde ist nicht gleich Arbeitsstunde

Was die reinen Kosten für eine Arbeitsstunde betrifft, hängt davon ab, welches Personal anrückt: Der Preis für eine Meisterstunde liegt bei dieser Erhebung zwischen 38 und 102 Euro, also eine Maximaldifferenz von 168 Prozent.

Etwas günstiger die Gesellenstunde: Von 33 bis 81,60 Euro spannt sich hier der Preisbogen – Differenz: 147 Prozent. Helferstunden liegen preislich zwischen 35 und 67,20 Euro (Preisdifferenz 92 Prozent). Bei den Lehrlingsstunden wird in den meisten Unternehmen für alle Lehrlinge ein gleich hoher Stundensatz verrechnet, unabhängig davon in welchem Lehrjahr sie sich befinden. Hier herrschen Preisunterschiede von 25 Euro bis 67,20 Euro, also eine Differenz von 168 Prozent (lediglich 8 von 71 Unternehmen unterscheiden beim Preis nach der Ausbildungszeit).

Installateurpreise überproportional gestiegen

Die Arbeiterkammer hat bereits im Jahr 2012 eine solche Erhebung gemacht. Die Steigerungen: Meister + 14 Prozent, Geselle + 15,5 Prozent, Lehrling + 24,4 Prozent und Helfer plus 20 Prozent. „Der Verbraucherpreis-Index (VPI) ist im selben Zeitraum um 8,8 Prozent gestiegen ist“ sagt Konsumentenschützerin Bohl, „die durchschnittliche Preisentwicklung liegt bei allen Stundenpreisen also deutlich über der Inflationsrate.“ 

Wie sieht es übrigens im Bezirksvergleich aus, gibt es auch regionale Preisunterschiede? Ja: So ist eine Partiestunde (Meister- und Helferstunde) in der Stadt Salzburg mit einem Durchschnittspreis von 126,67 Euro am teuersten. Am billigsten ist die Partie im Lungau mit durchschnittlich 90,60 Euro. 

Zusatzkosten – ein wahrer Dschungel

Allein die Kosten für eine Arbeitsstunde helfen bei einem Preisvergleich aber nicht wirklich weiter denn: „hinsichtlich der Fahrtkosten ist zu sagen, dass diese sehr unterschiedlich verrechnet werden. 63 Unternehmen berechnen die Weg-Zeit als Arbeitszeit. Dazu kommt, dass viele Betriebe zusätzlich Fahrtkostenpauschalen, bzw. km- oder Zonen-Geld verrechnen“, so Bohl.

Nur knapp ein Drittel (25) der erhobenen Betriebe verrechnet ihre Arbeitszeit nach dem tatsächlichen Aufwand. Alle anderen berechnen den Kundschaften Mindestarbeitszeiten zwischen 15 bis 30 Minuten.  

Preisvergleich: Der Teufel steckt im Detail

Ein weiteres Problem, das gehäuft in der AK-Beratung auftritt, ist jenes mit der Verrechnung der Fahrtkosten. „Hier wird oft die kilometerbezogene Abrechnung kritisiert. Die Leute fragen sich zu Recht, von welchem Ausgangspunkt die Kilometer berechnet werden - Firmensitz oder vorheriger Auftragsort?“, erklärt die AK-Expertin. 

Der Teufel steckt also im Detail: Aufgrund der unterschiedlichen Verrechnungspraktiken der Unternehmen ist eine Vergleichbarkeit der Preise oft kaum möglich. Entweder fallen die Installateur-Stunden auf den ersten Blick sehr hoch aus, dafür wird die Weg-Zeit nicht als Arbeitszeit verrechnet. Oder: der Preis für die Installateur-Stunde ist vergleichsweise niedrig angesetzt - allerdings wird bezüglich der Fahrtkosten eine Pauschale, plus km-Geld und Verrechnung der Weg-Zeit als Arbeitszeit festgesetzt. Als Orientierungshilfe rät Konsumentenschützerin Bohl, Kostenvoranschläge einzuholen.

AK-Tipps

  • Ein Preisvergleich nach Einholung mehrerer Angebote ist jedenfalls empfehlenswert
  • Wenn möglich, Kostenvoranschlag einholen, damit man am Ende keine negative Überraschung erlebt.
  • Ein Kostenvoranschlag muss nur bezahlt werden, wenn Sie vorher darauf aufmerksam gemacht wurden.
  • Kostenvoranschläge sind verbindlich, wenn nicht ausdrücklich etwas anderes vereinbart wurde. Die Endsumme darf aber keinesfalls höher ausfallen, als im Kostenvoranschlag angegeben.
  • Bei unverbindlichen Kostenvoranschlägen darf die Endsumme nicht mehr als 10 bis 15 Prozent vom Voranschlag abweichen. Ausnahme: der Unternehmer hat diesbezüglich Rücksprache mit Ihnen gehalten.
  •  Achtung Kostenfalle: Erkundigen Sie sich über die Verrechnung der Fahrtkosten und bedenken Sie auch, dass die Weg-Zeit eventuell als Arbeitszeit verrechnet wird.

Übrigens: Wer mit einem Installateur mündlich eine Pauschale vereinbart, soll sich das unbedingt schriftlich bestätigen lassen.

 

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