17.7.2017
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Krank im Urlaub? Worauf man bei Versicherung und Job achten sollte

Lebensmittelvergiftung, Unfall, Knochenbruch, Sonnenstich. Das alles kommt auch im Urlaub vor. Allerdings: Wenn, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf Reisen krank werden, dann wirft das besondere Fragen auf. Muss ich es dem Dienstgeber melden und was bedeutet das für meinen Urlaub? Gilt meine Sozialversicherung im Ausland und welche Kosten sind abgedeckt? Was, wenn ich nach dem Urlaub nicht gleich wieder arbeiten kann? 

„Eine Krankheit im Urlaub kann sich sehr wohl auch auf die Arbeit außerhalb des Urlaubs auswirken“, weiß AK-Experte Heimo Typplt. Hier die wichtigsten Tipps, was man beachten sollte:

  •  Eine Krankheit, die länger als 3 Kalendertage andauert, unterbricht den Urlaub. Ein solcher Krankenstand muss dem Arbeitgeber sofort gemeldet werden. Außerdem muss man einen Nachweis über die Dauer der Erkrankung erbringen.
  •  Achtung: Wird der Urlaub durch eine Krankheit unterbrochen, dann verlängert er sich nicht etwa automatisch um die Zahl der Krankenstandstage. Ist die mit dem Arbeitgeber vereinbarte Auszeit vorbei und der Arbeitnehmer wieder gesund, dann muss man auch wieder zur Arbeit.
  • Am ersten Arbeitstag nach dem „Urlaub“ sollten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer neben dem Attest des ausländischen Arztes eine Bescheinigung vorlegen, dass dieser Arzt zur Ausübung seines Berufes befugt ist.

Bin ich mit der E-Card auch im Ausland versichert?

Eine Erkrankung im Ausland wird auch sozialrechtliche Fragen auf. „Mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (EKVK) ist man prinzipiell  in der EU und im Europäischen Wirtschaftsraum abgesichert“, sagt Heimo Typplt:

  •  Der Versicherungsnachweis befindet sich auf der Rückseite der e-Card.
  •  Für Serbien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina und die Türkei gilt die EKVK nicht. Für diese Länder kann man einen Betreuungsschein bei der Gebietskrankenkasse beantragen. Er wird im Krankheitsfall gegen einen örtlichen Krankenschein ausgetauscht – in Serbien und Bosnien geht das auch mit der e-Card.
  •  Achtung: Mit Ihrer Krankenversicherung sind im Ausland nur Kosten für Akut-Fälle abgedeckt. Wer extra ins Ausland fährt, um sich dort einer Behandlung zu unterziehen, muss selbst zahlen.
  •  Außerhalb des EWR muss man die Behandlungskosten selbst tragen. Die heimische Krankenversicherung ersetzt bis zu 80 Prozent der Kosten, die bei der gleichen Behandlung bei einem Vertragsarzt in Österreich entstanden wären. Spitäler können besonders teuer werden.
  • Wer auf Nummer sicher geht, schließt privat eine Auslandskrankenversicherung für den Urlaub ab. Bei vielen Kreditkartenanbietern erhält man mit der Buchung per Karte eine kostenlose Unfall- und Krankheitsversicherung. Am besten nachfragen. 

Was ist im Krankenstand erlaubt und was nicht?

Lässt man sich krankschreiben, dann sollte man sich auch so verhalten: „Wird ein Arbeitnehmer mit einem grippalen Infekt und erhöhter Temperatur krankgeschrieben, dann darf er sich nicht in der prallen Sonne am Meer aufhalten. Bei einer Fußverletzung spricht wiederum nichts gegen einen Strandbesuch“, so AK-Experte Typplt. Prinzipiell ist im Einzelfall zu entscheiden, was man tun und lassen darf. In jedem Fall muss man sich aber so verhalten, das man möglichst bald wieder arbeitsfähig ist. Bei Unklarheiten am besten beim Arzt nachfragen. 

Was ist, wenn ich verspätet zum Arbeitsplatz komme?

Sitzt man wegen Krankheit oder Verletzung fest, ist das kein Kündigungsgrund. Das nennt sich „entgeltfortzahlungspflichtige Dienstverhinderung“. In diesem Fall darf auch vom Dienstgeber kein einseitiger Urlaub angeordnet werden. Selbiges gilt übrigens bei Streiks, schlechtem Wetter oder wenn eine Behörde die Weiterreise verhindert, etwa bei Problemen mit den Reisedokumenten. „Auch wenn Angehörige krank werden und man deshalb nicht rechtzeitig zum Dienst kommen kann, braucht man keine Angst um seinen Job zu haben“, sagt Heimo Typplt.

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