23.3.2018
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42 Jahre im Dienst der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Nach fast 15 Jahren als AK-Präsident und insgesamt 42 Jahren im Dienste der Beschäftigten hat sich Siegfried Pichler heute in den Ruhestand verabschiedet. Pichler hat viel für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bewegt: Forcierung von Aus- und Weiterbildung für mehr Chancengerechtigkeit, Tauschbörse und Steuerlöscher, die den Menschen helfen Geld zu sparen oder Umbau der AK in ein modernes Dienstleistungsunternehmen und Beratungszentrum, in dem die AK-Experten jährlich tausenden Salzburgern mit Rat und Hilfe zur Seite stehen – um nur einige seiner Initiativen zu nennen. „Ohne die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer würde die Wirtschaft nicht funktionieren. Auf diese Leistung können die Beschäftigten stolz sein – und selbstbewusst ihren Anteil am Erfolg einfordern. Dafür haben die arbeitenden Menschen höchste Wertschätzung verdient“, so der scheidende AK-Präsident.

Heute ist eine Ära zu Ende gegangen: Nach 42 Jahren im Österreichischen Gewerkschaftsbund und in der Arbeiterkammer – davon fast 15 Jahre als AK-Präsident - hat sich Siegfried Pichler im Rahmen einer außerordentlichen Kammervollversammlung im Parkhotel Brunauer in den Ruhestand verabschiedet. Unter Pichlers Präsidentschaft hat sich die Arbeiterkammer Salzburg so fundamental verändert und weiterentwickelt wie kaum ein anderes Unternehmen. „Wir haben uns von einer reinen Beratungs- und Grundlagenorganisation hin zu einer Expertenkammer mit einem kundenorientierten Dienstleistungsangebot entwickelt, das man sonst nirgends findet“, bilanziert Pichler nicht ohne Stolz. Aber das ist nur ein Teil der AK-Erfolgsgeschichte in den letzten 15 Jahren.

Herzenssache Bildung und gelebte Sozialpartnerschaft

Die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für alle Beschäftigten stetig zu verbessern, war AK-Präsident Pichler stets eine Herzensangelegenheit. Nicht nur mit der Weiterentwicklung des Angebotes des Berufsförderungsinstitutes BFI, sondern auch mit dem Umbau des Brunauerzentrums zum Parkhotel Brunauer hat er die Bildungsoffensive der AK weiter vorangetrieben. Das Parkhotel wurde zur Drehscheibe für Bildungsaktivitäten engagierter Arbeitnehmervertreter. Ebenfalls in Pichlers Amtszeit fällt das höchst erfolgreiche Projekt „Du kannst was“ – gemeinsam mit dem Land Salzburg – mit dem Berufsabschlüsse nachgeholt werden können.

Als wahrlich gelebt, kann man die Sozialpartnerschaft in der Ära Siegfried Pichler bezeichnen. Am stärksten erkennbar und nachhaltig im Bildungsbereich. Gemeinsam mit dem Sozialpartner wurden nicht mehr wegzudenkende Institutionen wie die Fachhochschule Salzburg und das Technische Ausbildungszentrum Mitterberghütten geschaffen. Zusätzlich wurden gemeinsame, höchst erfolgreiche Projekte wie etwa die Lehre mit Matura realisiert.

Tauschbörse und Steuerlöscher helfen Menschen Geld sparen

Gänzlich neue Wege beschritt Pichler mit der publikumswirksamen Aktion „Wintertauschbörse“ gemeinsam mit dem ÖGB. Ziel ist es, den Salzburgerinnen und Salzburgern in Zeiten, in denen das Leben immer teurer wird, leistbaren Wintersport zu ermöglichen. Wie nötig das ist, zeigen die Besucherzahlen: In 13 Jahren Tauschbörse kamen über eine halbe Million Menschen zu den Börsen und deckten sich mit günstigen Wintersportartikeln ein. Apropos Tauschbörse: Seit dem Jahr 2017 veranstaltet die AK auch eine eigene „Kindersachenbörse“ samt Beratung zu familienrelevanten Themen. 2018 findet diese Veranstaltung erstmals in allen Bezirken statt.

Ebenfalls auf Initiative von Siegfried Pichler starteten Arbeiterkammer und Gewerkschaftsbund im Jahr 2008 den „AK/ÖGB-Steuerlöscher“, der seither jährlich für neue Rekorde sorgt. Der Steuerlöscher hilft den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu viel bezahlte Lohnsteuer vom Finanzminister zurückzuholen. Und da geht es um richtig viel Geld – das die Menschen dringend brauchen. Brachte diese Aktion schon in ihrem ersten Jahr 2,5 Millionen Euro ein, kratzte der Steuerlöscher im Jahr 2017 mit 9,5 Millionen Euro bereits am zweistelligen Millionenbetrag für die Beschäftigten.

3 Wahlsiege in Folge

Siegfried Pichler hat sich mit seiner geradlinigen Art nie gescheut, auch unbequeme Themen aufs politische und gesellschaftliche Tapet zu bringen. Und dabei hat er stets das richtige G´spür dafür bewiesen, was den Menschen unter den Nägeln brennt. Auch wenn er dabei oft polarisiert hat – seine Wahlerfolge haben ihm immer Recht gegeben, denn die Wählerinnen und Wähler bescherten der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG) drei haushohe Wahlsiege in Folge: Bereits bei seinem ersten Antreten als Spitzenkandidat im Jahr 2004 verhalf Siegfried Pichler der FSG zu einem fulminanten Wahlsieg - mit Pichler steigerte die FSG ihren Stimmenanteil von 59,4 auf 67,4 Prozent. 5 Jahre später erhöhte Pichler sogar noch einmal auf 67,9 Prozent und kratzte mit 69,5 Prozent 2014 sogar an der 70 Prozent-Marke. 

Pichler: Interessenvertretungen sind wichtiger denn je

Pichler in seiner Abschiedsrede: „Ich habe fast 15 Jahre an der Spitze der Arbeiterkammer Salzburg mit aller Kraft für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gekämpft. Und schon vor meiner Zeit als AK-Präsident in der Gewerkschaft. Ich habe das aus tiefster Überzeugung getan. Eines dürfen wir nie vergessen: Ohne die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer würde die Wirtschaft nicht funktionieren. Auf diese Leistung können alle Beschäftigten stolz sein – und selbstbewusst ihren Anteil am Erfolg einfordern.“

Und an die Adresse jener, die die Arbeitnehmervertretung schwächen wollen: „Was mich wütend macht, ist der permanente Vorwurf, wir hätten dringenden Reform- oder Veränderungsbedarf. Dagegen wäre ja grundsätzlich nichts einzuwenden, wenn man definiert, was man darunter versteht. Reformen nur um der Veränderung willen dienen nicht dazu, um die Lage der Beschäftigten zu verbessern. Sie dienen ausschließlich dazu, um unbequeme Interessenvertreter loszuwerden und den Beschäftigten ihre Lobby zu nehmen. Das habe ich niemals hingenommen und ich bin mir sicher, auch meine Nachfolger werden um jeden Zentimeter Arbeitnehmerrechte, Mitbestimmung und Wertschätzung für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kämpfen!“

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