17.5.2018
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AK-Präsident Eder zu Besuch im Pongau

AK-Präsident Peter Eder hob im Rahmen seines heutigen Bezirksbesuches im Pongau die Bedeutung der regionalen Gesundheitsversorgung hervor – für die Arbeitnehmer allgemein und für die Region speziell. Denn die Gesundheitsbranche hat in den letzten Jahren über 500 neue Jobs im Bezirk entstehen lassen.  „Es ist uns ein großes Anliegen, dass die Gesundheitsversorgung regional bleibt und damit den Bedürfnissen der Menschen bestmöglich gerecht wird“, so Eder. Entsprechend scharf seine Kritik an den Zerschlagungs- und Zentralisierungsbegehren bei den Krankenkassen – wie aktuell durch die Salzburger Industriellen-Vereinigung. 

Der Gesundheitsbereich ist im Pongau ein Top-Wachstumssektor. Seit 2012 entstanden hier 517 neue Stellen. Die gesamte Branche wuchs um 15,4 Prozent. Das sichert Beschäftigung. Die regionale Planung sorgt zudem dafür, dass die Leistungen tatsächlich den Bedürfnissen der Menschen entsprechen“, so AK-Präsident Peter Eder. Eder und der neue AK-Bezirksstellenleiter Martin Goller besuchten im Rahmen des heutigen Bezirkstages des AK-Präsidenten unter anderem das Regenerationszentrum der GKK in Goldegg und andere Gesundheitsbetriebe.

AK-Kritik an IV-Chef Unterkofler

„Jetzt fällt die Maske - hinter dem Drängen der Industrie, die Kassen zu reformieren, verbergen sich in Wahrheit nur Macht- und Profitinteressen“, kommentiert AK-Präsident Peter Eder die in heutigen Medien kolportierten Forderungen der Industriellenvereinigung. Unter dem Deckmantel, die Unternehmen entlasten zu wollen, drängt der Salzburger IV-Chef Peter Unterkofler auf eine rasche Reform der Krankenkassen. Die Arbeiterkammer hält nichts von diesen Ideen, denn die Folgen für die Beschäftigten wären fatal. „Eine Zentralisierung würde Entscheidungsprozesse, etwa, ob etwa der Pongau einen Kinderarzt bekommt, in die Länge ziehen. Gesundheitsversorgung braucht regionale Entscheidungen, kein bürokratisches Monster in Wien, das um die Zustände vor Ort nicht Bescheid weiß. Die beste Gesundheitsversorgung wird möglichst nah an den Menschen geplant und ist durch selbstverwaltete Beiträge und Leistungen kosteneffizienter als die meisten staatlichen Behörden “, so Eder.

Und hinter der Forderung nach einer 50:50-Verteilung der Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter in den Kassengremien verstecken sich nach Ansicht der AK Macht- und Einflussinteressen.

Zum Wunsch von Unterkofler, die AUVA-Beiträge zu senken: „Dadurch würde ein beträchtlicher Kostenanteil von Freizeitunfällen der GKK umgehängt werden. Um das finanziell zu stemmen, würde die GKK dann wohl Leistungen kürzen müssen – der nächste Nachteil für die Beschäftigten“, sagt Eder.

Dem Klagen der Industrie über im EU-Vergleich hohe Lohnnebenkosten, hält der AK-Präsident entgegen, dass die Lohnstückkosten in Österreich wesentlich geringer sind als in vielen anderen europäischen Staaten.

„Gemeinsame Lösungen sind immer die besten – gerne setze ich mich mit Vertretern der IV zusammen, um konstruktive Vorschläge und Lösungsansätze zu erarbeiten“, bietet der AK-Präsident an.

Martin Goller folgt nach 33 Jahren Franz Grübl nach

„Mit Martin Goller konnten wir einen erfahrenen Kämpfer für die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Pongau gewinnen“, freut sich AK-Präsident Peter Eder über die personelle Verstärkung. Franz Grübl verabschiedete sich als jahrzehntelanger Chef der AK-Bezirksstelle im Pongau Ende März in den verdienten Ruhestand. Goller kennt als dessen Nachfolger sowohl die Arbeitnehmer- wie auch die Arbeitgeberseite gut. Der 1971 geborene promovierte Jurist und ausgebildete Mediator kennt die Gesetzespraxis aus Tätigkeiten bei Rechtsanwalt und im Notariat.  Er war bei bekannten Unternehmen wie Senoplast und Thoma-Holz Personalleiter, machte sich als Organisationsentwickler selbständig, blieb währenddessen aber dennoch der Arbeitnehmerbewegung verbunden. 2007 wurde Martin Goller, der mit seiner Familie in Goldegg wohnt, Regionalsekretär des Österreichischen Gewerkschaftsbundes im Pongau. Seit 2009 ist er außerdem der Vorstandsvorsitzende des Technischen Ausbildungszentrums Mitterberghütten (TAZ), das die AK gemeinsam mit der WK trägt. Goller ist seit April geschäftsführender Bezirksstellenleiter.

962.516 Euro brachte die Arbeiterkammer-Bezirksstelle im Pongau den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im Bezirk 2017 durch Klagen, Interventionen und den AK/ÖGB-Steuerlöscher. 10.484 Mal berieten die Expertinnen und Experten telefonisch, persönlich und im Rahmen der Aktion zur Arbeitnehmerveranlagung. Damit ist die Zweigstelle in Bischofshofen von den Beratungszahlen her knapp vor dem Pinzgau und nach dem AK-Haupthaus in Salzburg die größte Vor-Ort-Vertretung der Arbeiterkammer. Im ersten Quartal 2018 gab es bisher 2.361 Beratungen. Mehr als drei Viertel davon zum Arbeitsrecht. 

Ausbildung hat Priorität: AK als moderner Dienstleister vor Ort

Goller ist vor allem die Ausbildung im Bezirk ein großes Anliegen: „Von einer erstklassigen Lehre haben sowohl Unternehmen als auch die Arbeitnehmer etwas. Das TAZ zeigt das mit Angeboten zur überbetrieblichen Lehrausbildung. Auch Ausbildungsgarantie und -pflicht sind zentrale Eckpfeiler für ein Bildungssystem, das Menschen Chancen eröffnet und Unternehmen Fachkräfte bereitstellt. Deshalb war und ist es ein falsches Signal, bei der aktiven Arbeitsmarktpolitik oder der Facharbeiterintensivausbildung zu sparen, wie es die derzeitige Regierung leider tut.“ Die Aufgabe der AK-Bezirksstelle sieht Martin Goller als die eines modernen Dienstleisters – unabhängig von der Politik und mit der Kernaufgabe, den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern dort, wo sie leben, zur Seite zu stehen. „Wir werden Angebote wie Wintertauschbörse, Kindersachenbörse, Steuerlöscher, Betriebssport und Fachberatungen regional ausbauen. Diese Services sollen nicht nur zentral platziert, sondern möglichst nahe bei den Menschen sein“, sagen Martin Goller und AK-Präsident Peter Eder. 

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