Pfingsturlaub: Vom Strand in Quarantäne heißt 14 Tage keinen Lohn

Viele Salzburger haben rund um die Pfingstfeiertage Urlaube in Kroatien gebucht. „Die wohlverdiente Auszeit könnte für viele arbeitsrechtliche Folgen haben oder Kosten verursachen. Gerade jetzt, wo viele ohnehin jeden Cent umdrehen müssen “, warnt AK-Präsident Peter Eder. Hintergrund: Bis Ende Mai ist nach der Rückreise eine zweiwöchige Selbstisolation anzutreten, oder man legt viel Geld für einen SARS-COV-2-Test auf den Tisch.

Wer die Heimquarantäne wählt, sollte folgendes bedenken: Selbstisolation nach einer Urlaubsreise gilt nicht als Dienstverhinderungsgrund, für den Dienstgeber entfällt die Entgeltpflicht für diesen Zeitraum. Das heißt 14 Tage keinen Lohn. Ob eine bewusst in Kauf genommene Quarantäne auch einen Entlassungsgrund darstellen kann, ist (noch) nicht geklärt.

Ein Bungalow in Rovinj oder ein Appartement in Opatija: „Viele Salzburgerinnen und Salzburger haben schon vor der Krise rund um die Pfingstfeiertage Urlaube gebucht und sind wegen dem Procedere an den Grenzen bei der Wiedereinreise nach Österreich verunsichert“, berichtet AK-Präsident Peter von vielen Anfragen aus der Beratung. Denn: Nach einem Urlaub in Kroatien ist jedenfalls bis Ende Mai bei der Rückreise nach Österreich unverzüglich eine 14-tägige Heimquarantäne anzutreten. Es sei denn, ein negativer SARS-COV-2-Test kann nachgewiesen werden. Ob diese Bestimmung mit 1. Juni tatsächlich endet, kann derzeit noch nicht beantwortet werden.

Quarantäne nach Urlaub bedeutet: 14 Tage kein Lohn

Die AK gibt zu bedenken: Eine Heimquarantäne nach einem Urlaub ist Privatsache, gilt also nicht als Dienstverhinderungsgrund. AK-Präsident Peter Eder: „Das heißt, der Dienstgeber ist nicht verpflichtet, dem Arbeitnehmer für diese 14 Tage Lohn zu bezahlen.“

Heimquarantäne ein Entlassungsgrund?

Ob eine bewusst in Kauf genommene Quarantäne wegen einer Urlaubsreise auch einen Entlassungsgrund darstellen kann, ist (noch) nicht geklärt. Heimo Typplt, Leiter der Abteilung für Arbeitsrecht in der AK Salzburg: „Für solche Fälle existiert derzeit noch keine Rechtsprechung. Aus unserer Sicht ist es kein Entlassungsgrund, da das ein Eingriff in die Persönlichkeitsrechte wäre.“ Trotzdem sollte man sich nicht zu sicher sein, denn: 
„Sollte der Arbeitgeber im Vorfeld seinen Mitarbeiter darauf hinweisen, dass dessen zusätzliche Abwesenheit nach dem Urlaub eine wirtschaftliche Bedrohung für das Unternehmen darstellt, könnte im Fall einer Entlassung im Gerichtsverfahren danach der Dienstgeber Recht bekommen“, so Typplt.  

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