22.11.2021

Eder: Schule to go kennt nur Verlierer

„In die Schule wer mag, daheim wer kann und Hybrid-Unterricht, wenn´s funktioniert – das Abwälzen der Verantwortung auf die Eltern und das Alleinlassen der Lehrer ist ein pädagogischer Supergau“, kritisiert AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder. Zahlreiche verunsicherte und verärgerte Eltern melden sich bei der AK und klagen über ein Betreuungsdilemma. Obwohl die AK bereits mehrfach in der Vergangenheit auf diese Problematiken aufmerksam gemacht hat, ist nichts passiert – die Sozialpartner wurden zwar informiert, aber letztlich wieder vor vollendete Tatsachen gestellt und nicht eingebunden. Für die AK müssen die Schulen offenbleiben. „Dem Ansteckungsrisiko stehen ein dichtmaschiges Test-Netz sowie die bestmögliche Ausbildung und psychische Gesundheit unserer Kinder gegenüber“, so Eder.  

Der befürchtete Bildungs-Supergau ist heute, am ersten Schultag im Lockdown, eingetreten. Seit den Morgenstunden erreichen die AK zahlreiche Anfragen verunsicherter und verärgerter Eltern, die mit dem Kommunikationsdesaster der letzten Tage rund um die Schließung oder Öffnung der Schulen nichts anfangen können oder deren Kinder am Hybrid-Unterricht wegen mangelnder technischer Ausstattung oder Vorbereitung nicht teilnehmen können. Dazu gesellen sich in vielen Familien wieder die bereits vom Vorjahr bekannten Betreuungs-Dilemmata.

Halbe Lösung schadet Eltern, Schülern und Lehrern

AK-Präsident Peter Eder: „Weder Fisch, noch Fleisch und jährlich grüßt das Murmeltier. Kein Distance-Learning, aber auch kein wirklicher Präsenzunterricht. Dafür Hybrid-Unterricht, der vielerorts nicht funktioniert. Damit werden Eltern, Kinder und Lehrpersonen im Regen stehen gelassen. Die Politik hat aus den Erfahrungen des letzten Jahres leider nichts gelernt.“

Wieder keine Einbindung der Sozialpartner

Die jetzt sichtbar werdenden Probleme sind nichts Neues: Die Salzburger Arbeiterkammer hat bereits vor eineinhalb Jahren darauf aufmerksam gemacht und eine Vorbereitung der Schulen auf die Anfordernisse des Hybrid-Unterrichts gefordert. Passiert ist nichts – genau so wenig wie bei der Einbindung der Sozialpartner. „Wir wissen um die Anliegen und Bedürfnisse der Beschäftigten, etwa beim Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie, genau Bescheid und könnten wertvolle Anregungen und Vorschläge zum Wohle aller einbringen“, ärgert sich Eder, dass die Arbeiterkammer im Vorfeld dieser fragwürdigen Entscheidungen zwar informiert, bei der Umsetzung aber wieder links liegen gelassen wurde.

Das braucht's, um den Bildungs-Supergau abzuwenden

Aufgrund der vielen Unterbrechungen des Präsenzunterrichts in den letzten 20 Monaten, mussten Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern und Lehrkräfte bereits viele (vermeidbare) Herausforderungen bewältigen. Mehrere Umfragen und Studien der Salzburger Arbeiterkammer haben klar aufgezeigt, dass die lange Abwesenheit von der Schule und die damit einhergehende soziale Isolation neben Lernrückständen auch zu einem Anstieg psychischer Probleme bei Kindern und Jugendlichen geführt haben.

„Es ist deshalb besonders wichtig, den Schülerinnen und Schülern in der jetzigen Situation Kontinuität und Sicherheit zu bieten“, so der AK-Präsident und fordert:

  • Die Primarstufe sowie Abschlussklassen müssen solange es möglich ist, geöffnet bleiben. Sollte dies nicht ausreichen (Überlastung des Gesundheitssystems): Offenhaltung der Abschlussklassen. Auch sollte über Gruppenteilungen, so wie es sie bereits in den letzten Lockdowns gegeben hat, nachgedacht werden.
  • Eine Betreuung für Schüler und Schülerinnen der Primarstufe und der Sekundarstufe 1 muss durchgehend gegeben sein.
  • Zudem muss für Eltern die Sonderbetreuungszeit ausgebaut werden.

Auch an die Zeit danach muss gedacht werden – schließlich sind bei vielen Schülerinnen und Schülern die Bildungsdefizite der letzten Lockdowns noch immer nicht abgebaut. Da bedarf es eines Aufhol- und Bewältigungspakets, mit dem sichergestellt wird, dass Kinder und Jugendliche auch nach neuerlichen Schulschließungen (oder Teilschließungen) langfristig begleitet und betreut werden und mögliche psychische Folgen und Lernrückstände bewältigt werden können.

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