12.5.2022

Eder: Nachhaltigkeit bei Gehältern statt befristeter Boni

Die Lage in der Pflege ist seit Jahren kritisch. AK und ÖGB haben sich daher seit langem unermüdlich für notwendige Verbesserungen eingesetzt. Auch wenn viele Fragen offenbleiben, begrüßt AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder grundsätzlich die heute vorgestellte, längst überfällige Pflegereform. „Entscheidend ist, dass auf die Worte auch konkrete Taten folgen – und dies so schnell wie möglich“, so Eder, der vor allem auf eine nachhaltige Erhöhung bei den Einkommen pocht.

In einer ersten Reaktion begrüßt AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder die heute vorgestellte Pflegereform – auch wenn viele Fragen unbeantwortet bleiben. „Im Gesamtpaket finden sich einige Maßnahmen, die wir in Abstimmung mit Betriebsrätinnen und Betriebsräten, Personalvertreterinnen und Personalvertretern sowie den Beschäftigten seit langem einfordern. Nun kommt es darauf an, dass diese schnellstmöglich umgesetzt werden. Auch wird es auf die konkrete Ausgestaltung ankommen“, so Eder.

ENDLICH MEHR GELD FÜR AUSZUBILDENDE

Um zusätzliches Personal zu gewinnen, sind die finanziellen Verbesserungen in der Ausbildung ein wichtiger Schritt. „600 Euro monatlich für Auszubildende in Erstausbildung sind ein guter Anfang. Auch das Stipendium für Um- und Wiedereinsteigerinnen und -einsteiger bringt eine gewisse Existenzsicherung“, so Eder, der allerdings kritisiert, dass der Startschuss erst für September 2023 geplant ist und die Ausbildung in der gehobenen Pflege nicht erfasst ist.

STATT BEFRISTETEN BONI BRAUCHT ES GEHALTSERHÖHUNGEN

Ein weiterer Eckpunkt der Reform ist der monatliche Gehaltsbonus für alle Beschäftigten. „Hier muss ein Murks wie teils bei den Corona-Bonuszahlungen verhindert werden, indem steuerrechtliche und sozialversicherungsrechtliche Aspekte vorab geklärt werden“, sagt Eder, der die vorläufige Befristung kritisch sieht. „Die Beschäftigten haben Verlässlichkeit verdient. Statt Bonuszahlung braucht es eine Anhebung der regulären Einkommen.“

Kritisch sieht die AK die erwähnten Kompetenzerweiterungen. „Bereits jetzt lastet viel Verantwortung auf den Beschäftigten, die bei weitem nicht finanziell abgegolten wird. Es kann nicht sein, dass gegen einen geringen Gehaltsbonus immer mehr ärztliche Aufgaben übernommen werden müssen.“

Aus Sicht der AK ist die Pflegereform ein längst überfälliger erster Schritt zur Entlastung der Pflegesituation – viele weitere müssen folgen. „Wir werden nicht lockerlassen und im Rahmen der Begutachtung darauf Wert legen, dass die Verbesserungen auch tatsächlich bei den Beschäftigten ankommen.“

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